US-Wahlkampf: Russland verbittet sich Romneys Kreml-Kritik

Moskau müsse mit "mehr Rückgrat" rechnen, wenn er erstmal im Weißen Haus sitzt: Mit diesem markigen Worten begeistert Mitt Romney seine konservativen Wähler - im Kreml kommt er dagegen gar nicht gut an. Ein Sprecher von Präsident Putin mahnte den Republikaner zur Mäßigung.

Republikaner Romney: Klare Worte nach Moskau - klare Worte aus Moskau Zur Großansicht
AP

Republikaner Romney: Klare Worte nach Moskau - klare Worte aus Moskau

Tampa - Mitt Romney hatte sich alle Mühe gegeben, eine kämpferische Antrittsrede beim Parteitag in Florida zu halten - und kräftig ausgeteilt. Kaum eine Facette der Politik von Präsident Barack Obama, die der Republikaner nicht kritisiert hätte. So auch dessen Russland-Politik. Damit jedoch hat er sich in Moskau keine Freunde gemacht. Die russische Regierung hat die Kreml-kritischen Äußerungen des Präsidentschaftskandidaten nun scharf zurückgewiesen.

"Moskau und Washington haben wiederholt deutlich gemacht, dass es unzulässig ist, bilaterale Beziehungen zum Opfer und zur Geisel von Wahlkämpfen zu machen", sagte der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Freitag der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Romney hatte am Donnerstag in seiner Nominierungsrede angekündigt, sollte er ins Weiße Haus einziehen, müsse sich Putin auf "etwas mehr Rückgrat" einstellen. Der Obama-Regierung warf er vor, im Streit mit Russland um das Raketenabwehrsystem in Osteuropa nachgegeben zu haben, um mehr "Flexibilität" gegenüber Moskau zu haben. Damit sorgte er zwar für Beifall in der Halle - aber auch für Ärger in der russischen Regierung.

Peskow sagte, solche Äußerungen seien nicht gut. Russland sehe diese zudem nicht als den offiziellen Standpunkt Washingtons an und werde weiterhin daran arbeiten, die Beziehungen zu den USA zu verbessern.

jok/AFP

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1. Oh Mann!
vhe 31.08.2012
Wen hat der Kerl eigentlich noch nicht vergrätzt? Für die Teelichter ist er ein Kommunist, fuer die normalen Republikaner-Wähler ein Wendehals und fuer den Rest der Welt ein Volltrottel. Bin schon gespannt, wie er später mal mit den Russen Kompromisse bzgl. Syrien oder Iran aushandeln will.
2. Oh Je !!
pleuran 31.08.2012
Ich frage mich was das soll !! der macht sich doch zum Welt trottel wer nimmt den denn noch ernst !! ich kann mir nicht vorstellen das der Präsident wird der ist dumm wie Sarah Palen !!
3. Dr.
Redigel 31.08.2012
Zitat von vheWen hat der Kerl eigentlich noch nicht vergrätzt? Für die Teelichter ist er ein Kommunist, fuer die normalen Republikaner-Wähler ein Wendehals und fuer den Rest der Welt ein Volltrottel. Bin schon gespannt, wie er später mal mit den Russen Kompromisse bzgl. Syrien oder Iran aushandeln will.
Und ich frag mich, was seine Wähler letztlich sind (Rückschluss). Reich gesegnet an Intellekt und Diplomatie sind die Reps samt Wähler definitiv nicht...
4. Da hat Romney schon das nächste ...
sapperlot 31.08.2012
... Fettnäpfchen voll erwischt. Der Mann ist ja brandgefährlich. Hätte ein Präsident im Kalten Krieg nach dem, was Romney hier sagt und schon vorher gesagt hat, gehandelt, gäbe es vermutlich weite Teile dieses Planete nicht mehr. Dan nächste Fettnäpfchen, das er vermutlich schon anpeilt, ist dann wohl der Nahe Osten, also Iran, Syrien .... Man sieht auch an ihm, dass religiöse Fanatiker ein völlig irreales Weltbild pflegen, könnte ihn in eine Reihe stellen mit Ajatollah Ali Chamenei oder den früheren IRA-Führern (die Liste ließe sich problemlos verlängern). Ihnen allen ist eines gemeinsam: Engstirnigkeit, gepaart mit einer massiven Selbstüberschätzung. Was von ihm in der Wirtschftspolitik zu erwarten ist, kann man an seinem Umgang mit Steuern (Offshore-Konten) und der Wahrheit sehen, auch seine Versprechen laufen nur auf krudesten Kapitalismus hinaus. Übrigens halte ich seinen designierten Vize noch für viel gefährlicher, weil bei ihm noch eine fatale Art von Charisma dazu kommt. Diese beiden: besser nicht!
5.
wulffleinwegdich 31.08.2012
an ist ja schon so einiges gewöhnt was "Qualität" von Politikern angeht, insbesondere aus USA aber mittlerweile auch hier in Europa. Dieser Vollpfosten aber toppt alles. Sollte der wirklich Präsident der (noch) grössten Wirtschaftmacht auf diesem Planeten werden verstehe ich die Welt nicht mehr.
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