Augenzeugenberichte aus Trumps Kinderlagern "Bitte, Mama, melde dich"

Die "New York Times" hat Migrantenkinder interviewt, die ohne Eltern in US-Haftlager gesteckt wurden. Sie hatten offenbar Verlustängste, mussten Toiletten putzen und wurden teils mit Spritzen betäubt.

Kinder in texanischem Flüchtlingslager
REUTERS

Kinder in texanischem Flüchtlingslager


"Benimm dich nicht schlecht. Sitz nicht auf dem Boden. Lauf nicht herum. Teil dein Essen nicht. Kein Körperkontakt mit anderen Kindern. Es ist besser, wenn du nicht weinst": Die Tausenden Migrantenkinder, die auf Geheiß von US-Präsident Donald Trump in rund 100 Lagern festgehalten werden, oft ohne Kontakt zu ihren Eltern, müssen sich offenbar an einen langen Katalog von Regeln halten.

Das geht aus einem Report der "New York Times" hervor. Die US-Zeitung hat mehrere Migrantenkinder interviewt, die inzwischen wieder aus solchen Lagern entlassen worden sind. Und sie hat mit Ex-Mitarbeitern solcher Lager gesprochen.

Den Angaben zufolge waren die Bedingungen in den Lagern nicht durchweg schlecht. Die Kinder bekamen demnach auch abwechslungsreiches Essen, durften Fußball oder Videospiele spielen oder Filme gucken. Viele Aufseher hätten sich respektvoll um sie gekümmert. Immer wieder mussten Kinder und Jugendliche jedoch auch schlechte, teils gar verstörende Erfahrungen machen.

Ein brasilianischer Junge berichtet, seine Aufseher hätten täglich um 6.30 Uhr Lärm geschlagen - so lange, bis seine Mithäftlinge und er aufgestanden seien. Seinen Angaben zufolge mussten die Kinder Toiletten putzen, Fußböden schrubben und ihre Betten nach einer strengen Schritt-für-Schritt-Anleitung machen.

Er habe zudem mit ansehen müssen, wie Wächter einen anderen Jungen mit Beruhigungsspritzen ruhigstellten, als dieser einen Tobsuchtsanfall erlitten habe, erzählt der Brasilianer der "New York Times". Er und die anderen Kinder hätten dann versucht, sich so ruhig wie nur möglich zu verhalten.

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US-Migrantenkrise: Das Geschäft mit der Haft

Ein zwölfjähriges Mädchen aus Guatemala erzählte den Reportern, wie sie heimlich Briefe an ihre Mutter geschrieben habe. Sie hatte offenbar große Verlustängste. "Mama, ich vermisse dich so sehr", schreibt sie in großen Blockbuchstaben. "Bitte, Mama, melde dich. Bitte Mama, ich hoffe, es geht dir gut. Und denk daran, du bist das Beste in meinem Leben."

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

Ein 15-Jähriges Mädchen, ebenfalls aus Guatemala, berichtet von Sorgen, sie könne ohne ihre Eltern zurück in ihr Land abgeschoben werden. Sie habe zwar ab und zu mit ihrer Mutter telefonieren dürfen, doch die anderen Mädchen in ihrer Einheit hätten ihr immer wieder erzählt, "dass sie uns deportieren". Die Ungewissheit sei quälend gewesen. Als man sie schließlich wieder zu ihrem Vater brachte, hätte dieser vor Aufregung zunächst nicht sprechen können.

Die US-Behörden behandeln illegal ins Land kommende Menschen seit Monaten systematisch als Gesetzesbrecher und nehmen sie in Haft. Da Migrantenkinder laut einer Regelung von 1997 nicht für längere Zeit inhaftiert werden dürfen, wurden die Familien zunächst auseinandergerissen und die Minderjährigen in Heimen untergebracht. Mehr als 2500 Minderjährige sind auf diese Weise bereits von ihren Eltern getrennt worden.

Die rigorose Praxis der Familientrennungen hatte im In- und Ausland für Empörung gesorgt. Zwar beendete Trump die Trennungen daraufhin, die US-Behörden haben jedoch Probleme bei der Zusammenführung getrennter Einwandererfamilien. Dana Sabraw, ein US-Richter, schrieb am Freitag, er habe inzwischen Zweifel am guten Willen der US-Regierung, die Familien möglichst schnell wieder zusammenzuführen.

