US-Vorwahlen in South Carolina Gingrich holt ersten Sieg gegen Romney

Das Rennen ist wieder offen. Der frühere Parlamentspräsident Newt Gingrich hat bei den Präsidentschafts-Vorwahlen der US-Republikaner in South Carolina gewonnen - vor dem bisher favorisierten Ex-Gouverneur Mitt Romney.

Anhänger von Newt Gingrich: Jubel über den ersten Sieg
REUTERS

Anhänger von Newt Gingrich: Jubel über den ersten Sieg


Hamburg/Columbia - Der Wahlkampf wurde mit harten Bandagen geführt und hat einen klaren Sieger. Laut CNN bekam Gingrich schon den ersten Prognosen zufolge weit mehr Stimmen als der frühere Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney. Die Sender NBC, ABC und Fox News erklärten den ehemaligen Parlamentspräsidenten bereits zum Sieger.

Laut CNN könnte Gingrich auf 38 Prozent kommen, während Romney bei 29 liegen dürfte. Der Ex-Senator aus Pennsylvania, Rick Santorum, der knapp die Vorwahlen in Iowa gewonnen hatte, würde demnach bei 17 Prozent liegen. Der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul käme auf 15 Prozent. Die eher vage Hochrechnung wurde kurz nach der Schließung der Wahllokale in dem US-Südstaat veröffentlicht.

Nur wenige Minuten später dankte Gingrich bereits via Twitter seinen Anhängern für den Sieg. Nächstes Ziel sei nun, bei den Vorwahlen in Florida zum "Knockout Punch", zum entscheidenden Schlag, auszuholen. Gleichzeitig warb er um mehr Geld für seine Kampagne.

Der Vorwahlsieger kann sich bis zu 25 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Partei im August sichern, wo insgesamt 1144 Stimmen für eine Aufstellung zum Herausforderer des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama erforderlich sind. Insgesamt gibt es 2286 Stimmen. Bei den sogenannten Primaries waren in South Carolina am Samstag alle registrierten Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen, unabhängig davon, ob sie Mitglied bei den Republikanern sind.

Romney galt noch bis vor wenigen Tagen als großer Favorit in South Carolina, aber es gelang ihm nicht, seinen Vorsprung in den Umfragen zu behaupten. Gingrich hatte ihn in den letzten Tagen in der Wählergunst ein- und offenbar auch überholt. Romney war zuletzt massiv unter Druck geraten, weil er eingeräumt hatte, deutlich weniger Steuern zu zahlen als die meisten Normalverdiener in den USA. Der von hoher Arbeitslosigkeit gezeichnete Bundesstaat im Süden der USA ist eine Hochburg der religiösen Rechten.

Mit Gingrichs Sieg ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner wieder völlig offen. Ein Sieg des Ex-Unternehmers und Multimillionärs Romney hätte nach Einschätzung vieler Beobachter eine Vorentscheidung bedeuten können. Er hatte zuvor die Vorwahl in New Hampshire gewonnen und war in Iowa nur hauchdünn an einem Sieg vorbeigeschrammt.

Mitt Romney gratulierte seinem Widersacher bereits in einer Rede zu dessen Sieg. "Dieses Rennen wird jetzt sogar noch interessanter", sagte der 64-Jährige. Es stehe ein harter Kampf bevor. "Wir müssen noch einen weiten Weg gehen."

Bisher hat aber jeder der republikanischen Bewerber seit 1980, der sich in South Carolina durchsetzen konnte, die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten gewonnen. Die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt.

rüd/dpa, AFP, AP, Reuters



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Seite 1
kjartan75 22.01.2012
1. Gingrich gegen Obama keine Chance
Zitat von sysopDas Rennen ist wieder offen. Der früherer Parlamentspräsident Newt Gingrich hat bei den Präsidentschafts-Vorwahlen der US-Republikaner in South Carolina gewonnen - vor dem bisher favorisierten Ex-Gouverneur Mitt Romney. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810607,00.html
Wenn Gingrich tatsächlich Herausforderer von Obama wird, hat die "GOP" keine Chance. Jedenfalls ein wie so oft interessantes Rennen in den Primaries.
ulrik remy 22.01.2012
2. P.S. zu meinem vorherigen Beitrag
Um es ganz klar zu machen: Ich habe keine wie auch immer geartete Sympathie für Newt Gingrich. Ich halte ihn für einen der schlausten und dümmsten Politiker der amerikanischen Rechten - und für einen der gefährlichsten. Aber ein Start-Ziel-Sieg für Romney wäre ebenfalls gefährlich gewesen. Jetzt, nach South Carolina, werden sie sich erst richtig die gegenseitigen Köpfe einschlagen - die Ultra-Christen unterstützen den tapferen Santorum, die Raffzähne unterstützen den Schleimer Romney, und vielleicht tritt ja der vollwaffelgeklatschte Ron Paul mit einer neuen Partei an - ach, wär das schön! Es wäre ein Spiegelbild der 2000er Wahl, als der ebenfalls vollwaffelgeklatschte Ralph Nader dem demokratischen Kandidaten Al Gore den sicheren Sieg vermasselt hat.
DieterHetzelberger 22.01.2012
3.
Zitat von sysopDas Rennen ist wieder offen. Der früherer Parlamentspräsident Newt Gingrich hat bei den Präsidentschafts-Vorwahlen der US-Republikaner in South Carolina gewonnen - vor dem bisher favorisierten Ex-Gouverneur Mitt Romney. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810607,00.html
Was kann man dazu nur sagen? Obama wird verlieren und ein Repupblikaner erobert das Weisse Haus.
suryasuryata 22.01.2012
4. Ein Zirkus
Zitat von sysopDas Rennen ist wieder offen. Der früherer Parlamentspräsident Newt Gingrich hat bei den Präsidentschafts-Vorwahlen der US-Republikaner in South Carolina gewonnen - vor dem bisher favorisierten Ex-Gouverneur Mitt Romney. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,810607,00.html
Wer kann diesen mediengezinkten Zirkus noch laenger ertragen? Wenn wunderts?; die beiden ersten in SC werden vom Establishment unterstuetzt und finanziert von jenen, die Ron Paul zurecht in die Wueste schicken moechte. Amerikaner, die allerdings an einer einigermassen ertraeglichen Zukunft noch interessiert sind, koennen nur fuer Ron Paul votieren – nur wie denn, wenn er von fast allen „westlichen“ Medien konsequent ignoriert wird? Das US Establishment glaubt wohl, dass sie ihren Status Quo auf der heutigen Basis halten koennen und weiter „in denial“ sind, den Schuldenberg von 15 Billionen Dollar ignorieren, die Niederlagen in den Kriegen verdraengen, die Armeepraesenz im Ausland heroisieren und den FED tolerieren, solange er ihre aus duenner Luft gedruckten Scheine anliefert. Noch glauben sie an den „American Dream“; der – und wenn nicht mit Ron Paul – dann mit hoechster Wahrscheinlichkeit zum Alptraum wird. Ich war kuerzlich in Florida und war angewidert, wie diese gehirnlose Oberschicht darueber denkt. Showbusiness pur; doch irgendwo spuerte man doch Angst; Angst vor Ron Paul und seinem Programm, weil doch im Unterbewusstsein etwas vorhanden ist, das die Realitaet verdraengen soll. Und diese waere eine konsequente Radikalkur aber mindestens mit einer Perspektive fuer eine erspriesslichere Zukunft. Wer nicht Ron Paul waehlt, vergibt diese!
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