Ermittlungen zur Russland-Affäre Manafort-Anwälte gaben Mueller-Ergebnisse an Trumps Anwälte weiter

Was hat der Ex-Wahlkampfchef von Donald Trump dem Sonderermittler Robert Mueller erzählt? Einem Medienbericht zufolge sollen sich die Anwälte von Paul Manafort und Trump darüber in Kenntnis gesetzt haben.

Paul Manafort
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Paul Manafort


Die Aussagen des ehemaligen Wahlkampfchefs von Donald Trump, Paul Manafort, sorgen weiter für Aufsehen. Zunächst war bekannt geworden, dass Sonderermittler Robert Mueller offenbar davon ausgeht, dass Manafort ihm gegenüber falsche Angaben gemacht hat - obwohl dessen Aussagen Teil einer Vereinbarung sind, von denen sich Manafort eine Straferleichterung verspricht.

Nun berichtet die "New York Times" ("NYT"), dass Manaforts Anwälte Trumps Rechtsvertreter über die Gespräche mit Mueller in Kenntnis gesetzt haben. Das räumte Rudolph Giuliani, einer der Anwälte des US-Präsidenten, demnach ein. Gleichzeitig verwies er laut "NYT" darauf, dass die Informationen lediglich dazu gedient hätten, Einblicke in die Arbeit von Sonderermittler Mueller zu bekommen. "Sie [Mueller und sein Team] wollen, dass Manafort Trump belastet", sagte Giuliani. Wie oft sich die Anwälte von Trump und Manafort austauschten, ist nicht klar.

Manafort hatte sich in einem Gerichtsverfahren, das mit seiner früheren Beratertätigkeit in der Ukraine zusammenhängt, schuldig bekannt und war einen "Plea Deal" eingegangen, also eine Vereinbarung mit der Justiz. Laut seinen Anwälten traf er sich mehrfach mit den Ermittlern um Mueller. Dieser untersucht, ob es bei den mutmaßlich russischen Einflussversuchen auf den Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen Mitgliedern von Trumps Wahlkampfteam und russischen Vertretern gab.

Treffen mit Wikileaks-Gründer Assange?

Giuliani zufolge hätten sich die Ermittler vor allem für ein umstrittenes Treffen mit einer russischen Anwältin im Trump Tower in New York interessiert. Daran hatte unter anderem Manafort teilgenommen, ebenso wie Donald Trump Jr., der älteste Sohn des Präsidenten. Dieser hatte der Begegnung zugestimmt, weil ihm kompromittierendes Material über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen worden war.

Manafort beschäftigt noch ein weiterer Medienbericht: Der britische "Guardian" hatte gemeldet, dass er sich dreimal mit Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London getroffen habe, zuletzt im März 2016. Wochen später veröffentlichte Wikileaks gehackte E-Mails der US-Demokraten, die Clinton in ein schlechtes Licht rückten und ihr im Wahlkampf schadeten.

Manafort wies den Bericht aber prompt zurück. "Diese Geschichte ist völlig falsch und absichtlich verleumderisch", heißt es in einer Stellungnahme. Er prüfe alle denkbaren rechtlichen Schritte gegen die britische Zeitung. Diese habe die Geschichte auch dann nicht zurückgenommen, als seine Vertreter die Journalisten darauf hingewiesen hätten, dass der Bericht fehlerhaft sei. Auch Wikileaks hatte den Bericht dementiert.

Assange, der seit Jahren in der Botschaft Ecuadors in London ausharrt, hatte stets dementiert, dass die gestohlenen E-Mails von irgendeiner staatlichen Stelle an Wikileaks gingen. US-Geheimdienste beschuldigen Russland, hinter den Hackerangriffen auf die Demokraten zu stehen.

Trump wollte sich in einem Interview mit der "Washington Post" am Dienstag nicht zu den Vorwürfen gegen Manafort äußern.

vks/dpa

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