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US-Terrorgefängnis Menschenrechtsbeauftragter fordert Aus für Guantanamo

Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba: "Großes politisches Problem"Zur Großansicht
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Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba: "Großes politisches Problem"

"Das Lager hat unglaublichen Schaden angerichtet": Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung hat die Schließung von Guantánamo gefordert. Zuvor hatte Markus Löning als erster deutscher Vertreter das Lager auf Kuba besucht.

Washington - Nach einem Besuch des Gefangenenlagers Guantanamo hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), die USA erneut zur Schließung der Einrichtung aufgerufen. An den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen, doch die rechtliche Behandlung der Insassen sei nach wie vor inakzeptabel, sagte er am Mittwoch in Washington. Aus der Sicht Deutschlands bleibe es unzulässig, Prozesse gegen die inhaftierten Terrorverdächtigen vor Militärkommissionen zu führen statt vor ordentlichen Gerichten. Die USA lieferten für ihr Vorgehen auch keine nachvollziehbaren Argumente.

Löning hatte am Dienstag das auf einem US-Stützpunkt auf Kuba gelegene Lager besucht. Guantanamo habe "unglaublichen Schaden" für die Glaubwürdigkeit des gesamten Westens beim Eintreten für Menschenrechte in anderen Gegenden der Welt angerichtet, sagte der FDP-Politiker. Dieses "große politische Problem" lasse sich nur durch die Schließung des Lagers lösen.

Europäische Länder hätten mit der Aufnahme von 51 ehemaligen Häftlingen des umstrittenen US-Gefangenenlagers bereits einen "wesentlichen Beitrag" geleistet, sagte Löning. Nun seien die USA an der Reihe, mit der Aufnahme einer "substanziellen Zahl" von Häftlingen ein Signal zu setzen.

Für eine Aufnahme weiterer Häftlinge aus dem Lager in Deutschland sieht Löning derzeit keinen Anlass, auch gebe es keine Anfragen aus den USA. 2010 hatte die Bundesregierung zwei ehemalige Insassen aufgenommen.

Er lobte die US-Regierung am Mittwoch jedoch auch, dass sie ihm als erstem deutschen Regierungsvertreter einen Besuch in Guantanamo gestattet habe. "Es ist großartig, dass die amerikanische Regierung offener damit umgeht, was dort geschieht", sagte er. Der Menschenrechtsbeauftragte machte den US-Kongress für die Verschleppung der Schließung von Guantanamo verantwortlich.

Das Gefangenenlager besteht seit Januar 2002. Derzeit werden dort noch rund 170 Terrorverdächtige festgehalten. US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 eine Schließung der Einrichtung binnen eines Jahres angekündigt, war aber am heftigen Widerstand des Kongresses gescheitert. Die US-Regierung plant nach eigenen Angaben Militärtribunale gegen Dutzende der verbliebenen Gefangenen. Die übrigen Häftlinge sollen entweder freigelassen oder auch unbegrenzt ohne Prozess festgehalten werden, wenn die Beweise für ein Verfahren nicht ausreichen.

