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US-Spezialeinheit Navy Seals: Lizenz zum Töten

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Ihr Training gilt als das härteste der Welt, ihre Spezialität ist die Bekämpfung von Terroristen: jetzt hat die US-Sondereinheit Navy Seals Osama Bin Laden getötet. Für die Eliteeinheit war die Kommandoaktion auch eine Chance, ihr lädiertes Image aufzupolieren.

dapd

Hamburg - Ein Mini-U-Boot schleicht sich unter Wasser an die Küste heran, es öffnet sich eine Schleuse, ein Taucher drängt heraus, in seinen Händen hält er ein Sturmgewehr. Ihm folgen weitere Taucher. Als sie auftauchen und in geducktem Gang das Gelände am Ufer durchkämmen, tragen sie ihre Gewehre längst im Anschlag. Dazu Musik, wie sie in einem Blockbuster von Wolfgang Petersen laufen könnte - so präsentiert sich die US-Spezialeinheit Navy Seals auf ihrer Homepage in einem offiziellen Werbevideo. "I am that man", mit diesem Schriftzug endet der 90-Sekunden-Film. Ich bin ein solcher Mann.

Die vier Wörter sind den Grundsätzen der Navy Seals entnommen, des Sonderkommandos, das am Montag in einem rund 40-minütigen Einsatz das Versteck von Osama Bin Laden in Pakistan stürmte und den Chef des Terrornetzwerks al-Qaida tötete. In unsicheren und kriegerischen Zeiten würde ein Spezialkämpfer bereitstehen, um dem Ruf der Nation zu folgen, heißt es in den Grundsätzen der Navy Seals. Er kämpfe, um "seinem Land zu dienen, dem amerikanischen Volk, und um dessen Lebensweise zu verteidigen". Ohne Pathos geht es nicht.

Die Eliteeinheit der US-Marine ist längst ein Mythos, dafür sorgen allein ihre geheimen Aufträge und ihre harte Ausbildung. "Hell Week", heißt der Abschluss einer Trainingsphase. Höllenwoche: In diesen Tagen geht es für die Soldaten an ihre Leistungsgrenze. Tauchen, schnelles Schwimmen, Dauerläufe, Fallschirmsprünge, Schießen, Sprengstoffübungen, nur wenige Pausen. Die Höllenwoche ist eine einzige Strapaze, nur die Härtesten werden am Ende aufgenommen. Man müsse imstande sein, "sehr viel physische Schmerzen auszuhalten", sagte Paul Tharp, ein Ausbilder der Seals, "ABC News".

Patriotisch-militaristische Folklore

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Navy Seals: Harte Kämpfer
In Film und Literatur haben die Navy Seals längst einen angestammten Platz für patriotisch-militaristische Folklore. Bruce Willis mimte in "Tränen der Sonne" einen Offizier der Navy Seals, Demi Moore spielte in "Die Akte Jane" die erste Frau, die das harte Ausbildungsprogramm bestehen will, Charlie Sheen übernahm 1990 die Hauptrolle in "The Navy Seals". Bestsellerautor Tom Clancy schickt in "Gnadenlos" seine Hauptfigur John Kelly auf eine gefährliche Mission: Der frühere Navy Seal soll US-Kriegsgefangene aus einem vietnamesischen Lager befreien. Auch in Computerspielen schießen sich Navy Seals den Weg frei.

Die rund 2000 Mann starke Truppe ist aus US-Spezialeinheiten des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen, 1962 wurden die Seals gegründet. Sea, Air, Land, dafür steht ihre Abkürzung - sie sind also auf dem Meer, in der Luft und am Boden im Einsatz. Ihre Aufgaben: Kampfeinsätze, Terrorismusbekämpfung, Sabotage, Befreiungs- und Rettungsaktionen.

1983 waren sie bei der Invasion Grenadas dabei, ebenso 1993 im Bürgerkrieg in Somalia, sie jagten serbische Kriegsverbrecher, sind in Afghanistan aktiv, im April 2009 befreiten sie den dänischen Frachter "Maersk Alabama" aus der Hand von Piraten. Kampfschwimmer töteten damals drei Piraten jeweils per Kopfschuss - so starb jetzt auch Bin Laden.