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
Ein_denkender_Querulant 15.07.2018
1. AfD-Traumland
Wir sollten nicht nur auf den USA herumhacken, ohne daran zu denken, dass hiesige Rechtsradikale im Bundestag genau dasselbe wollen und noch Unmenschlicheres. Unsere "Werte", die wir seit Jahrzehnten anderen mit Sanktionen aufdrücken wollen, pulverisieren sich seit vielen US-Präsidenten, die Folter gutheißen und einsetzen, massive Verletzungen der Bürgerrechte durch Abhören begehen und ohne Skrupel nicht legitimierte Angriffskriege mit massiven Verlusten in der Zivilbevölkerung führen. Die im Artikel beschriebeen Zustände sind leider nur die Spitze des Eisberges und Humanismus, Nächstenliebe und Solidarität verschwinden immer weiter von diesem Planeten. Das Leben auf diesem Planeten wird dadurch nicht lebenswerter.
tinosaurus 15.07.2018
2. Richtig
Zitat von Ein_denkender_QuerulantWir sollten nicht nur auf den USA herumhacken, ohne daran zu denken, dass hiesige Rechtsradikale im Bundestag genau dasselbe wollen und noch Unmenschlicheres. Unsere "Werte", die wir seit Jahrzehnten anderen mit Sanktionen aufdrücken wollen, pulverisieren sich seit vielen US-Präsidenten, die Folter gutheißen und einsetzen, massive Verletzungen der Bürgerrechte durch Abhören begehen und ohne Skrupel nicht legitimierte Angriffskriege mit massiven Verlusten in der Zivilbevölkerung führen. Die im Artikel beschriebeen Zustände sind leider nur die Spitze des Eisberges und Humanismus, Nächstenliebe und Solidarität verschwinden immer weiter von diesem Planeten. Das Leben auf diesem Planeten wird dadurch nicht lebenswerter.
In Europa ist ebenfalls ein deutlicher Rechtsruck zu beobachten, aber die Zustände in Amerika unter Trump sind schon sehr verstörend. Immerhin hat er zahlreiche und völlig verblendete Anhänger hinter sich, die ihm alle seine Lügen glauben und unbeirrt an ihm fest halten. Vielleicht ändert sich das, wenn sie die Folgen seiner chaotischen Politik zu spüren bekommen. In Europa wäre aber auch ein Aufstand der Anständigen angebracht. Die AfD verzeichnet immer mehr Zulauf und Nazis kontrollieren inzwischen ganze Ortschaften. Das ist äußerst beunruhigend.
micromiller 15.07.2018
3. Gut das sich die New York Times
um die Kinder kümmert. Vermisst hat man allerdings eine ähnliche Empathy für die Kinder des Iraks, Libyens etc. als die Helden in ihrem Kampf für die Freiheit und das Öl .. kollateral einige 10Tausend Kinder in das Jenseits geschickt hatten....
F.X. Butwürger 15.07.2018
4. Nicht (er)lebenswert
Zitat von Ein_denkender_QuerulantWir sollten nicht nur auf den USA herumhacken, ohne daran zu denken, dass hiesige Rechtsradikale im Bundestag genau dasselbe wollen und noch Unmenschlicheres. Unsere "Werte", die wir seit Jahrzehnten anderen mit Sanktionen aufdrücken wollen, pulverisieren sich seit vielen US-Präsidenten, die Folter gutheißen und einsetzen, massive Verletzungen der Bürgerrechte durch Abhören begehen und ohne Skrupel nicht legitimierte Angriffskriege mit massiven Verlusten in der Zivilbevölkerung führen. Die im Artikel beschriebeen Zustände sind leider nur die Spitze des Eisberges und Humanismus, Nächstenliebe und Solidarität verschwinden immer weiter von diesem Planeten. Das Leben auf diesem Planeten wird dadurch nicht lebenswerter.
Es wird auch dadurch nicht (er)lebenswerter, dass in China ggf schon nach einem Kind der mit dem Messer kommt, in anderen Regionen im Durchschnitt Zehn zur Normalität gehören.
fotos 15.07.2018
5. Inschrift an der Freiheitsstatue in New York
Gebt mir eure Müden, eure Armen, Eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren, Die bemitleidenswerten Abgelehnten eurer gedrängten Küsten; Schickt sie mir, die Heimatlosen, vom Sturme Getriebenen, Hoch halt’ ich mein Licht am gold’nen Tore! Sende sie, die Heimatlosen, vom Sturm Gestoßenen zu mir. Hoch halte ich meine Fackel am goldenen Tor. Sie sollten die Inschriften entfernen.
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