Umfragewerte im US-Vorwahlkampf Ben Carson überholt Trump

Erstmals seit Monaten liegt Donald Trump nicht vorn: US-Präsidentschaftsbewerber Ben Carson hat ihn in einer neuen Umfrage von Platz eins bei den Republikanern verdrängt. Jeb Bush liegt weit abgeschlagen zurück.

Trump (l.) und Carson (r.): Die beiden Republikaner liegen in Umfragen dicht beieinander
AFP

Trump (l.) und Carson (r.): Die beiden Republikaner liegen in Umfragen dicht beieinander


Monatelang war Donald Trump die unangefochtene Nummer eins. Der für seine Ausfälle berüchtigte US-Republikaner lag in Umfragen zur republikanischen Präsidentschaftskandidatur immer wieder klar vorn. Jetzt gibt es offenbar einen neuen Favoriten: In einer aktuellen Erhebung hängt Ben Carson den omnipräsenten Trump ab.

Der Milliardär Trump mischt seit der Verkündung seiner Bewerbung Mitte Juni das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur auf und schlachtet vor allem das Thema illegale Einwanderung populistisch aus. Immer wieder attackierte er dabei Parteikollegen - auch Carson. Trump kritisierte etwa die "mangelnde Energie" des Neuromediziners und stichelte gegen dessen Glaubensrichtung, den Siebenten-Tags-Adventismus.

Einer gemeinsamen Umfrage des TV-Senders CBS News und der "New York Times" zufolge sprechen sich nun rund 26 Prozent der Befragten für Carson aus. Trump landete mit rund 22 Prozent auf dem zweiten Platz. Insgesamt wurden 575 Wähler befragt.

Ein Trost für Trump: 55 Prozent derjenigen, die sich in der aktuellen Umfrage für ihn aussprachen, gaben an, ihn auch bei den Präsidentschaftswahlen im November 2016 wählen zu wollen. Die Unterstützer Carsons waren sich dagegen noch nicht so sicher - 80 Prozent von ihnen gaben an, dass es zu früh sei, um sich endgültig für Carson zu entscheiden.

Weit abgeschlagen hinter Carson und Trump lagen die Mitbewerber Marco Rubio, Jeb Bush und Carly Fiorina. Besonders für Bush dürfte das ein harter Schlag sein, galt er doch noch im Sommer als Favorit bei den Republikanern. Am Mittwochabend könnte sich in einer dritten TV-Debatte entscheiden, welche Kandidaten im Rennen um die Kandidatur durchhalten.

kry/Reuters



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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
EinJemand 27.10.2015
1.
Praktisch, dass der Military-Industrial-Complex zwei Faktionen hat -- Demokraten und Republikaner -- und es somit in diesem Zwei-Parteien-System immer zum Gewinn kommt... und die Mainstream-Medien weltweit machen mit!
johannesraabe 27.10.2015
2.
Die Umfragen sind wertlos. Man sollte den Start der Vorwahlen abwarten.
Atheist_Crusader 27.10.2015
3.
Man möchte sagen: Gut. Aber leider ist Carson kein Stückchen weniger wahnsinnig als Trump. Nur in anderen Bereichen. Der Mann hält die Evolutionstheorie für ein Werkzeug Satans, glaubt dass Waffenkontrollgesetze den Holocaust ermöglicht haben und vergleicht Abtreibung mit Sklaverei (weil schwangere Frauen sich ja die Herrschaft über ein fremdes Leben anmaßen würden). Es ist ein trauriges Zeugnis für die USA, wenn solche Leute immer wieder Gehör finden.
martha_rosentreter, 27.10.2015
4.
Großmaul gegen Akademiker, Weiß gegen Schwarz. Amerika hat wohl die historische Chance, zum zweiten Mal, und auch noch hintereinander, einen afroamerikanischen Präsidenten zu bekommen.
Ein_denkender_Querulant 27.10.2015
5. 575 Wähler
Extrem repräsentativ ....
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