US-Umfrage Obama lässt McCain in den Swing States hinter sich

Obama punktet bei den Wechselwählern - einer Umfrage der Quinnipiac University zufolge hat der demokratische Präsidentschaftskandidat die sogenannten "Swing States" auf seiner Seite. Und zwar obwohl er dort noch bei den Vorwahlen eine Niederlage gegen Hillary Clinton verbuchen musste.


Washington - Die Farbverteilung auf der rot-blauen amerikanischen Wahlkarte könnte sich bald zu Gunsten der Demokraten verschieben - wenn die momentane Begeisterung der Wechselwähler für Barack Obama auf die restlichen Bundesstaaten abfärbt. Die sogenannten "Swing States" Ohio, Pennsylvania und Florida erscheinen jetzt im Blau der Demokraten. Dort liegt Obama vor dem Republikaner John McCain, berichtet der Fernsehsender CNN.

Demokrat Obama: Hat die Wähler in den "Swing States" auf seiner Seite.
AFP

Demokrat Obama: Hat die Wähler in den "Swing States" auf seiner Seite.

Dabei hatte Obama die demokratischen Vorwahlen in Pennsylvania gegen die demokratische Senatorin Hillary Clinton verloren. Nun aber führt der schwarze Senator einer Umfrage der Quinnipiac-Universität zufolge mit 12 Prozentpunkten vor seinem republikanischen Gegner McCain. Auch in den Bundesstaaten Ohio und Florida sieht es für den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten gut aus: in Ohio, wo er die Vorwahlen gegen Senatorin Clinton ebenfalls verloren hatte, führt Obama (48 Prozent) vor McCain (42 Prozent). In Florida - wo Clinton in einer später für ungültig erklärten Vorwahl gewann - sieht die Umfrage Obama bei 47 Prozent vor dem Republikaner McCain (43 Prozent).

Spektakulär fällt vor allem der Vergleich zu den Werten des Vormonats aus. Laut der Meinungsumfrage der Quinnipiac-Universität haben die Umfragewerte in Ohio und Florida eine 180-Grad-Wendung genommen. Damals war Clinton noch im Rennen und McCain lag bei den Umfragen vor Obama. Zu dem Zeitpunkt argumentierte Clinton gegenüber den Wählern und den Superdelegierten, dass sie Präsidentschaftskandidatin der Demokraten werden müsse, da nur sie die Stärke habe, McCain bei den US-Präsidentschaftswahlen in den "Swing States" zu schlagen.

Diese Beobachtung gilt jetzt nur noch bei den demokratischen Wählern in den "Swing States". Sie würden nach wie vor lieber Clinton im kommenden Herbst auf dem Wahlzettel sehen.

Laut der letzten nationale Umfrage von CNN, ist Obama sogar in den westlichen Bundesstaaten gut im Rennen - nicht nur in Kalifornien. "Die zehn Bundesstaaten der Rocky Mountains waren traditionell der am stärksten republikanisch geprägte Teil des Landes. Folglich ist es erstaunlich, dass Obama in den Umfragen so gut abschneidet", sagt Politikprofessor Bob Loevy am Colorado College.

In den Nobel-Vororten von Denver, die früher zuverlässig republikanisch wählten, seien einige Vorhaben der Bush-Regierung auf Ablehnung gestoßen, so Loevy. Seine Kriegspolitik, seine Abtreibungspolitik, die Schwulenehe, all das habe selbst traditionelle Republikaner im Westen der Rocky Mountains irritiert.

ayd



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