fab/AFP/dapd/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
Moxie 16.02.2012
Wenn sogar Herr Löning betont, "an den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen"- wieso ist Guantanamo dann für den Spiegel ein "US-Terrorgefängnis"? Terroristengefängnis, das mag sein...
Zitat von sysopZuvor hatte Markus Löning als erster deutscher Vertreter das Lager auf Kuba besucht.
Wenn sogar Herr Löning betont, "an den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen"- wieso ist Guantanamo dann für den Spiegel ein "US-Terrorgefängnis"? Terroristengefängnis, das mag sein...
Monty68 16.02.2012
"Guantanamo habe "unglaublichen Schaden" für die Glaubwürdigkeit des gesamten Westens beim Eintreten für Menschenrechte in anderen Gegenden der Welt angerichtet, sagte der FDP-Politiker. Dieses "große [...]
Zitat von sysop"Das Lager hat unglaublichen Schaden angerichtet": Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung hat die Schließung von Guantánamo gefordert. Zuvor hatte Markus Löning als erster deutscher Vertreter das Lager auf Kuba besucht. US-Terrorgefängnis: Menschenrechtsbeauftragter fordert Aus für Guantanamo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,815607,00.html)
"Guantanamo habe "unglaublichen Schaden" für die Glaubwürdigkeit des gesamten Westens beim Eintreten für Menschenrechte in anderen Gegenden der Welt angerichtet, sagte der FDP-Politiker. Dieses "große politische Problem" lasse sich nur durch die Schließung des Lagers lösen." Ja Herr Löning das ist so. Allerdings wird auch eine Schließung des Lagers dieses nicht ändern können. Guantanamo und die anderen "Geheimgefängnisse", das offene Eintreten amerikanischer Politiker für Folter und Mord (den außergerichtliche Hinrichtungen sind Mord), die aggressive Politik gegenüber anderen Staaten, die nicht die amerikanische Agenda unterstützen. All das hat für eine dauerhafte Diskreditierung "des Westens" gesorgt. Es wird sehr sehr lange dauern, bis sich das ändert, und es ist höchst fraglich, ob dies jemals wieder anders wird, denn die europäische Politik richtet sich nicht mehr an der Vernunft, sondern an Loyalitäten aus, und das ist nicht nur dumm, sondern auch gefährlich für den Weltfrieden (der erste Weltkrieg lässt grüßen.
Monty68 16.02.2012
Ein Gefängnis, in dem Menschen einsitzen, die unschuldig sind, die man aber in irgendeiner Form für gefährlich hält, weil sie ja etwas machen könnten, nennt man eher Internierungs- oder Konzentrationslager. Mit Gefängnis hat das [...]
Zitat von MoxieWenn sogar Herr Löning betont, "an den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen"- wieso ist Guantanamo dann für den Spiegel ein "US-Terrorgefängnis"? Terroristengefängnis, das mag sein...
Ein Gefängnis, in dem Menschen einsitzen, die unschuldig sind, die man aber in irgendeiner Form für gefährlich hält, weil sie ja etwas machen könnten, nennt man eher Internierungs- oder Konzentrationslager. Mit Gefängnis hat das nichts zu tun. Und mit Legalität und Menschenrechten schon mal gar nicht.
Ingsoc 16.02.2012
wenn man das selbständige denken völlig aufgegeben hat... Glauben Sie allen ernstes das die Zustände/Haftbedingungen ect. vor dem Besuch eines Inspekteurs,Beobachters oder ähnl. nicht auf ein relativ normales Niveau angehoben [...]
Zitat von MoxieWenn sogar Herr Löning betont, "an den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen"- wieso ist Guantanamo dann für den Spiegel ein "US-Terrorgefängnis"? Terroristengefängnis, das mag sein...
wenn man das selbständige denken völlig aufgegeben hat... Glauben Sie allen ernstes das die Zustände/Haftbedingungen ect. vor dem Besuch eines Inspekteurs,Beobachters oder ähnl. nicht auf ein relativ normales Niveau angehoben werden ??? Sie können bei der US Regierung mal vorsichtig anfragen ob Sie dort auch unangemeldet vorbeischauem dürfen. Was meinen Sie wohl was für eine Antwort Sie dann erhalten und weshalb....
Indigo76 16.02.2012
Mit Verlaub - Herr Löning hat keine Ahnung! Wenn jemand auf unbestimmte Zeit im Gefängnis sitzt, weil man nicht genug Beweise für ein Gerichtsverfahren hat (also schuldig bis zum Beweis der Unschuld), dann kann man wohl kaum [...]
Zitat von MoxieWenn sogar Herr Löning betont, "an den Haftbedingungen selbst gebe es zwar nichts mehr auszusetzen"- wieso ist Guantanamo dann für den Spiegel ein "US-Terrorgefängnis"? Terroristengefängnis, das mag sein...
Mit Verlaub - Herr Löning hat keine Ahnung! Wenn jemand auf unbestimmte Zeit im Gefängnis sitzt, weil man nicht genug Beweise für ein Gerichtsverfahren hat (also schuldig bis zum Beweis der Unschuld), dann kann man wohl kaum von akzeptablen Haftbedingungen sprechen. Ich würde es durchaus als Folter bezeichnen, wenn einem niemand glaubt, dass man unschuldig ist (ohne Beweise) und man nicht einmal mit einem Anwalt sprechen oder seine Sache vor Gericht vertreten darf. Mit der Einrichtung dieses Terrorcamps haben sich die USA unwiderbringlich auf dieselbe Stufe gestellt wie die Leute, die sie bekämpfen.
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