USA-Besuch: Cola-Chef prostet Chinas Präsidenten zu - auf Japanisch

Sich auf internationalem Parkett sicher zu bewegen, ist nicht immer einfach. Das erlebte auch der Chef des Getränkeherstellers Coca-Cola, Muhtar Kent, bei einem Termin mit Chinas Staatschef Hu. Bei einem Trinkspruch zu Ehren des Gastes verwechselte er Chinesisch mit Japanisch.

Muhtar Kent: Sprachlich daneben Zur Großansicht
AFP

Muhtar Kent: Sprachlich daneben

Washington - Sprachlich daneben gelangt: Der Chef des Getränkeherstellers Coca-Cola, Muhtar Kent, wollte Chinas Staatschef Hu Jintao beim Anprosten während eines offiziellen Essens in Washington mit einem chinesischen Trinkspruch beeindrucken. Zu seinem Pech wählte er jedoch einen japanischen.

Der missglückte Versuch sei von den Hunderten Gästen im Saal, natürlich vor allem von den chinesischen, mit lautem Gelächter quittiert worden, meldete die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Donnerstag. "In Ehre für diesen sehr historischen Moment möchte ich einen Toast für Präsident Hu ausbringen", sagte Kent und schloss mit dem Wort "kanpai". Das ist Japanisch - sagen sollen hätte der Cola-Vorstandsvorsitzende "ganbei". Ein kleiner, aber sehr feiner Unterschied.

Hu weilt seit Dienstag zu einem Staatsbesuch in den USA. US-Präsident Barack Obama hatte den Gast aus Peking in einer Zeremonie mit militärischen Ehren empfangen. Die USA erhoffen sich von Hus Besuch einen Beitrag zur Vertrauensbildung. Das Verhältnis beider Länder war zuletzt immer mehr von wirtschaftlicher und politischer Rivalität geprägt.

Zu den wichtigsten Themen des Besuchs zählt die Frage der Menschenrechte in China. In zahlreichen Gesprächen mit amerikanischen Politikern mussten sich die Chinesen Kritik anhören. Hu selbst hatte am Mittwoch nach Beratungen mit Obama auf einer Pressekonferenz eingeräumt, dass es "in China mit Blick auf Menschenrechte noch eine Menge zu tun gibt". Aber er bezeichnete das Thema zugleich als innere Angelegenheit, die unabhängig von äußerer Einmischung bleiben sollte. Zudem ließ er offen, wie die chinesische Seite Menschenrechte definieren.

Die USA gewährten Hu die höchsten protokollarischen Ehren: Am Dienstagabend empfing der US-Präsident den Gast aus China zu einem Abendessen in seinen Privaträumen, am Mittwochabend fand ein Staatsbankett mit Prominenten aus Politik, Wirtschaft und dem Filmgeschäft im Weißen Haus statt. Die diplomatischen Ehren wurden in China als große Respektsbekundung für das Land gewertet.

ler/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1.
445 21.01.2011
Für die Amis ist doch Schlitzauge gleich Schlitzauge. Woher soll denn der Cola-Chef wissen, dass japanisch nicht gleich chinesisch ist? Aus der Schule? *prust* Auch wenn er ein internationales Unternehmen leitet, muss er sich doch nicht für fremde Kulturen interessieren. Man kann doch schon froh sein, wenn er vorher sein weißes Bettlaken abgelegt hat und nicht sofort versucht, den Fremden zu erschiessen.
2. .
ratbag 21.01.2011
Die Amis sind einfach nur grenzenlos ignorant und dumm. Es wird wirklich allerhöchste Zeit für ihren wirtschaftlichen Untergang!
3. i.m.h.o. niete
autocrator 21.01.2011
nun, offensichtlich bevölkern nicht nur in deutschlandesh nieten in nadelstreifen die chefetagen. Peinlichpeinlich, und das ausgerechnet von einem bannerträger eines erzsymbols des us-amerikanischen imperiums. Aber vielleicht macht man das ja beim nächsten staatsbesuch wieder wett und verkündet, dass man die goldenen triumphbögen von MacDonald's künftig in chinesisches revolutionsrot umlackieren wird.
4. Was soll man dazu sagen
born47 21.01.2011
Das Dilemma der China-Baser. Unsere Freunde fallen uns in den Rücken wo doch das Merkel auf deren Empfehlung, oder sollte man sagen Weisung, sich immer so schön entgegen aller Vernunft als Prellbock betätigt hat.
5. Coca-Cola
ladyanorak 21.01.2011
Soweit ich informiert bin, ist Muhtar Kent türkisch-stämmig und damit ein Beispiel für gelungene Integration. Gebt zu, der Unterschied bei dieser Floskel im Chinesischen und Japanischen ist minimal. Zudem ist im Chinesichen oft die Modulation entscheidend. Ich finde das sehr charmant, dass er es überhaupt versucht hat.
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