Washington - Barack Obama lächelte sein berühmtes breites Lächeln. "Good luck tonight. Really." Also: "Viel Glück, heute Abend. Wirklich." Seine Wünsche richteten sich an Mitt Romney, den Favoriten in den Vorwahlen der republikanischen Präsidentschaftskandidatur.
Ausgerechnet am symbolträchtigen Super Tuesday der republikanischen US-Vorwahlen hat der Präsident der Vereinigten Staaten persönlich seinem möglichen Herausforderer Mitt Romney gute Wünsche mit auf den Weg gegeben. Barack Obama war auf einer Pressekonferenz am Dienstag von Reportern gefragt worden, was er zu Romneys harscher Kritik an seiner Iran-Politik sage. Romney habe Obama als nutzlosesten US-Präsidenten seit Jimmy Carter bezeichnet. Auf eben diese Frage der Reporter, was er Romney darauf sagen würde, antwortete Obama lachend und gab dem Ex-Senator von Massachusetts seine Wünsche mit ins Rennen.
Super Tuesday hin oder her - die Kritik an Obama ging drei der vier Präsidentschaftskandidaten selbst inmitten des Wahlkampfs vor. Mitt Romney, sein schärfster Rivale Rick Santorum und Newt Gingrich legten eine Pause ein, um auf einer Konferenz der pro-israelischen Lobbygruppe American Israel Public Affairs Committee zu sprechen. Dabei warfen sie Präsident Barack Obama Schwäche gegenüber Iran vor und überboten sich mit ihren Versprechen zur Unterstützung Israels.
Mitt Romney und Newt Gingrich ließen sich per Satellitenverbindung zuschalten, Rick Santorum trat am Tag der Vorwahlen in zehn US-Staaten sogar persönlich auf.
Es hagelte Kritik: Santorum kritisierte das am Dienstag im Atomstreit an Iran übermittelte Gesprächsangebot der USA, Europas, Russlands und Chinas. Er bezeichnete es als "weiteres Appeasement, weitere Verzögerung, eine weitere Gelegenheit für sie, Fortschritte zu machen, während wir reden." Romney kritisierte in seiner Video-Übertragung den Ansatz der US-Außenpolitik als zu langwierig. Hoffnung sei keine außenpolitische Maßnahme, sagte er. "Das einzige, was Strolche und Tyrannen verstehen, ist unsere Entschlossenheit, gedeckt von unserer Macht und unserer Bereitschaft, sie einzusetzen", sagte er.
Zuvor hatte Romney bereits angekündigt, er würde im Falle seiner Wahl mit Hilfe von Diplomatie und einer "militärischen Option" den Bau einer iranischen Atombombe verhindern. Romney schrieb am Dienstag in einem Artikel der "Washington Post", er würde wieder US-Flugzeugträgergruppen ins östliche Mittelmeer und den Persischen Golf verlegen. Außerdem würde er die militärische Hilfe für Israel erhöhen.
Romney und seine Mitbewerber stellen sich am Dienstag den Konservativen in zehn US-Staaten zur Vorwahl. Trotz Romneys Vorsprung deuteten Umfragen in wichtigen Staaten wie Ohio und auch Tennessee auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seinem harten Verfolger hin, dem erzkonservativen Ex-Senator Rick Santorum.
Obama bekräftigt Ablehnung eines Militärschlags gegen Iran
Nach dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington hat sich US-Präsident Barack Obama noch einmal gegen einen Militärschlag gegen Iran ausgesprochen. Er setze weiter auf Diplomatie, um das Land davon abzubringen, nukleare Waffen zu bauen, sagte Obama am Dienstag.
Obama bekräftigte seine Position gegen einen Militärschlag, wie ihn Netanjahu und die republikanischen US-Präsidentschaftsanwärter verlangt hatten. Die eingeleiteten Sanktionen gegen das Regime in Teheran fruchteten, so Obama. "Die Welt ist sich einig. Iran ist politisch isoliert."
Er wolle ganz klar verhindern, dass Iran die Atombombe baue. "In diesem Stadium glaube ich, wir haben einen Spielraum, in dem das immer noch diplomatisch gelöst werden kann." Dies sei nicht nur seine Meinung, sondern auch die von hochrangigen Geheimdienstmitarbeitern in den USA und in Israel.
Obama warnte vor den wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Konsequenzen eines Krieges. Er kritisierte "die Leichtigkeit, mit der einige Leute über diesen Krieg reden". Von dem Wahlkampfgetöse seiner möglichen Gegner bei der Präsidentschaftswahl im November lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen.
bos/dpa/dapd/AP
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