West Point US-Militärakademie verbietet Kissenschlachten

Etwa 30 US-Soldaten blieben im August nach einer Kissenschlacht verletzt zurück. Ein Untersuchungsbericht der US-Armee kommt nun zu dem Schluss: Das muss ein Ende haben.

Kadetten in West Point: Schluss mit Kissenschlachten
AP/dpa

Kadetten in West Point: Schluss mit Kissenschlachten


Der Untersuchungsbericht des US-Militärs ist 34 Seiten lang. Einige Stellen sind geschwärzt, als ginge es um den Schutz von Staatsgeheimnissen. Doch der Report befasst sich nicht mit Gefechten in Afghanistan oder dem Irak. Stattdessen dreht sich alles um eine Kissenschlacht.

Diese ist zu einem alljährlichen Ritual an der Militärakademie des US-Heeres in West Point geworden. Nachdem die neuen Kadetten ihr erstes Sommertraining überstanden haben, veranstalten sie in West Point eine Kissenschlacht. Dadurch soll die Kameradschaft gestärkt werden, eigentlich ein großer Spaß für alle.

Doch in diesem Jahr ist die Kissenschlacht eskaliert. Die Bilanz am 20. August: 24 Verletzte mit Gehirnerschütterungen, ein Verletzter mit gebrochenem Wangenknochen, eine gebrochene Nase. Einige Soldaten sollen Helme und andere harte Gegenstände in ihre Kissen gesteckt und damit Kameraden verletzt haben, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Zudem seien einige Teilnehmer der Schlacht mit dem Ellbogen niedergestreckt worden.

Nun soll damit Schluss sein: Das US-Militär hat die jährliche Kissenschlacht ab sofort untersagt. "Es war nie offiziell erlaubt und wird ab sofort offiziell verboten", teilte West-Point-Chef Robert L. Caslen Jr. mit. "Wir werden alles Erforderliche unternehmen, damit jeder in West Point weiß, dass das nicht toleriert wird." Zudem verhängte Caslen Jr. Disziplinarmaßnahmen gegen eine nicht genauer bezifferte Zahl von Soldaten.

Unklarheit herrscht weiterhin darüber, wann das Kissenschlachtritual in West Point überhaupt Einzug gehalten hatte. Armeeangehörige, die unter Eid vor der Untersuchungskommission aussagten, nannten das Jahr 2001. Im US-Kongress behaupteten andere, schon vor mehr als hundert Jahren hätten Kadetten in West Point mit Kissen aufeinander eingeschlagen.

syd

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