US-Vorwahlen Clinton droht Iran mit Auslöschung bei Angriff auf Israel

Markige Worte zum Wahlkampf-Endspurt: Hillary Clinton droht Iran mit militärischer "Auslöschung", sollte das Regime Israel mit Atomwaffen angreifen. Kurz zuvor hatte sich die Präsidentschaftsbewerberin bereits in einem Wahlkampfspot zur eisernen Lady stilisiert.


Washington - Je stärker sich die US-Primaries dem Ende neigen, desto schwerer werden die Verbalgeschütze, die die Präsidentschaftsbewerber auffahren. Neuster Rhetorikschlag von US-Senatorin Hillary Clinton ist die Drohung, Iran "auszulöschen", sollte das Regime in Teheran während ihrer Präsidentschaft einen Atomangriff auf Israel starten.

US-Senatorin Clinton: Wir wären in der Lage, Iran "komplett auszulöschen"
AP

US-Senatorin Clinton: Wir wären in der Lage, Iran "komplett auszulöschen"

Auf eine Frage nach ihrer Reaktion in diesem Fall sagte Clinton im TV-Sender ABC: "Wenn ich dann Präsidentin bin, werden wir Iran angreifen, das müssen die Iraner wissen." Sie fügte hinzu: "Wir wären in der Lage, sie (die Iraner) komplett auszulöschen."

Sowohl Clinton als auch ihr demokratischer Konkurrent Barack Obama haben betont, Israel gegen einen möglichen iranischen Angriff verteidigen zu wollen. Unterschiedlicher Auffassung sind sie dagegen bei den Mitteln, um Teheran zum Abbruch seines Atomprogramms zu bewegen. Im Gegensatz zu Clinton will Obama auch direkte Gespräche mit der iranischen Regierung suchen. Der Westen beschuldigt Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet dies.

In der kommenden Nacht stimmen die Parteianhänger der Demokraten im Bundesstaat Pennsylvania darüber ab, welchen der beiden Präsidentschaftskandidaten sie gegen den Republikaner John MacCain ins Rennen schicken wollen.

Clintons Wahlkampfstrategie ist zuletzt deutlich aggressiver geworden. Clinton stilisiert sich selbst zur eisernen Lady, die den sicherheitspolitischen Herausforderungen gewachsen ist. In einem 30-sekündigen Last-Minute-Wahlkampfspot vereint sie Dutzende Bilder des Grauens und des Leids zu einer visuellen Collage der Angst. Unter anderem thematisiert der Werbefilm den Börsencrash von 1929, den Angriff auf Pearl Harbor 1941, die Kuba-Krise 1962, die Ölkrise der siebziger Jahre, Hurrikan Katrina und den Terroristenführer Osama Bin Laden.

Das Team ihres innerparteilichen Rivalen Barack Obama warf der Senatorin daraufhin "Angstmache" vor. Obama hatte angekündigt, im Falle seiner Wahl zu direkten Verhandlungen mit Iran bereit zu sein. Auch ein Treffen mit Irans umstrittenem Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad wollte er nicht auschließen. Clinton hatte diese Haltung wiederholt als naiv gewertet.

ssu/AFP/dpa



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