Spenden im US-Wahlkampf: Obama umgarnt die Superreichen

Von , New York

Ein Geheimvideo entblößt Mitt Romney als Snob - Rivale Barack Obama inszeniert sich prompt als Mann des Volkes. Dabei buhlt auch er hinter verschlossenen Türen um die Millionen der Superreichen. Im womöglich teuersten Wahlkampf aller Zeiten entscheidet das Geld über den Sieg.

US-Wahlkampf: Obama bei Letterman Fotos
REUTERS

Gold. Das ist der erste bleibende Eindruck im "40/40". Der Nightclub des Musikmoguls Jay-Z in Manhattan funkelt aus allen Ecken. Hinter der Bar prangt ein Sechs-Meter-Turm aus 350 goldenen Champagnerflaschen der HipHop-Kultmarke Armand de Brignac (300 Dollar pro Flasche). Goldene Stufen führen zu Ledersofas hinter gold-gläsernen Balustraden.

Ausgerechnet in diesem Luxusambiente versucht Barack Obama am Dienstagabend, sich als Präsident für alle zu präsentieren, für Reiche wie Arme. Die Armen müssen aber draußen bleiben, im strömenden Regen hinter den Barrikaden, mit denen die Polizei den Broadway, die 25th Street und den Madison Square gegenüber abgeriegelt hat.

Drinnen drängeln sich 100 Gäste, pro Kopf haben sie dafür 40.000 Dollar gelöhnt. Obama macht einen auf vertraut, nennt Jay-Z und Gattin Beyoncé "Jay und Bey", vergleicht sich mit dem Rap-Star: "Wir beide haben Töchter, und unsere Frauen sind populärer als wir."

Es ist Obamas dritte und letzte Station des Tages. Erst ein Auftritt beim TV-Talker David Letterman, danach zwei Spendengalas in der etwas angestaubten VIP-Absteige Waldorf Astoria und im "40/40". Dank der saftigen Preise fließen so allein in dieser Nacht 6,5 Millionen Dollar in Obamas Kampfkasse.

Pikantes Timing: Seit 24 Stunden wirbelt das lancierte Video eines ähnlichen Spendentreffs den Wahlkampf durcheinander. In jenem Fall sprach Obamas republikanischer Rivale Mitt Romney vor Hedgefonds-Millionären. Seine heimlich mitgeschnittenen Worte offenbarten elitäres Denken: 47 Prozent der Amerikaner, dozierte er, zahlten keine Einkommensteuer und lägen dem Staat nur nörgelnd auf der Tasche - sollen sie doch Obama wählen.

Für diesen eigentlich ein Traum, bestätigt das Video doch das Image vom kalten Krösus, das Obama seinem Gegner seit langem anzuheften versucht. "Romneys Bemerkungen sind eine Country-Club-Phantasie", echauffiert sich selbst der konservative Kolumnist David Brooks in der "New York Times". "So etwas sagen selbstzufriedene Millionäre einander."

Ohne die Millionen der Millionäre kommt auch Obama nicht aus

Zu dumm, dass Obama den Tag darauf selbst damit verbringt, Millionäre zu hofieren. Seine Fundraising-Tour durch New York weckt nicht minder leise Zweifel an seinem Anspruch, im Gegensatz zu Romney "für jeden zu arbeiten". Denn den wahren Wahlkampf tragen beide nicht auf der Straße aus. Sondern hinter verschlossenen Türen, es geht um die Superreichen.

Es ist dieser Kampf ums große Geld, um Spenden, Spesen und TV-Spots, der am Ende wohl wirklich bestimmt, wo es langgeht. Sicher, Romney mag sich selbst mit seinem Standesdünkel jetzt gründlich sabotiert haben. Aber Obama weiß: Ohne die Millionen der Millionäre wird auch er nicht auskommen.

Zwar lässt er sofort ein neues Web-Video basteln, in dem sich Wähler über Romneys Snobismus empören ("Mir ist richtig schlecht"). Zwar nutzt er seine nunmehr zweite Amtsvisite bei Letterman, um sich als Mann des Volkes zu gerieren, von der Brauerei im Weißen Haus zu plaudern und allen zu versichern: "Wenn du Präsident bist, musst du für alle arbeiten, nicht für einige wenige." Da jubelt das Publikum, obwohl Letterman im Scherz in die Menge ruft: "Das kostet hier 50.000 Dollar pro Sitzplatz."

