US-Senator: Nixon-Herausforderer  George McGovern ist tot

Im Alter von 90 Jahren ist der US-Politiker George McGovern gestorben. Der Demokrat hatte 1972 im Wahlkampf um die Präsidentschaft gegen Nixon verloren und war einer der schärfsten Kritiker des Vietnam-Kriegs.

George McGovern (Bild von 2011): "Langes, erfolgreiches und produktives Leben gehabt" Zur Großansicht
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George McGovern (Bild von 2011): "Langes, erfolgreiches und produktives Leben gehabt"

Der frühere US-Senator und demokratische Präsidentschaftskandidat George McGovern ist tot. Er starb am Sonntag im Kreis seiner Angehörigen und Freunde in einem Hospiz in Sioux Falls im Bundesstaat South Dakota, wie seine Familie mitteilte. Der Politiker wurde 90 Jahre alt.

Ihr Vater habe "ein langes, erfolgreiches und produktives Leben" gehabt, erklärten McGoverns Kinder. Er habe sich für die Hungernden und für Frieden eingesetzt, und sei "eine Stimme des Fortschritts für Millionen" gewesen. Auch noch nach seinem 90. Geburtstag im Sommer habe er geschrieben und Reden gehalten. Im Zweiten Weltkrieg diente McGovern als Bomberpilot und wurde später zu einem vehementen Kritiker des Vietnam-Kriegs.

McGovern wird unter anderem das Verdienst zugeschrieben, durch seinen Wahlkampf 1972 viele Frauen, junge Menschen und Angehörige von Minderheiten für die Demokratische Partei begeistert zu haben. Dennoch scheiterte er mit seinen Präsidentschaftsambitionen, nachdem über seinen zunächst aufgestellten Vize-Kandidaten Thomas Eagleton enthüllt wurde, dass dieser mehrmals in psychiatrischer Behandlung gewesen war.

McGoverns Niederlage war für die Demokraten verheerend. Der Gewinner der Wahl, Richard Nixon, blieb wegen des Watergate-Skandals allerdings nur bis 1974 im Amt. Er zog mit seinem Rücktritt die Konsequenzen aus einem Einbruch in die Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei während McGoverns Präsidentschaftskandidatur.

McGovern wurde 1957 Abgeordneter im Repräsentantenhaus und blieb dort bis 1961. Im folgenden Jahr wurde er zum Senator gewählt und blieb 18 Jahre im Amt. Danach war er Gastdozent an mehreren Universitäten und stand der Denkfabrik Middle East Policy Council vor. Von 1998 bis 2001 war McGovern US-Botschafter bei der Welternährungsorganisation (FAO).

McGovern war seit 1943 bis zu ihrem Tod im Jahr 2007 mit Eleanor Stegeberg verheiratet. Das Paar bekam fünf Kinder, von denen eine Tochter 1994 nach einem langjährigen Kampf gegen eine Alkoholsucht tot aufgefunden wurde.

wbr/AFP/dapd

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