Berichte über Kokainmissbrauch Sohn von US-Vizepräsident Biden aus Marine entlassen

Sein Intermezzo bei der US-Marine hat ein schnelles Ende gefunden: Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten, wurde offenbar wegen eines positiven Kokainbefundes entlassen. Er zeigt sich tief beschämt.

REUTERS

Washington - "Es war die Ehre meines Lebens, in der US-Marine zu dienen, und ich bedaure zutiefst und schäme mich, dass meine Handlungen zu meiner Entlassung geführt haben": Hunter Biden, Sohn des US-Vizepräsidenten Joe Biden, ist kein Marine-Reservist mehr.

Weshalb die Navy ihn nicht mehr haben will, ließ Biden junior in einer Stellungnahme offen. Aber offenbar hat er einen Drogentest nicht bestanden. Der 44-Jährige sei im Juni 2013 positiv auf Kokain getestet worden, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und das "Wall Street Journal" übereinstimmend. Die Entlassung sei im Februar erfolgt. Ein Sprecher der Marine bestätigte die Termine, äußerte sich aber nicht zu den Gründen für den Rauswurf.

Biden ist Partner in einer Investmentfirma. Er hatte 2012 seinen Dienst als Reservist angetreten und war im Mai 2013 einer Stelle für Öffentlichkeitsarbeit in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia zugeordnet worden. Biden teilte mit, er respektiere die Entscheidung der Navy. "Mit der Liebe und Unterstützung meiner Familie blicke ich nun nach vorne."

Reservisten der Navy sind gewöhnlich ein Wochenende pro Monat und zwei Wochen pro Jahr im Dienst. Obwohl er nicht die Navy-Akademie absolviert hat, wurde Biden aufgenommen - als Teil eines Programms, das Zivilisten mit besonderen Fähigkeiten den Zugang zu den Streitkräften ermöglichen soll.

Der Vizepräsident wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Joe Bidens Büro verwies alle Anfragen an den Anwalt seines Sohnes. Ein wenig peinlich ist die Sache für den Politiker allemal. Laut "Wall Street Journal" betonen Biden und seine Frau Jill immer wieder, wie stolz sie seien, eine Militärfamilie zu sein. Der zweite Sohn Beau Biden war etwa ein Jahr im Irak stationiert. Nachdem Hunter Biden zur Navy gegangen war, sagte Jill Biden, er gehe in den Fußstapfen seiner Großväter, die ebenfalls bei der Marine gedient hätten.

Zuletzt war Hunter Biden in die Kritik geraten, weil er eine der Schaltstellen des ukrainischen Gasproduzenten Burisma übernahm. Den Hardlinern in Russland liefert sein Engagement eine Steilvorlage für ihre Propaganda - und auch Joe Biden musste sich Kritik anhören, es könne innerhalb der Familie zu einem Interessenkonflikt kommen.

ulz/Reuters

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