Doch während diese 36 TV-Minuten (plus fünf Werbepausen) die Wähler daheim von Obamas charmanter Bodenständigkeit überzeugen sollen, dient der Rest des Abends einem viel wichtigeren Ziel - jene Top-Finanziers zu umschmeicheln, die ihn 2008 so enthusiastisch unterstützt haben, dieses Jahr aber zaudern.

Viel Zeit bleibt nicht mehr. "Sieben Wochen sind schnell vorbei", mahnt Obama die 200 Spender im Waldorf Astoria, die pro Tisch 12.500 Dollar hingeblättert haben. "Ich bitte jeden hier, sich die nächsten sieben Wochen wirklich auf diese Wahl zu konzentrieren." Im Klartext: Öffnet eure Brieftaschen. Die Republikaner-Mäzene schrieben "Zehn-Millionen-Schecks" aus, fährt Obama fort. "Mit diesen Leuten brauchen wir nicht Dollar für Dollar gleichzuziehen. Können wir auch nicht."

Es könnte der teuerste Wahlkampf aller Zeiten werden

In der Tat ist es ein unfaires Finanzrennen zwischen dem Private-Equity-Fürsten und dem Ex-Sozialarbeiter. Experten rechnen damit, dass der diesjährige Präsidentschafts- und Kongresswahlkampf erstmals insgesamt mehr als sechs Milliarden Dollar verschlingen wird.

Im direkten Spendenvergleich führt Obama da zwar noch: Bisher hat er 348,4 Millionen Dollar sammeln können (Top-Spender: University of California, Microsoft, Google) - 155 Millionen Dollar mehr als Romney (Top-Spender: Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley).

Doch private, unregulierte Spendenclubs verzerren das Bild. 245 Millionen Dollar haben diese "Super-PACs" bislang in Wahlwerbung gesteckt. Das meiste kam von Anti-Obama-Gruppen, darunter Restore Our Future (83 Millionen Dollar) und Americans for Prosperity (31 Millionen Dollar). Die einsame Demokraten-Gruppe Priorities USA Action konnte nur 27 Millionen Dollar dagegenhalten.

Kein Wunder, dass Obama - der sich mit dem Spenden-Kotau lange schwertat - in Manhattan Klinken putzt. Im "40/40" preist er sich selbst: "Wir haben große Fortschritte erzielt." Beschwört den Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Mythos: "Wir wissen, wie es ist, wenn man nichts hat." Und appelliert an die Geldgeber: "Wir werden in den nächsten sieben Wochen Geschichte schreiben - wenn ihr weiter zu mir haltet."

Nach 15 Minuten ist die Bettelpflicht getan. Obamas Autokolonne prescht durch den Sturm zum Flughafen, wo der Präsidentenjumbo Air Force One wartet. Noch bevor der abhebt, hat das Weiße Haus Obamas New Yorker Spenden-Reden im Wortlaut veröffentlicht, wie immer.

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insgesamt 21 Beiträge
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1. ...
cabrioheinz 19.09.2012
Zitat von sysopIm womöglich teuersten Wahlkampf aller Zeiten entscheidet das Geld über den Sieg. US-Wahl 2012: Obama wirbt um Spenden der Millionäre - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,856643,00.html)
Das überrascht mich jetzt doch sehr. Hat denn SPON nicht erst gestern ausführlich darüber berichtet, dass Romney aufgrund seiner Patzer die Wahl schon verloren hätte?
2. spon - nachrichten mit halbwertszeit ...
collapsar 19.09.2012
... und zwar einer kurzen: gestern: mitt romney kann die wahl abschreiben, weil er sich selbst demontiert hat. heute: das geld entscheidet über den sieg. ... und die beiden aussagen würden nur zusammenpassen, wenn romney mit seiner sozialschmarotzerrede die mehrheit seiner sponsoren vergrault hätte. zu diesem szenario kann sich wohl jeder leser seine eigene meinung bilden. leider mutiert spon zunehmend von einer ernstzunehmenden nachrichtenquelle zu einer litfaßsäule mit redaktionell ergänzten sensationsschlagzeilen. vielleicht sollte sich das unternehmen überlegen, ob es sich wieder stärker an den bedürfnissen seiner leser ausrichtet, anstatt sie wie zahl- und clickvieh zu behandeln. mfg, carsten
3. Der Unterschied
gandhiforever 19.09.2012
Zitat von sysopEin Geheimvideo entblößt Mitt Romney als Snob - Rivale Barack Obama inszeniert sich prompt als Mann des Volkes. Dabei buhlt auch er hinter verschlossenen Türen um die Millionen der Superreichen. Im womöglich teuersten Wahlkampf aller Zeiten entscheidet das Geld über den Sieg. US-Wahl 2012: Obama wirbt um Spenden der Millionäre - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,856643,00.html)
Romney laesst sich von Superreichen umgarnen, weil diese sich von ihrer Unvestition Riesengewinne in Form von weiteren Steuergeschenken versprechen, Obama umgarnt Superreiche, denen das asoziale Verhalten der Republikaner zuwider ist. Oder, um den ehemaligen Konkurrenten von Romney, Rick Santorum zu zitieren, "die Elite und die intelligenten Leute werden niemals auf unserer Seite sein".
4. optional
user1991 19.09.2012
Das ist eben der Unterschied zwischen Romney und Obama. Obama weiß, dass auch die Reden auf den privatesten Spendengalas, irgendwann öffentlich werden. Deshalb wählt er auch hier seine Worte mit bedacht, Romney ist dagegen ein typischer Republikaner und redet gern frei Schnauze und setzt auf Populismus, aber das geht in den letzten jahren regelmäßig schief.
5. Obama oder nicht Obama...
euroberliner 19.09.2012
...ist doch so egal. Egal wär US-Präsident ist oder wird, das System der USA wird doch nicht verändert. Nur wer Superreiche zufrieden stellt, wird belohnt. Spenden zeigen doch deutlich, dass es garnicht um Politik geht. Die USA ist in meinen Augen, eine "Scheindemokratie". Ausbeutung der Menschen ist das oberste Ziel eines jeden US-Präsidenten. Zumindest wird Ihm das nahegelegt, von den Superreichen.
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US-Wahlkampf: Romneys Patzer-Serie

