"Charlie Hebdo"-Zeichnungen USA warnen vor Vergeltung für Mohammed-Karikaturen

Die USA sind wegen der neuen französischen Mohammed-Karikaturen alarmiert. Die Zeichnungen seien für manche Gläubige "zutiefst beleidigend" - und könnten einen Aufruhr entzünden, warnt das Weiße Haus. Auch das deutsche Magazin "Titanic" plant eine Islam-Ausgabe.

Anti-westliche Proteste (im Libanon): "Zutiefst beleidigend" für manche Gläubige
AP

Anti-westliche Proteste (im Libanon): "Zutiefst beleidigend" für manche Gläubige


Paris/Washington - Die US-Regierung hat scharfe Kritik an den neuen Mohammed-Karikaturen des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" geübt und befürchtet eine weitere Eskalation der Gewalt: Die Zeichnungen seien "zutiefst beleidigend" für manche Gläubige, sagte Jay Carney, Sprecher von US-Präsident Barack Obama am Mittwochabend in Washington. Die US-Regierung ist besorgt, dass die seit Wochen anhaltenden Proteste in der muslimischen Welt wegen des islamfeindlichen Schmähfilms "Die Unschuld der Muslime" noch verschärft werden könnten: Die Zeichnungen hätten das Potential, einen Aufruhr zu entzünden, sagte Carney.

"Charlie Hebdo" hatte am Mittwoch eine Reihe von Zeichnungen gedruckt, die sich auf "Die Unschuld der Muslime" beziehen. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Karikaturen sei eine Klage eingereicht worden, machte aber keine Angaben zum Kläger. Überdies leitete sie Ermittlungen ein, weil die Internetseite des Magazins offenbar gehackt worden war.

Der Zorn vieler Muslime könnte sich bald auch schon gegen Deutschland richten: Das Satiremagazin "Titanic" plant eine Islam-Ausgabe. Auf dem Entwurf des Titelblatts soll einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge Bettina Wulff, die Frau des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, in den Armen eines islamischen Kriegers mit Turban und Schwert zu sehen sein. "Der Westen in Aufruhr - Bettina Wulff dreht Mohammed-Film!" soll die Schlagzeile lauten.

"Satire darf und muss alles"

"Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer verteidigte seinerseits die in der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" erschienen Mohammed-Karikaturen und nannte sie eine richtige Reaktion auf die "wahnsinnigen Ausschreitungen". "Satire darf und muss alles", sagte Fischer.

Aus Angst vor Vergeltung für die Veröffentlichung der Karikaturen in "Charlie Hebdo" kündigte die Regierung in Paris an, weltweit rund 20 Botschaften, Konsulate und Schulen zu schließen. Außenminister Laurent Fabius erklärte am Mittwoch im Radiosender France Info, dass die diplomatischen Vertretungen Frankreichs am kommenden Freitag geschlossen bleiben sollten. Auch Deutschland will die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Proteste verstärken. Wie Außenamtssprecher Andreas Peschke in Berlin mitteilte, soll zu einzelnen deutschen Vertretungen zusätzliches Personal geschickt werden. Ob am Freitag die deutschen Botschaften in muslimischen Ländern ebenfalls geschlossen werden, ließ er allerdings offen.

US-Präsident Obama und der afghanische Präsident Hamid Karzai riefen angesichts der weltweiten Proteste gegen die Veröffentlichung des Mohammed-Schmähfilms zu besonnenen Reaktionen auf. Das US-Präsidialamt teilte am Mittwoch nach einer Videokonferenz der beiden Politiker mit, es sei in der gegenwärtigen Situation notwendig, zu "Zurückhaltung und Gewaltlosigkeit" zu ermutigen.

