Jemen-Krieg USA billigen milliardenschweren Raketenverkauf an Saudi-Arabien

Neues Waffengeschäft zwischen Washington und Riad: Die USA haben zugestimmt, Raketen und Abschussrampen an Saudi-Arabien zu liefern. Die Unterstützung im Jemen-Krieg ist umstritten - auch im Senat.

Raketenabwehrsystem (Symbolbild)
AP/ U.S. Department of Defense

Raketenabwehrsystem (Symbolbild)


Gerade erst hat Donald Trump einen Rückschlag im Streit um die US-Unterstützung für Saudi-Arabien im jemenitischen Bürgerkrieg erlitten. Der Senat hat sich in der Debatte zuletzt gegen den Präsidenten gestellt. Inmitten dieser Diskussion hat Washington nun ein bedeutsames Waffengeschäft mit Riad eingeleitet.

Bei dem Handel geht es um 15 Milliarden Dollar (umgerechnet 13 Milliarden Euro). Die US-Regierung stimmte dem Verkauf von 44 Abschussrampen sowie Raketen des Flugabwehrsystems Thaad an Saudi-Arabien zu. Das berichteten US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf das Außenministerium in Washington. Demnach wurde die Vereinbarung am Montag unterzeichnet.

Das System des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin kann angreifende Kurz- und Mittelstreckenraketen in bis zu 150 Kilometer Höhe abfangen. Die Rakete hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. Das modernste Abfangsystem der USA wurde bereits in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Südkorea verkauft.

Senat stimmt dafür, über Resolution zu debattieren

Im seit dreieinhalb Jahren andauernden Jemenkrieg haben die Huthi-Rebellen mehrfach Kurzstreckenraketen auf Saudi-Arabien abgefeuert. Das Königreich führt eine Militärkoalition, die mit Luftangriffen die jemenitische Regierung gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekämpft. Washington liefert Saudi-Arabien dafür Waffen, Munition und Geheimdiensterkenntnisse.

Allerdings wächst im US-Parlament der Unwillen über den Jemenkrieg, der katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung hat. Nach der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat von Istanbul sind die Gegner einer Hilfe an die Saudis erstarkt. Am Mittwoch stimmte der republikanisch dominierte Senat dafür, kommende Woche über eine Resolution zu debattieren, die Präsident Donald Trump zum Ende der Unterstützung Saudi-Arabiens im Jemenkrieg zwingen könnte.

Khashoggi war am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul gegangen, um Papiere abzuholen - und kam nie wieder heraus. Saudi-Arabien gestand nach massivem internationalen Druck, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das Königshaus beteuert, nichts davon gewusst zu haben. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob der Kronprinz Mohammed bin Salman hinter dem Mord stand.

aev/dpa

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