Nach langem Zögern Auch Kalifornien schickt Nationalgardisten an Mexikos Grenze

Erfolg für US-Präsident Trump: Kalifornien beordert als vierter US-Bundesstaat Nationalgardisten zum Sondereinsatz an die Grenze zu Mexiko. Damit ist auch Trumps erstrebte Truppengröße erreicht.

Mitglieder der Nationalgarde aus Texas beim Briefing zu ihrem Einsatz an Mexikos Grenze
REUTERS

Mitglieder der Nationalgarde aus Texas beim Briefing zu ihrem Einsatz an Mexikos Grenze


Kaliforniens Gouverneur hatte lange gezögert. Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, 2000 bis 4000 Nationalgardisten an der Grenze zu Mexiko zu postieren, hatten drei der vier US-Bundesstaaten, die an Mexiko grenzen, umgehend Gardisten zur Grenze beordert. Nur aus Kalifornien kam keine Zusage. Nun gibt Gouverneur Jerry Brown nach - und schickt 400 Mitglieder der Nationalgarde. Die Zahl der an der Grenze stationierten Gardisten steigt damit auf 2400.

Brown gehört den Demokraten an und ist schon mit Gesetzen zum Schutz von Einwanderern ohne Aufenthaltsgenehmigung auf Konfrontationskurs zu US-Präsident Trump gegangen. Anders als die republikanischen Gouverneure der drei anderen Grenzstaaten betonte er, die Nationalgardisten aus Kalifornien würden bei ihrem Einsatz nicht gegen Einwanderer vorgehen - was aber sehr schwierig werden dürfte, wie Kritiker anmerken. Schließlich sei vorab schwer festzustellen, ob jemand die Grenze überquere, um Drogen zu liefern oder um Asyl zu suchen.

Trump lobte die "richtige Entscheidung" des kalifornischen Gouverneurs auf Twitter: "Danke, Jerry, wichtiger Schritt für die Sicherheit unseres Landes!"

Die Nationalgarde ist ein Reserveverband des Militärs, der in Einheiten der Armee und der Luftwaffe unterteilt ist. Jeder der 50 Bundesstaaten hat eine Nationalgarde. Sie wird etwa bei Waldbränden, Wirbelstürmen, Überflutungen oder bei Ausschreitungen eingesetzt. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama und George W. Bush hatten sie zeitweise an der Grenze zu Mexiko eingesetzt.

vet/AP

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