Umstrittener Wohnungsdeal Demokraten drängen Trump zu Entlassung von Umweltchef

Scott Pruitt soll Steuergelder verschwendet und unseriöse Wohnungsdeals abgeschlossen haben: Nun wird der Umweltchef zum Problem für Donald Trump. Dutzende Demokraten fordern seine Absetzung. Doch der Präsident schützt ihn. Noch.

US-Präsident Donald Trump steht vor (v.l.n.r.) Mike Pence, Scott Pruitt und Ryan Zinke
DPA

US-Präsident Donald Trump steht vor (v.l.n.r.) Mike Pence, Scott Pruitt und Ryan Zinke


Dutzende Demokraten haben Donald Trump aufgefordert, den umstrittenen Chef der amerikanischen Umweltschutzbehörde, Scott Pruitt, zu entlassen. In einem Brief wiesen sie darauf hin, dass sich der 49-Jährige, der zu den bekanntesten Klimawandelleugnern des Landes zählt, unethisch verhalten habe. Auch drei Republikaner unterstützten das Schreiben.

Unter anderem wird Pruitt vorgeworfen, seine Wohnung in Capitol Hill, einem beliebten Stadtteil der Hauptstadt Washington, zu deutlich vergünstigten Mietpreisen bezogen zu haben. Der Eigentümer des Hauses war der Energielobbyist Steven Hart. Pruitt ist genau für die Themen und Unternehmen zuständig, die Hart als Lobbyist vertritt.

Außerdem soll Trumps Umweltchef Steuergelder verschwendet haben. Unter anderem soll er im ersten Amtsjahr für Linien-, Militär- und Charterflüge ungefähr 163.000 Dollar ausgegeben haben. Für Aufsehen sorgte eine Reise von Cincinnati nach Washington, die lediglich eine Stunde dauerte und rund 36.000 Dollar kostete.

Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, dass John F. Kelly, Stabschef des Weißen Hauses, Trump bereits in der vergangenen Woche nahegelegt hatte, eine Entlassung von Pruitt anzuordnen. Am Freitag gab das Weiße Haus bekannt, die Personalie Pruitt hinsichtlich ethischer Fragen klären zu wollen.

Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte dazu, dass der Präsident glaube, dass Pruitt seinen Job bislang "gut ausgeübt und die Ziele der Umweltschutzbehörde erreicht habe". Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses teilte mit, Trump sei nicht gewillt, Pruitt zu entlassen.

bam/



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
g.eliot 07.04.2018
1. Pruitt, der King der herabgesetzten Grenzwerte
Wie in vielen Ressorts, hat Trump Personen für leitende Stellen in seinem Kabinett ernannt, welche eine kontraproduktive bzw. paradoxe Politik vorantreiben. Ein gutes Beispiel: Scott Pruitt, der schon vor seiner Ernennung durch sein umweltfeindliches Engagement auffiel - u.a. hatte er als Bundesanwalt von Oklahoma die EPA verklagt. Als Rechtfertigung dafür, dass der Mensch berechtigt ist, Naturressourcen nach Gutdünken auszubeuten, zitiert Pruitt die Bibel. In seiner bisherigen Amtszeit hat Pruitt exzellente Arbeit geleistet und die Industrie von vielen lästigen Grenzwerten befreit, Grenzwerte für giftige, krebserregende Substanzen und Schadstoffe aller Art. Sogar die Grenzwerte für Wassers wurden erhöht. Zudem hat die EPA enorme, bisher geschützte Gebiete zur Gewinnung von Bodenschätzen frei gegeben, für den industriellen Raubbau. Pruitt hat seinen Jobs also hervorragend erledigt. Trump möchte ihn nicht entlassen. Stattdessen soll Jeff Sessions laut neuesten Gerüchten durch Pruitt ersetzt werden. Trump dementiert dies als Fake News, das wievielte Mal schon?
gandhiforever 07.04.2018
2. Schutz ohne Wert
Auch etliche andere gefeuerte Mitarbeiter durften bis zum Schluss offiziell Trumps 'Schutz' geniessen, ehe sie dann ploetzlich entlassen wurden. Pruitt hat es offensichtlich selbst fuer Trumps Begriffe uebertrieben. Die zur Schau gestellte Korruption wuerde Trump wohl hinnehmen, schliesslich macht er es vor, aber die von Pruitt initiierte Selbstdarstellung, die goutiert der VerFuehrer nicht, schliesslich muss er im Mittelpunkt stehen. Ich gebe Pruitt nicht mehr als eine Woche bis zur Ruecktritt genannten Entlassung.
latimer 07.04.2018
3. Nur logisch aber keine Garantie für Pruitt.
Es entsteht doch nicht erst heute der Eindruck, dass Trump das Vorgehen seines Umweltchefs als völlig normales Privileg seiner Mannschaft empfindet. Er würde das sicher genauso machen, würde ihn nicht die „unfaire Presse und politische Gegner in den Schmutz ziehen wollen“. Mit jedem Tag seiner Präsidentschaft beschädigt Trump das Ansehen seines (leider sehr wichtigen) Amtes und seines Landes mehr. Als Beispiel für die Bürger der USA, gibt er erneut eine äußerst problematische Verhaltensweise als akzeptabel vor.
e.pudles 07.04.2018
4. In ein paar Tagen wird er es tun
Tpisch Trump und eigentlich auch ganz logisch. Auf Drängen der Demokraten wird Trump seinen Umweltminister wohl kaum entlassen. Er wird doch nicht eingestehen sie könnten Recht haben. Somit heisst es einfach warten und in kürzester Zeit wird er Pruitt in die Wüste schicken. Dann wenn er das Gefühl hat es seine seine persönliche Entscheidung und nicht der Druck der Demokraten, welche ihn dazu bewegt hat. So tickt Trump nun mal und wir müssen uns leider daran gewöhnen.
lathea 07.04.2018
5. Trump schafft es offensichtlich nicht, ....
.....seine "Mitarbeiter" so auszuwählen, dass sie eine Einarbeitungszeit überleben. Bei seinem Arbeitsstil scheint das wohl auch nicht nötig zu sein: Twittern dürfte als Qualifikation reichen. ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.