In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern in Afrika und Asien gab es am Mittwoch erneut massive Proteste. Zehntausende Menschen gingen in der libanesischen Hafenstadt Tyros auf die Straßen und riefen "Oh, Amerika, du bist Gottes Feind". Seit dem Beginn der Ausschreitungen am 11. September in mehr als 20 Ländern wurden durch Gewalt mindestens 30 Menschen getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen.

hen/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 533 Beiträge
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Seite 1
dasistdiezukunft 20.09.2012
1. Ich bin wirklich sehr beeindruckt und
auch stolz auf die Titanic. - Werde ich kaufen. Und den Titel der Ausgabe finde ich übrigens äußerst feinsinnig!
schon,aber 20.09.2012
2. grr
Zitat von sysopAPDie USA sind wegen der neuen französischen Mohammed-Karikaturen alarmiert. Die Zeichnungen seien für manche Gläubige "zutiefst beleidigend" - und könnten einen Aufruhr entzünden, warnt das Weiße Haus. Auch das deutsche Magazin "Titanic" plant eine Islam-Ausgabe. USA befürchten Vergeltung für Mohammed-Karikaturen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,856876,00.html)
Die Schließung von 20 französischen Dependancen durch Frankreich ist schon mal ein guter Anfang. Viele andere Westländer sollten dem Beispiel folgen und sich von allen "Gottesstaaten" diplomatisch abwenden. Diese müssen physisch erfahren, dass ihr repressives Verhalten ("1,4 Milliarden Muslime zu Ihren Diensten", siehe Titelfoto) eine Sackgasse ist. Das Öl bekommen wir schon woanders her.
olliwerner 20.09.2012
3. Bravo Titanic
Wenn wir bei jeder Flaggen- und Bibelverbrennung so infantil reagieren würden ... Es kann doch nicht sein, dass unser Recht auf Meinungsfreiheit und Kritik rücksicht auf eine reaktionäre Relegion und deren Vertreter nehmen muss. Mensch aufwachen wir leben im 21. Jahrhundert !
ronald1952 20.09.2012
4. Sind das mal wieder
Zitat von sysopAPDie USA sind wegen der neuen französischen Mohammed-Karikaturen alarmiert. Die Zeichnungen seien für manche Gläubige "zutiefst beleidigend" - und könnten einen Aufruhr entzünden, warnt das Weiße Haus. Auch das deutsche Magazin "Titanic" plant eine Islam-Ausgabe. USA befürchten Vergeltung für Mohammed-Karikaturen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,856876,00.html)
gesicherte Beweise des US Geheimdienstes, oder haben diese Herrschaften mal wieder die Bildzeitung gelesen? Abgesehen davon müss wir auch gerade hier in Europa unsere Rechte auf Meinungs und Redefreiheit unter allen Umständen Verteidigen,koste es was es wolle. Auch hier in Europa hat es sehr lange gedauert bis endlich diese Rechte durchgesetzt wurden. Wenn wir anfangen Nachzugeben weil irgendeine Religiöse oder Politische Gruppierung unsere Lebensweise und Freiheit nicht passt, dann gute Nacht Europa. Dann werden einige Gruppierungen aus ihren Löchern gekrochen kommen und Lauthals herumbrüllen, daß ihnen dies und das nicht passt und wie Verletzt sie doch sind. Es wird viel zu viel Aufhebens um diese ganze Sache gemacht. Wenn wir anfangen unsere Rechte aufzugeben,geben wir uns selbt auf und das wird zum Hass führen, nähmlich auf anderst denkende. Und das hatte Europa ja wohl in der Vergangenheit zu genüge,oder? schönen Tag noch,
Mr.Marcus 20.09.2012
5. Vielleicht genau so
Vielleicht ist genau das der weg... Die ganze Welt sollte so viele Mohammed Karrikaturen veröffentlichen, bis diese endlich keine Reaktin mehr auslösen! Zumindest n der westliche Welt herrscht Meinungsfreiheit und wie der Herrausgeber richtig gesagt hat: Zeichnungen töten keine Menschen!!!
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