Syrien-Konflikt Pentagon bereit für militärisches Eingreifen

Die Welt schaut nach dem schweren Giftgasangriff nach Syrien, die USA bereiten sich auf eine Intervention vor: US-Verteidigungsminister Hagel sagte, das Pentagon sei bereit für ein militärisches Eingreifen. Präsident Obama müsse sich nur dafür entscheiden.


Kuala Lumpur - Noch bleibt alles im Konjunktiv, doch immer deutlicher werden die Drohungen und Ankündigungen im Syrien-Konflikt. Jetzt sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel, seine Leute seien grundsätzlich auf eine militärische Intervention in Syrien vorbereitet, sollte sich Präsident Barack Obama für diese Option entscheiden.

Bei einem Besuch in Malaysia sagte er, Obama habe um Vorbereitung aller Optionen gebeten. "Das haben wir getan", so der Minister. Bereits am Samstag hatte Obama mit seinen Sicherheitsberatern über mögliche Reaktionen auf einen vermuteten Giftgasangriff auf syrische Zivilisten beraten. Zugeschaltet zu dem Gespräch waren auch Hagel und US-Außenminister John Kerry.

Auf die Frage, ob er persönlich davon überzeugt sei, dass in den Vororten von Damaskus Chemiewaffen eingesetzt worden seien, reagierte Hagel ausweichend. Die USA und ihre Verbündeten müssten die Informationen über den Vorfall weiter auswerten, sagte er. Regierung und Rebellen in Syrien werfen sich gegenseitig vor, in der vergangenen Woche Giftgas eingesetzt zu haben.

Kerry erhöhte ebenfalls den Druck auf das syrische Regime. Das US-Außenministerium teilte mit, er habe seinen syrischen Kollegen Walid al-Muallim bereits am Tag nach dem vermuteten Gas-Angriff angerufen und aufgefordert, Waffeninspektoren der Uno vor Ort Untersuchungen ausführen zu lassen. Am Samstag beriet sich Kerry telefonisch mit seinen Amtskollegen in der Region, den Außenministern von Saudi Arabien, Jordanien und der Türkei.

Einen schärferen Ton schlug der britische Premier David Cameron nach einem Telefonat mit Obama am Samstag an: Assads Unwillen, mit den Uno-Beobachtern zu kooperieren, "vermittelt den Eindruck, dass das Regime etwas zu verstecken hat", ließ der britische Premier über einen Sprecher erklären. Die beiden sähen "wachsende Anzeichen", dass Syrien "einen massiven Angriff mit Chemiewaffen" gegen Zivilisten ausgeführt habe. Wenn das der Fall sei, so müsse eine "ernsthafte Reaktion" der internationalen Gemeinschaft folgen.

Während der internationale Druck auf das Regime von Baschar al-Assad steigt, die Beobachter, die seit Tagen im Land sind, nicht weiter an ihrer Arbeit zu hindern, werden weitere Details des Angriffs bekannt. Binnen weniger als drei Stunden seien am Mittwochmorgen etwa 3600 Syrer in drei Krankenhäuser im Großraum von Damaskus gekommen, berichtet die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Alle Betroffenen hätten an Vergiftungssymptomen gelitten: an vermehrtem Speichelfluss, extrem verengten Pupillen, Zuckungen oder schweren Atemproblemen. Die Patienten seien mit Atropin behandelt worden, einem Medikament gegen neurotoxische Symptome. 355 der Betroffenen seien gestorben.

Die US-Marine verstärkte ihre Präsenz im östlichen Mittelmeer, wie aus Verteidigungskreisen verlautete. Demnach kehrt der Zerstörer USS "Mahan" nicht wie vorgesehen in seinen Heimathafen zurück. Damit verfügen die USA nun über vier mit Raketen bestückte Kriegsschiffe in der Region.

otr/Reuters/AFP

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Seite 1
blob123y 25.08.2013
1. Das sollten die Amis bloss nicht machen
Zitat von sysopDPADie Welt schaut nach dem schweren Giftgasangriff nach Syrien, die USA bereiten sich auf eine Intervention vor: US-Verteidigungsminister Hagel sagte, das Pentagon sei bereit für ein militärisches Eingreifen. Präsident Obama müsse sich nur dafür entscheiden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-auf-militaerische-intervention-in-syrien-vorbereitet-a-918452.html
denn die Hintermaenner dieser Aktion sitzen mit Sicherheit auf der arabischen Halbinsel, ich tippe auf die Saudis die versuchen die Amis da reinzuziehen. Wenn der Assad das veranstaltet haette waehre da ein Flugzeug im Spiel gewesen, war es aber nicht.
intifada 25.08.2013
2. war ja klar
die USA wollen den krieg beginnen, wahrscheinlich noch vor den beweisergebnissen. die USA sollten lieber mal vor ihrer eigenen Haustüre kehren und ihre Bürger krankenversichern. Anstatt geld in kriegen zu verpulvern das die USA nicht hat. klingt ja wie gemacht so ein Angriff mit Giftgas für eine Intervention. komisch genau wenn die uno Inspektoren da sind. das klingt für mich eher nach etwas selbstgemischtem giftgas. bei sarin vx senfgas etc sterben sogar die helfer bei Kontakt mit kontaminierten opfern. naja wir werden die Wahrheit bestimmt nie erfahren wenn die USA und nato jetzt offen mitmischen wollen.
5michael5 25.08.2013
3. Lieber spät als nie..
Man hätte Asads Geister - Milizen und Spezialeinheiten schon vor längerer Zeit stoppen können und damit auch das Aufkommen dieser Wahnsinnigen Jihadisten ausbremsen können. Dies war vorhersehbar, nun wird es verflucht schwierig werden, noch einigermassen moderate Kräfte zu finden. Nun folgt noch ein Aufschrei der Anti -Amerikaner und Schreiberlinge der Syrischen -Botschaft.
ein anderer 25.08.2013
4.
Zitat von sysopDPADie Welt schaut nach dem schweren Giftgasangriff nach Syrien, die USA bereiten sich auf eine Intervention vor: US-Verteidigungsminister Hagel sagte, das Pentagon sei bereit für ein militärisches Eingreifen. Präsident Obama müsse sich nur dafür entscheiden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-auf-militaerische-intervention-in-syrien-vorbereitet-a-918452.html
Ein Eingreifen wird die gegnerischen Aussenmächte des Stellvertreterkriegs in Syrien unter Zugzwang setzen. Und wie wird Israel weiter vorgehen da ihre Schutzmacht nun vor Ort in Stellung ging?
aufdenpunktgebracht, 25.08.2013
5. Immer das selbe
Zitat von sysopDPADie Welt schaut nach dem schweren Giftgasangriff nach Syrien, die USA bereiten sich auf eine Intervention vor: US-Verteidigungsminister Hagel sagte, das Pentagon sei bereit für ein militärisches Eingreifen. Präsident Obama müsse sich nur dafür entscheiden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-auf-militaerische-intervention-in-syrien-vorbereitet-a-918452.html
Möchtegerngroß Cameron und Friedensnobelpreisträger Obama wollen offensichtlich ihre neuen Waffen testen. Hoffentlich beteiligt sich Europa und besonders Deutschland nicht an diesem Treiben. Syrien ist nicht damit geholfen, wenn sich Fremde in den Konflikt einmischen. Das müssen die unter sich klären. Entweder den Despoten behalten, oder die an die Macht lassen, die einen despotischen Gott verehren, der sich wie der weltliche Despot anbeten und verherrlichen läßt. Vom Regen in die Traufe. Solange die Volksseuche Religion die Welt beherrscht, gibt es keinen Frieden.
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