Die gefährliche Mission in Pakistan wurde vom berühmt-berüchtigten Team Six der Navy Seals ausgeführt. Das Team arbeitet so häufig für den Geheimdienst, dass es den inoffiziellen Namen "Prätorianergarde der CIA" trägt. Die Kooperation hatte sich im Irak-Krieg entwickelt. In den neunziger Jahren gab es Probleme für das Team Six: Es war zu Unregelmäßigkeiten bei der Ausrüstungsbeschaffung gekommen - die Einheit wurde aufgelöst. Nach Umstrukturierungen erfolgte die Gründung einer neuen Einheit, die unter dem Namen DEVGRU firmierte. Das Kürzel steht für Naval Special Warfare Development Group. Trotz des neuen Namens wird heute weiter vom Team Six gesprochen.

"Offiziell existiert Team Six nicht"

Die Seals und die Delta Force - eine der zahlreichen weiteren US-Sondereinheiten - teilten sich später ihre Einsatzgebiete in den Kriegsregionen auf: Die Seals kümmerten sich vor allem um Afghanistan, die Delta Force um den Irak. Dennoch war das Verhältnis von Konkurrenz geprägt. Es waren Delta-Force-Kämpfer, die 2003 Saddam Hussein fassten und dessen Söhne Udai und Kusai töteten. Den Seals unterlief im vergangenen Jahr eine Panne, die das Image der Elitekämpfer beschädigte: Die von afghanischen Extremisten gefangen gehaltene Britin Linda Norgrove wurde bei einer Geiselbefreiung versehentlich getötet. Sie war durch eine Handgranate eines Seal-Kämpfers ums Leben gekommen. Der Mann wurde entlassen. Um so wichtiger ist für die Seals der Erfolg bei der Bin-Laden-Aktion.

Dass ausgerechnet die Seals für die Kommandoaktion in Abbottabad ausgewählt wurden, hat nach Einschätzung von Dick Hoffman, Experte für US-Spezialeinheiten bei der Denkfabrik Rand Corporation, vor allem mit der geografischen Verwendung der Einheit zu tun. "Die verschiedenen Kommandoteams werden vom Zentralkommando regelmäßig in andere Weltgegenden verlegt", sagt er. Die Seals seien für das Gebiet in Pakistan zuständig gewesen, als die USA Osama Bin Laden zum Ziel eines Spezialeinsatzes erklärten.

Die Tötung Bin Ladens wird auch den Mythos der Spezialtruppe weiter befördern. Craig Sawyer, ein früherer Seal, sagt: "Offiziell existiert Team Six nicht."

Ein paar Geheimnisse aus der Welt der eisenharten Kämpfer werden allerdings vielleicht schon bald gelüftet: Am 24. Mai erscheint in den USA ein Buch des früheren Team-Six-Mitglieds Terry Moran. Der Titel: "Seal Team Six - Memoirs of an Elite Navy Seal Sniper".

Mit Material von AFP

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1. Wird Zeit
xm29oicw 03.05.2011
dass auch Deutschland neben den Kampfschwimmern und den KSK weitere Spezialeinheiten trainiert, unterhält und vor allem auch EINSETZT um unsere Interessen in der Welt zu verteidigen und durchzusetzen.
2. Selbstmord durch Kopfschuss ist kein Erfolg
mitbestimmender wähler 03.05.2011
Das Ziel dieser Einheit war sicher nicht das Töten, sonst hätte man das Gebäude überwacht und im günstigen Zeitpunkt von Weitem von einem Jet eine Rakete abgefeuert, wie es Israel schon öfters gemacht hat. Es scheint eher das der Einsatz misslungen ist, den ObL konnte sich noch selbst mit Kopfschuss hinrichten. man konnte in nicht überwältigen und entführen.............. Also Mission fehlgeschlagen
3. .....
nichtWeich 03.05.2011
Zitat von sysopIhr Training gilt als das härteste der Welt, ihre Spezialität ist die Bekämpfung von Terroristen: jetzt hat die US-Sondereinheit Navy Seals Osama Bin Laden getötet. Für die Eliteeinheit war die Kommandoaktion auch eine*Chance, ihr lädiertes Image aufzupolieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760417,00.html
Diese Männer dienen Ihrem Land. Und das haben Sie gut gemacht.
4. Einfach NUR erbärmlich!
doc 123 03.05.2011
Zitat von sysopIhr Training gilt als das härteste der Welt, ihre Spezialität ist die Bekämpfung von Terroristen: jetzt hat die US-Sondereinheit Navy Seals Osama Bin Laden getötet. Für die Eliteeinheit war die Kommandoaktion auch eine*Chance, ihr lädiertes Image aufzupolieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,760417,00.html
Die Eliteeinheit der amerikanischen Armee schaffte es NUR den offensichtlichen Tyrannen mittels Kopfschuss zu entledigen, statt ihn gezielt außer Gefecht zu setzen. Wohlgemerkt, bin Laden ist/war mittlerweile ein alter Mann, der wenn überhaupt noch am Leben, dann doch wohl allzusehr vorgeschädigt. Wenn diese Einheit bin Laden unbeschädigt abgeliefert hätte, dann hätte diese wohl ein entsprechendes Image. Ansonsten allenfalls eine ganz korrupte Tötungsmaschine eines korrupten und kriminellen US-Regimes!
5. ...
ryu 03.05.2011
Ist der Titel nicht ein wenige Reißerisch? Ich meine wenn Soldaten den Auftrag bekommen: "Geht da rein und macht Sauber", was denkt ihr was die dann tun? Ist ja fast so als geht jemand in ein Restaurant - bestellt Kaffe - bekommt ihn und frägt verwundert warum man Kaffe bekommen hat. O_o Ja Soldaten haben die Lizens zum "bedingten" töten. Wenn man Wache am Kasernentor hat und Bewaffnete vorfahren darf der Mann schießen, auch wenn er sich dannach vor Gericht verantworten muss (ja Deutsches recht ist manchmal echt verrückt). Ich verraht euch mal ein geheimniß, sind nicht nur Soldaten die einen je nach Situation töten dürfen, selbst Polizisten können das (und kommen meistens besser dabei weg als Soldaten). Ryu
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Den 11. September
"Wir berechneten im Voraus, wie viele Verluste der Feind erleiden würde. Wir nahmen als Grundlage die Position des Turms und errechneten, wie viele getötet werden würden. Wir schätzten, dass ungefähr drei bis vier Stockwerke getroffen werden würden. Ich war besonders optimistisch ..., weil ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrung habe. Ich vermutete, das brennende Benzin würde die Eisenträger des Gebäudes schmelzen. Aber ich dachte nur, dass die Einschlagstelle und die Stockwerke darüber einstürzen würden. Mehr wagten wir nicht zu hoffen."