Twitter zu Romney

Fläche: 9.632.000 km²

Bevölkerung: 310,384 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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US-Wahl
Wahl des Präsidenten
In den USA liegt die exekutive Gewalt grundsätzlich beim Präsidenten, der Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte in einer Person ist. Der Präsident wird alle vier Jahre neu gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist eine indirekte Wahl: Am Wahltag, der immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November stattfindet, wählt die US-Bevölkerung in jedem Bundesstaat Wahlmänner. Diese bilden das Wahlmännergremium, das offiziell erst im Dezember den Präsidenten und seinen Vize wählt. Dabei gilt in den allermeisten Bundesstaaten das Mehrheitswahlrecht: Die Wahlmänner eines Bundesstaates stimmen alle für den Präsidentschaftskandidaten, der in ihrem Staat die meisten Stimmen bekommen hat. Für den Gegner sind alle Wahlmänner verloren - egal wie knapp das Ergebnis ist ("Winner takes all"-Prinzip).
Parteien und Swing States
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet: Praktisch spielen nur die demokratische und die republikanische Partei eine Rolle. Da in vielen Bundesstaaten die Mehrzahl der Wähler traditionell einer der beiden Parteien zugetan sind, steht in diesen Staaten praktisch fest, für welchen Kandidaten die Wahlmänner dieses Staates stimmen werden.
In anderen ist der Ausgang der Wahl hingegen offen: Sie werden als umkämpfte Staaten oder Swing States bezeichnet. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf der Kontrahenten. Besonders die bevölkerungsreichen unter ihnen wie Ohio und Florida stehen im Fokus der Wahlkampfstrategen, da sie viele Wahlmänner im Wahlmännergremium stellen und damit für den Ausgang der Präsidentschaftswahl entscheidend sein können.
Wahlmänner
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt von Wahlmännern ("electors"). Ein Wahlmann ist ein Bürger, den die Einwohner eines US-Bundesstaates gewählt haben, damit er oder sie in einem landesweiten Gremium in ihrem Namen seine Stimme für den Präsidenten und den Vizepräsidenten abgibt. Die Wahlmänner werden von ihrer jeweiligen Partei in einem Auswahlprozess aufgestellt, der von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden ist. Normalerweise nominieren die Parteien sie auf einem Parteitag im jeweiligen Bundesstaat, oder der Zentralausschuss ("central committee") der Partei stellt sie auf.
Am Wahltag geben die Wähler jedes Bundesstaates ihre Stimme für einen der Präsidentschaftskandidaten ab. Da die Wahl indirekt ist, wählen sie damit Wahlmänner, die dann nach dem eigentlichen Präsidentschaftswahltag in dem bundesstaatenübergreifenden Wahlmännergremium ("electoral college") ihre Stimme für ihren Präsidentschaftskandidaten und seinen Vize abgeben.
Welche Wahlmänner aus einem Bundesstaat in das Wahlmännergremium geschickt werden, wird in 48 US-Bundesstaaten nach dem Mehrheitswahlrecht ermittelt: Alle von einem Staat entsandten Wahlmänner gehören derselben Partei an, selbst wenn diese in dem betreffenden Staat nur mit einem hauchdünnem Vorsprung gewonnen haben sollte ("Winner takes all").
