Republikaner im Kongress US-Senat will Vorwürfen zu angeblichem Komplott gegen Trump nachgehen

Der US-Senat soll untersuchen, ob Vizejustizminister Rosenstein vor rund zwei Jahren die Absetzung von US-Präsident Trump erwog. Rosenstein dementiert zwar - doch durch ein brisantes Interview lebt der Vorwurf wieder auf.

Rod Rosenstein
REUTERS

Rod Rosenstein


Der Justizausschuss des US-Senats will Aussagen nachgehen, wonach im US-Justizministerium 2017 ernsthaft über die Möglichkeit einer vorzeitigen Absetzung von Präsident Donald Trump diskutiert wurde.

Der mutmaßliche Vorfall, um den es geht, liegt knapp zwei Jahre zurück: Als US-Präsident Donald Trump im Mai 2017 den damaligen FBI-Direktor James Comey gleich zu Beginn der Ermittlungen über mögliche Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland entließ, waren viele Beamte im US-Justizministerium irritiert.

Den damaligen Vize-Justizminister Rod Rosenstein erschreckte der Schritt angeblich so sehr, dass er eine Absetzung Trumps mit Hilfe des 25. Verfassungszusatzes in den Raum gestellt haben soll. Durch Zusatzartikel 25 kann ein Präsident von seinem Vize und einer Mehrzahl seiner Minister für amtsunfähig erklärt und abgesetzt werden. Rosenstein soll zudem vorgeschlagen haben, Gespräche des US-Präsidenten heimlich aufzuzeichnen.

McCabe über Rosenstein: "Er scherzte nicht"

Das Gerücht besteht seit September, und schon damals wies es Rosenstein zurück. Doch nun bekommt es durch ein TV-Interview neue Nahrung: Der ehemalige FBI-Vizedirektor Andrew McCabe sagte dem Sender CBS, Rosenstein habe mehr als einmal angeboten, ein verstecktes Mikrofon bei einem Treffen mit Trump zu tragen.

"Er scherzte nicht", sagte McCabe dem Sender. Zu welchem Zweck, darüber habe Rosenstein aber nicht gesprochen, so McCabe in dem Interview mit dem Sender.

Nun soll es zu der Causa Rosenstein womöglich eine Untersuchung im US-Kongress geben. Der republikanische Senator Lindsey Graham, Vorsitzender des Justizausschusses, sagte CBS, er wolle eine Anhörung im Senat ansetzen, um herauszufinden, was wirklich passiert sei. Auch Graham ergänzte, dass Rosenstein die Vorwürfe bislang zurückweise.

US-Präsident Trump ist indes offenbar sicher, dass damals im Justizministerium ein "Staatsstreich" gegen ihn erwogen wurde. Unter Bezug auf die von Trump geschätzte Fernsehsendung "Fox and Friends" des Senders Fox News twitterte er ein Zitat des Moderators Dan Bongino: "Das war ein illegal versuchter Coup gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten." Dahinter setzte Trump ein: "Stimmt."

Trump bezichtigte McCabe in einem weiteren Tweet der Lüge, und warf ihm vor, mit Rosenstein gemeinsam "ein Verbrechen" geplant zu haben.

cht/dpa



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