USA Bush-Berater Rove soll Identität von CIA-Agentin preisgegeben haben

Einem Pressebericht zufolge hat der Chefstratege des Weißen Hauses, Karl Rove, in der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin eine zentrale Rolle gespielt. Rove sei die Ursache dafür, dass die Identität der Agentin bekannt wurde, heißt es.


Rove: Enttarnung einer Agentin?
REUTERS

Rove: Enttarnung einer Agentin?

Washington - Der Berater von US-Präsident George W. Bush habe die Information über die Identität der Agentin Valerie Plames dem Journalisten Matthew Cooper vom "Time"-Magazin gegeben, zitiert die Zeitschrift "Newsweek" in ihrer neuen Ausgabe Roves Anwalt Robert Luskin.

Rove habe seine Angaben anonym gemacht. Vergangene Woche habe er Cooper dann von seinem Versprechen befreit, die Identität seines Informanten nicht preiszugeben. Damit entging Cooper der angedrohten Beugehaft, weil er zunächst seine Quelle für einen Artikel im Zusammenhang mit der Affäre nicht nennen wollte. Vergangene Woche hatte Luskin "Newsweek" gesagt, Rove habe "nie wissentlich vertrauliche Informationen" aufgedeckt. Auch habe er nie einem Journalisten den Namen der enttarnten Agentin Plames genannt. Die Preisgabe der Identität von Geheimagenten ist in den USA eine Straftat.

Ursprünglich hatte der dem Weißen Haus nahe stehende Kolumnist Robert Novak den Namen und Beruf der Agentin unter Berufung auf "zwei hohe Regierungsbeamte" öffentlich gemacht. Ein Sonderermittler der Regierung versucht nun herauszufinden, ob Regierungsbeamte für die Enttarnung verantwortlich sind.

Eine Kollegin Coopers, Judith Miller von der "New York Times", wurde in derselben Sache wegen der Geheimhaltung ihrer anonymen Quellen ins Gefängnis geschickt. Ein Richter ordnete Beugehaft an, weil Miller die Aufklärung einer möglichen Straftat behindere. Auf Novak wurde dagegen offensichtlich nicht ein vergleichbarer Druck ausgeübt.

Plames Ehemann Joseph Wilson hatte die Enttarnung seiner Frau als Racheakt des Weißen Hauses für seine regierungskritische Haltung gedeutet. Der Ex-Botschafter im Irak hatte der Darstellung des Präsidenten widersprochen, dass sich der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein in Niger Uran für Atomwaffen zu beschaffen versucht habe.

Wilson war selbst im CIA-Auftrag in das westafrikanische Land gereist, um diesen Vorwürfen nachzugehen und hatte keine Belege gefunden. Die Bush-Regierung gab später zu, dass die Vorwürfe über die Uran-Irak-Connection nicht aufrecht zu erhalten seien.



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