US-Wahlkampf Obama will von Europa mehr Einsatz in Afghanistan

Barack Obama hat sich in die Afghanistan-Politik eingeschaltet. Mit drastischen Worten forderte der führende Präsidentschaftskandidat der Demokraten die europäischen Nato-Partner zu deutlich mehr Einsatz am Hindukusch auf. Es sei untragbar, dass dort nur Amerikaner und Briten die "Drecksarbeit" machten.


Obama: Europäer in die Pflicht genommen
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Obama: Europäer in die Pflicht genommen

Beaumont - Barack Obama als Außenpolitiker: Der demokratische Präsidentschaftskandidat hat die europäischen Nato-Verbündeten zu deutlich mehr Einsatz in Afghanistan aufgerufen. "Ich habe sehr klar gesagt, dass wir von ihnen mehr Unterstützung brauchen", sagte der Senator aus Illinois. "Wir müssen vielleicht einige der Beschränkungen aufheben, die sie ihren Truppen dort auferlegt haben."

Die Situation am Hindukusch sei untragbar, wo "von den USA und Großbritannien verlangt wird, die Drecksarbeit zu machen, und niemand sonst sich tatsächlich Feuergefechte mit den Taliban liefern will". Namen von einzelnen Staaten nannte Obama nicht.

Die Hauptlast der Kämpfe in Afghanistan wird von den angelsächsischen Staaten sowie den Niederlanden getragen. Deutschland, Italien und Spanien beschränken ihre Truppeneinsätze auf die vergleichsweise ruhigen Teile des Landes. Die Bundesregierung hat wiederholt einen Einsatz der Bundeswehr im umkämpften Süden des Landes abgelehnt.

Rekordsummen für Wahlkampagne

Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten sammeln Obama und seine Rivalin Hillary Clinton derweil Rekordsummen zur Finanzierung ihrer Wahlkampagne. Im Februar habe die frühere First Lady 35 Millionen Dollar an Spendengeldern gesammelt, gab der Leiter ihres Wahlkampfteams, Terry McAuliffe, bekannt. Damit übertraf sie den bisherigen Höchststand von 32 Millionen Dollar, die ihr Kontrahent Obama im Januar für seine Kampagne verbucht hatte.

Einer seiner Sprecher teilte jedoch mit, dass der Senator aus Illinois im Februar "weitgehend mehr" Spenden eingenommen habe als Clinton. Eine genaue Summe nannte er allerdings nicht.

als/AFP/Reuters

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