US-Wahlkampf Edwards gibt auf - Duell zwischen Obama und Clinton

Die Konkurrenz war zu mächtig: Der demokratische Präsidentschaftsbewerber John Edwards steigt aus dem Vorwahlkampf um das Weiße Haus aus. In keinem einzigen Bundesstaat hatte sich Edwards gegen seine demokratischen Mitbewerber Hillary Clinton und Barack Obama durchsetzen können.


Washington - Nach seiner Niederlage bei den Vorwahlen in Florida hat der Demokrat John Edwards seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur zurückgezogen. Sein Wahlkampfbüro in Washington bestätigte den Ausstieg Edwards aus dem Vorwahlkampf um das Weiße Haus. "Es ist Zeit für mich abzutreten, so dass sich die Geschichte ihren Weg bahnen kann", sagte er am Abend bei seiner offiziellen Verzichtserklärung.

Demokrat Edwards: Nach vier Niederlagen gibt er auf
AFP

Demokrat Edwards: Nach vier Niederlagen gibt er auf

Seit dem Beginn der Vorwahlen Anfang Januar hatte der 54-jährige Edwards in keinem einzigen Bundesstaat gegen seine beiden demokratischen Mitbewerber Hillary Clinton und Barack Obama den Sieg davongetragen. Auch in Florida war er hinter Clinton und Obama auf Platz drei gelandet.

Der frühere Senator von North Carolina hatte sich bereits 2004 an der Seite des Präsidentschaftkandidaten John Kerry um das Vizeamt beworben. Seine Chancen, beim zweiten Anlauf Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden, wurden von Beginn an von Beobachtern als gering eingeschätzt, er galt als verbraucht.

Zudem konzentrierte sich das Medieninteresse schon früh ganz auf das Duell Obama gegen Clinton. "Sind wir nur zwei oder drei?", fragte Edwards bei einer TV-Debatte vergangene Woche. Edwards' Wahlkampf war überschattet von einer erneuten Erkrankung seiner Frau an Brustkrebs, den sie überwunden geglaubt hatte. In einer gefühlsbetonten Pressekonferenz kündigten beide im März an, dass Edwards dennoch an der Kandidatur festhalten werde.

Wen wird Edwards unterstützen?

Mit Spannung wird erwartet, welchen der verbliebenen Bewerber Edwards nach seinem Ausscheiden unterstützen wird. Ein Berater, der nicht genannt werden wollte, erklärte, Edwards werde sich zunächst für keinen der beiden aussprechen. Kommentatoren im US- Fernsehen wagten zunächst nur folgende Prognose: "Auf alle Fälle nicht Hillary Clinton." Die Gattin des Ex-Präsidenten "symbolisiert genau das,was Edwards bekämpft". Das "alte Washington", das viel zu eng mit den Lobbies "turtelt", das sich durch Spendengelder der Unternehmen gefügig machen lässt und darüber die Menschen auf der Schattenseite aus den Augen verliert.

Künftig treten nur noch Clinton und Obama um die Präsidentschaftskandidatur bei den Demokraten. Am kommenden Dienstag, dem sogenannten "Super Tuesday", finden insgesamt 22 Vorwahlen statt, bei denen dann voraussichtlich die Entscheidung über die Kandidaten fällt.

amz/AP/dpa



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