Nach fast 20 Jahren Mehr als 50.000 Honduraner müssen die USA verlassen

Zehntausende Menschen aus Honduras fanden Ende der Neunziger nach einem schweren Hurrikan Schutz in den USA. Nun müssen sie in ihr Heimatland zurückkehren.

Flughafen in San Pedro Sula, Honduras (Archiv)
REUTERS

Flughafen in San Pedro Sula, Honduras (Archiv)


Die USA werden den Schutzstatus für mehr als 50.000 Menschen aus Honduras beenden. Die Menschen mit vorübergehendem Aufenthaltsstatus hätten demnach bis Januar 2020 Zeit, in ihre Heimat zurückzukehren, erklärte das Ministerium für Heimatschutz. Andernfalls werden sie abgeschoben.

Hintergrund ist ein Schutzprogramm mit der Abkürzung TPS, das Migranten aus dem zentralamerikanischen Land eine befristete Aufenthaltsgenehmigung in den USA gewährte. Es ist für Menschen aus Ländern gedacht, die von Naturkatastrophen oder Krieg heimgesucht wurden. Honduras fiel 1999 darunter, nachdem ein schwerer Hurrikan das Land getroffen hatte.

Der Schutzstatus für die Migranten wurde seither immer wieder verlängert. Nun argumentiert das Heimatschutzministerium, die Bedingungen in Honduras seien ausreichend gut für eine Rückkehr.

Die Regierung von Honduras äußerte ihr Bedauern über die Pläne. Es handele sich zwar um Angelegenheit, die Washington entscheiden müsse, aber man beklage sie zutiefst, hieß es in einem Statement des Außenministeriums. Die Rückkehrer werden demzufolge jedoch mit offenen Armen empfangen. Man wolle ihnen bei der Reintegration in die honduranische Gesellschaft helfen.

In den vergangenen sechs Monaten hatte die von US-Präsident Donald Trump nominierte Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen den TPS-Status für eine Reihe von Migranten in den USA beendet. Darunter fallen 200.000 Menschen aus El Salvador, 50.000 aus Haiti und 9000 aus Nepal. Sie haben jeweils zwischen zwölf und 18 Monaten Zeit, die USA zu verlassen. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 425.000 Menschen betroffen. Viele von ihnen leben und arbeiten seit Jahrzehnten in den USA.

bbr/dpa/AP



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