US-Schutzschild Test mit neuer Rakete geht schief

Es war der erste Einsatz für ein neuartiges Abwehrsystem der USA - und er ging prompt daneben: Ein US-Raketenabwehrtest mit dem seegestützten Aegis-System ist über dem Pazifik fehlgeschlagen. Es gehört zu dem Schutzschild, den die USA auch für Europa planen.


Washington - Der Schuss ging deutlich daneben: Ein US-Raketenabwehrtest mit dem seegestützten Aegis-System ist am Donnerstag über dem Pazifik fehlgeschlagen. Nach Angaben der Missile Defense Agency (MDA) setzte das US-Militär dabei erstmals eine modernisierte Abfangrakete vom Typ SM-3 Block 1B ein. Sie verfehlte demnach aus zunächst noch ungeklärten Gründen ihr Ziel - eine anfliegende ballistische Kurzstreckenrakete, die von einem US-Stützpunkt auf der Hawaii-Insel Kauai gestartet worden war. Die Abfangrakete war rund 90 Sekunden später von dem Kriegsschiff "USS Lake Erie" aus auf den Weg geschickt worden.

Aus der US-Raketenabwehr-Agentur hieß es nach dem Test, es sei der erste seiner Art gewesen. "Es werden nun intensive Untersuchungen geführt, um den Grund für den Fehler herauszufinden", sagte ein Sprecher.

Die seegestützte Raketenabwehr ist Teil eines umfassenden Schutzschilds gegen feindliche ballistische Raketen, den die USA aufbauen. Das Warn- und Feuerleitsystem Aegis bildet das Kernstück dieser Abwehrkomponente, die US-Präsident Barack Obama auch für Europa plant. Dieser Teil der Raketenabwehr gilt als besonders zuverlässig. 22 von 27 Abfangtests seit 2002 verliefen nach Angaben der Behörde MDA erfolgreich.

ler/dpa/Reuters



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