Russlandaffäre Muellers Ermittlungen führen zu einer ersten Verurteilung

Seit knapp einem Jahr ermittelt Robert Mueller in der Russlandaffäre. Jetzt hat seine Untersuchung zu einer ersten Haftstrafe geführt - für einen Anwalt, der über seine Kontakte zu Trumps Wahlkampfteam log.

Niederländischer Anwalt Alex van der Zwaan nach seiner Verurteilung
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Niederländischer Anwalt Alex van der Zwaan nach seiner Verurteilung


Die Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russlandaffäre haben zu einem ersten Urteilsspruch geführt. Der niederländische Anwalt Alex van der Zwaan wurde von einem Gericht in Washington wegen Falschaussagen zu 30 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Dollar (16.300 Euro) verurteilt. Der 33-Jährige hatte sich im Februar schuldig bekannt und kooperiert mit den Ermittlern.

In dem Ermittlungen Muellers geht es schwerpunktmäßig um die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen. Trump hatte zuletzt angedeutet, eine Einschränkung von Muellers Ermittlungen zu erwägen.

Lobbyarbeit für prorussischen Staatschef der Ukraine Janukowitsch

Der verurteilte Van der Zwaan hatte nach eigenem Eingeständnis unter anderem über seine Kontakte zu dem Lobbyisten Rick Gates, einem zeitweiligen Wahlkampfberater des heutigen Präsidenten Donald Trump, sowie zu einem mutmaßlichen früheren russischen Geheimdienstagenten gelogen.

In den Kontakten des Niederländers zu Gates ging es unter anderem um PR-Arbeit für den früheren prorussischen Staatschef der Ukraine, Viktor Janukowitsch, vor dessen Sturz im Jahr 2014. Der Niederländer war in London für eine internationale Anwaltskanzlei tätig und unternahm auf Vermittlung von Gates und dessen Chef Paul Manafort Lobbyarbeit für die Janukowitsch-Regierung.

Manafort beharrt auf Unschuld

Manafort war dann 2016 einige Monate lang Trumps Wahlkampfchef, Gates sein Mitarbeiter in der Leitung des Kampagnenteams. Manafort wie Gates stehen ebenfalls aufgrund der Mueller-Ermittlungen unter Anklage. Die Anklagen stehen ebenfalls im Zusammenhang mit der früheren Lobbyarbeit für Janukowitsch.

Während Manafort weiter auf seiner Unschuld beharrt, bekannte sich Gates im Februar in zwei Anklagepunkten für schuldig. Wie van der Zwaan arbeitet er mit den Ermittlern zusammen. In den Ermittlungen geht es auch um Kontakte im Jahr 2016 zu einem vor Gericht nur als "Person A" bezeichneten mutmaßlichen Ex-Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes GRU.

Laut US-Medienberichten soll es sich bei "Person A" um Konstantin Kilimnik handeln, der 2016 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stationiert war. Kilimnik selbst sagte Berichten zufolge, er habe auch noch während Manaforts und Gates' Tätigkeit für Trumps Wahlkampfteam zu beiden in Kontakt gestanden.

ans/AFP/AP



insgesamt 56 Beiträge
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smokiebrandy 03.04.2018
1. Es geht um die Verbindungenbzu Russland?
Warum auf einmal Janukowitsch? Der ist meines Wissens Ukrainer?
felix-culpa 03.04.2018
2. Bitte einen Medienpreis...
...an den genial positionierten ("LOCK EM UP!") Fotobomber.
Atheist_Crusader 03.04.2018
3.
*Wartet auf die Trumpisten, die gleich angestürmt kommen werden um zu behaupten, dass Muellers Ermittlungen ja gar nichts gebracht hätten, dass das FBI parteiisch sein und man die Ermittlungen sofort beenden sollte um sich um echte Probleme zu kümmern. Zu Beispiel Hillary* In 3... 2... 1...
-su- 03.04.2018
4.
Der Anwalt wurde also nicht wegen den Kontakten mit Russland verurteilt, sondern, weil er die Unwarheit behauptet hat. Entgegen seinen Aussagen hatte der doch Kontakt mit dem Lobbyisten Rick Gates und einen angeblichen Agenten. Was fehlt, ist, bei welcher Gelegenheit hat der diese Kontakte geleugnet und warum sind die strafbar.
Nubari 03.04.2018
5. Person A (Kilimnik)
stand während des US-Wahlkampfs 2016 und steht heute noch in engem Kontakt mit dem GRU, dem russischen Militärgeheimdienst. Damit ist mit Van der Zwaan die erste Person, die eine Verbindung zwischen russischen Geheimdiensten und dem Trump-Team darstellt. Dies widerlegt, mal abgesehen von den mittlerweile rund sechzig (!) nachgewiesenen, aber noch nicht ausermittelten Kontakten zwischen Personen mit Bindungen zum Kreml und Figuren aus dem Umfeld der Trump Kampagne und Familie, dass Trumps Mantra NO COLLUSION der Märchenwelt zugerechnet werden muss.
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