Wie viele Delegierte ein Bundesstaat entsendet, ist von seiner Größe abhängig. Jeder Staat schickt so viele gewählte Electors, wie er Senatoren und Abgeordnete im Kongress stellt. Die meisten Wahlmänner, nämlich 55, hat zurzeit Kalifornien, gefolgt von New York (31) und Florida (27). Bevölkerungsarme Staaten wie zum Beispiel Alaska oder Montana entsenden das Minimum von drei Wahlmännern. Obwohl der Hauptstadtbezirk Washington D.C. keine stimmberechtigten Vertreter im Kongress hat, entsendet auch er drei Wahlmänner ins Gremium.
Wahlmännergremium
Das Electoral College ist ein Kollegium von insgesamt 538 Vertretern der einzelnen US-Bundesstaaten, das den US-Präsidenten und seinen Vize wählt - denn Amerikas Bürger entscheiden nicht direkt darüber, wer sie regiert, sondern nur über die Zusammensetzung des Gremiums, das den Präsidenten wählt.
Das Wahlmännergremium tritt physisch nie an einem Ort zusammen. Stattdessen versammeln sich die Wahlmänner im Dezember nach der Wahl durch das Volk in den Hauptstädten ihrer Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Dabei richten sie sich in ihrer Entscheidung traditionell nach dem Votum des Volkes, zwingend vorgeschrieben ist das jedoch nicht in allen Staaten. Die Wahlmänner-Stimmen werden dann nach Washington geschickt, wo sie während einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Januar ausgezählt werden. Der amtierende Vizepräsident kann dann endlich das offizielle Ergebnis der Präsidentschaftswahlen verkünden, das in der Regel ja schon kurz nach der allgemeinen Wahl bekannt ist, weil die Zahl der Wahlmänner jedes Kandidaten feststeht.
Wenn keiner der Präsidentschaftskandidaten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, sieht der 12. Zusatzartikel der Verfassung vor, dass die Wahl durch das Repräsentantenhaus entschieden wird. In diesem Fall wählt das Repräsentantenhaus den Präsidenten per Mehrheitsentscheid unter den drei Kandidaten aus, die die höchste Anzahl an Wahlmännerstimmen erhalten haben. Jeder Staat gibt dann eine Stimme ab. Wenn keiner der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten die Mehrheit der Wahlmännerstimmen erhält, entscheidet hingegen der Senat per Mehrheitsentscheid über den Vizepräsidenten, wobei sich jeder Senator für einen der beiden Kandidaten mit der größten Anzahl an Wahlmännerstimmen entscheiden muss.
"Winner takes all"
In 48 US-Bundesstaaten gilt bei den Präsidentschaftswahlen das Mehrheitswahlrecht: Alle Wahlmännerstimmen eines Staates werden komplett dem Präsidentschaftskandidaten zugeordnet, der in diesem Bundesstaat die meisten Wählerstimmen erhalten hat - "Der Sieger bekommt alles" ("The winner takes it all"). Der in diesem Staat unterlegene Präsidentschaftskandidat geht leer aus, ganz gleich wie viele Stimmen der Bürger er auf sich vereinigen konnte - diese Stimmen entfallen.
Präsident wird, wer die Mehrheit der Stimmen von den Wahlmännern bekommt, die jeder einzelne Bundesstaat in das staatenübergreifende Wahlmännergremium (electoral college) schickt. Ob der Präsidentschaftskandidat auch die Mehrheit der in den USA abgegebenen Stimmen (popular vote) bekommen hat, ist für die Präsidentenwahl hingegen nicht entscheidend. So führt das Prinzip "Der Sieger bekommt alles" dazu, dass die Wahl kein genaues Bild vom wahren Kräfteverhältnis im ganzen Land gibt.
Nur in den Bundesstaaten Nebraska und Maine gilt das System des "Winner takes all" nicht. Hier werden die Wahlmänner nach dem Verhältniswahlrecht ermittelt: Die Wahlmännerstimmen werden proportional zu den auf die Kandidaten entfallenen Wählerstimmen zwischen den Parteien aufgeteilt.