November 2001, zitiert nach: Abou-Taam/Bigalke: "Die Reden des Osama Bin Laden"
Den Irak-Krieg
"Ich jubele darüber, dass Amerika in den Schlammlöchern des Tigris und Euphrat steckengeblieben ist... Bush glaubt, der Irak und sein Öl seien leichte Beute, und nun steckt er durch die Gnade Gottes fest und kann weder vor noch zurück. Amerika schreit aus voller Kehle, während es vor den Augen der Welt auseinanderbricht."

Oktober 2003, zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"
Amerika
Im September 2007 wandte sich Osama Bin Laden "an die Amerikaner": "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der Mönche, Könige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irreführungen ... des kapitalistischen Systems befreien."

Politische, geschichtliche und moralische Erörterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstraße ist. Obwohl militärisch übermächtig, könnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten.

Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erfüllten. Oder die USA sähen endlich ein, dass sie die Verlierer im Irak seien. Es sehe aber so aus, als würden sie die eigenen Fehler aus dem Vietnam-Krieg und die der Sowjets aus dem Afghanistan-Feldzug wiederholen und sich vor der besseren Einsicht drücken.

Es gebe allerdings einen Ausweg, sagte Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdrücken. Natürlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren.
Die Europäer
"Unsere Aktionen sind nur eine Antwort auf eure Aktionen - eure Zerstörung und und euren Mord an unseren Leuten, ob in Afghanistan, im Irak oder Palästina... Nach welchem Glauben sind eure Toten wertvoll und unsere wertlos? Nach welcher Logik zählt euer Blut als echt und unseres als Wasser? Vergeltung ist Teil von Gerechtigkeit, und der, der feindliche Akte zuerst begeht, ist der, der unrecht handelt. Ich rufe alle Männer, insbesondere Gelehrte, die Medien und Geschäfstleute dazu auf, eine permanente Kommission einzuberufen, um in Europa das Bewusstsein für unsere gerechten Gründe zu stärken... Ich mache einen Friedensvorschlag, der im Kern die Verpflichtung darstellt, alle Operationen gegen jeden Staat einzustellen, der sich verpflichtet, keine Muslime oder islamischen Staaten anzugreifen. "

April 2004, zitiert nach: Lawrence: "Messages to the World. The Statements of Osama Bin Laden"
Den "Kampf der Kulturen"
"Ohne jeden Zweifel (glaube ich an den Kampf der Kulturen). Das heilige Buch erwähnt ihn klar. Die Juden und Amerikaner haben das Lügenmärchen vom Frieden auf Erden erfunden. Das ist nur ein Märchen für Kinder."

Nach dem 11. September 2001 auf al-Dschasira. Zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"

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