Wahlen 2020 Castro will US-Präsident werden

Er war Bauminister unter Obama und ist Anhänger des Pariser Klimaabkommens: Der US-Demokrat Julián Castro will bei den Wahlen 2020 Präsident werden. Er ist schon der zweite Bewerber an diesem Tag.

Demokrat Juliàn Castro kündigt seine Kandidatur an
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Demokrat Juliàn Castro kündigt seine Kandidatur an


Der Demokrat Julián Castro hat seine Kandidatur für den Vorwahlkampf um die US-Präsidentschaft 2020 bekanntgegeben. In seiner Heimatstadt San Antonio in Texas sagte er vor Anhängern, es sei an der Zeit, für "neue Führungsstärke und neue Energie" zu sorgen. Im Falle eines Wahlsiegs wolle er als erste Amtshandlung den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen einleiten.

Castro war unter Barack Obama Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung. In seiner Rede forderte er medizinische Versorgung für alle Amerikaner, jeder solle dem Gesundheitssystem beitreten können.

Er kritisierte US-Präsident Donald Trump für seine Migrationspolitik: Trump habe von einer nationalen Sicherheitskrise gesprochen, aber es sei eine Führungskrise. "Donald Trump hat es nicht geschafft, die Werte unserer Nation aufrechtzuerhalten."

Um für die Demokraten als Präsidentschaftskandidat antreten zu können, müsste Castro zunächst die parteiinternen Vorwahlen gewinnen. Mit diesen ermitteln die Demokraten ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die eigentliche Wahl im November 2020. Die Vorwahlen beginnen im Februar 2020 im Bundesstaat Iowa. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Bewerberfeld sehr groß sein wird.

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Wenige Stunden vor Castro hatte die Demokratin Tulsi Gabbard ihre Kandidatur verkündet. Gabbard, die Militärinterventionen ablehnend gegenübersteht und selbst Veteranin ist, hatte sich im Januar 2017 mit dem syrischen Diktator Baschar al-Assad getroffen, als sie sich für eine Woche in Syrien und dem Libanon aufhielt. "Ursprünglich hatte ich nicht die Absicht, mich mit Assad zu treffen, aber als ich die Gelegenheit bekam, erschien es mir wichtig, sie zu ergreifen", erklärte sie damals.

"Ich denke, wir sollten uns mit jedem treffen, wenn es eine Chance gibt, dass es dazu beitragen kann, diesen Krieg zu beenden, der dem syrischen Volk so viel Leid zufügt." Für das Treffen mit dem international geächteten Machthaber wurde sie von vielen kritisiert.

Weitere Kandidaten erwartet

Gabbard, die für Hawaii im Repräsentantenhaus sitzt, hatte ihre Kandidatur über den Fernsehsender CNN bekanntgegeben. Sie sagte, sie werde ihren Entschluss formell nächste Woche ankündigen. Als zentrale politische Anliegen nannte die 37-Jährige den Zugang zu Gesundheitsversorgung, eine Reform des Strafrechts und Klimafragen.

Ende Dezember hatte bereits die linke Senatorin Elizabeth Warren einen Grundstein für eine mögliche Kandidatur gelegt - in einem Video direkt aus ihrer Küche. Sie gründete demnach ein Komitee, das ihre Chancen ausloten soll. Daneben gelten der frühere Vizepräsident Joe Biden sowie der unabhängige Senator Bernie Sanders, der 2016 im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton gescheitert war, als mögliche Bewerber. Auch den Senatoren Kamala Harris, Cory Booker, Kirsten Gillibrand und Amy Klobuchar sowie dem Ex-Kongressabgeordneten Beto O'Rourke werden Präsidentschaftsambitionen nachgesagt.

kko/dpa



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graf koks 12.01.2019
1. das nenne ich engagiert
Mit dem Namen Castro US-Präsident werden wollen, das nenne ich engagiert. Eine schwarze lesbische Kommunistin hätte es wohl leichter. Trotzdem: von meiner Seite viel Glück!
absinthe 12.01.2019
2. Richard Ojeda
Ich bin kein Fan von seiner Kandidatur, aber vollständigkeitshalber sollte man Richard Ojeda auch nennen.
basileus97 12.01.2019
3.
Das ist allein schon wegen seines Namens bemerkenswert und lustig. Könnte er nicht wenigstens noch einen passenden Vornamen mit F haben? Fidele wäre doch schön.
runn 13.01.2019
4. guter Punkt
@#1 köstlich, hätte ich nicht besser in Worte fassen können.
xxgreenkeeperxx 13.01.2019
5. keine Chance
Wenn Mr. Castro antritt dann ist Mr. Trump die zweite Amtszeit so gut wie sicher, das wäre das selbe als würde Mr. Clinton noch einmal kandidieren. Langsam müsste doch auch der letzte bei den Demokraten mal begriffen haben dass die Wahlen in den USA 1. auf dem Land gewonnen werden und 2. der Name gleichzeitig Programm ist. Mein Tipp an Mr. Castro wäre eine sofortige Namensänderung. Ich empfehle dabei die Nachnamen "Wayne" oder "Eastwood". Dann klappt's auch mit der Präsidentschaft. It's no business like showbusiness.
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