Schweigegeld an Pornostar Trump bestreitet Kehrtwende im Fall Stormy Daniels

US-Präsident Trump soll das Schweigegeld an Pornostar Stormy Daniels erstattet haben. Das verriet sein neuer Anwalt Giuliani in einem Interview. Damit ist Trump wohl der Lüge überführt - er selbst sieht das anders.

MICHAEL REYNOLDS/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

"Nein": So deutlich antwortete US-Präsident Donald Trump noch vor wenigen Wochen, als er von Reportern gefragt wurde, ob er von den Zahlungen seines Anwalts an die Ex-Pornodarstellerin Stormy Daniels gewusst habe. Ob er wisse, woher das Geld stamme? Nein, auch das wisse er nicht.

Inzwischen musste Trump selbst einräumen, dass er seinem Anwalt die 130.000 Dollar Schweigegeld erstattet hat. Sein neuer Anwalt Rudolph Giuliani verriet in einem TV-Interview, dass Trump das Geld über mehrere Monate zurückgezahlt hatte. Eine Kehrtwende in dem Fall will der US-Präsident trotzdem nicht sehen: "Ich ändere keine Geschichten", sagte Trump nun vor Journalisten in Washington.

"Alles was ich sage ist, dass dieses Land jetzt gerade so gut läuft. Und dann diesen Mist auf den Tisch zu bringen, und die ganze Zeit diese Hexenjagden aufzubringen - das ist alles, worüber ihr reden wollt", sagte Trump. Er betonte, Giuliani habe seinen Job gerade erst übernommen und sei noch dabei sich einzuarbeiten: "Als Rudy diese Äußerung machte - Rudy ist toll - aber Rudy hatte gerade erst angefangen, und er war nicht vollkommen vertraut mit - Sie wissen schon, mit allem", sagte er. "Er wird sich noch Klarheit verschaffen."

Verdacht illegaler Wahlkampffinanzierung steht im Raum

Stephanie Clifford - so der bürgerliche Name der Pornodarstellerin - hatte zwölf Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 eine Vereinbarung mit Cohen unterzeichnet, in der sie sich verpflichtete, nicht öffentlich über eine angebliche Affäre mit Trump zu sprechen. Im Gegenzug zahlte Trumps Anwalt Michael Cohen ihr 130.000 Dollar (nach heutigem Wert 105.000 Euro). An die Schweigevereinbarung fühlt sich Clifford inzwischen nicht mehr gebunden, sie liegt darüber mit Cohen im Rechtsstreit.

Die Zahlung ist juristisch brisant: Sollte sie geleistet worden sein, um kurz vor der Wahl eine negative Berichterstattung über Trump abzuwenden, hätte sie womöglich als Wahlkampfspende deklariert werden müssen. Dies geschah aber nicht, weswegen der Verdacht illegaler Wahlkampffinanzierung im Raum steht.

Giuliani schob nach dem missglückten Interview noch eine verklausulierte Erklärung nach: "Meine Bezugnahme auf die zeitlichen Abläufe geben nicht meine Auffassung vom Wissen des Präsidenten wieder, sondern stattdessen, mein Verständnis von diesen Maßnahmen."

vks/AFP/AP



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micsei 05.05.2018
1. Ein Albtraum, oder?
Er rückt sein Land in so ein schlechtes Licht, kein Anstand, keine Ehrlichkeit, keine Moral. Dummes Geschwätz, Tag für Tag. Wie lange lassen sich die Amerikaner das noch bieten. Oder ist die Mehrheit der Amerikaner bereits genauso? Es ist wie in einem Albtraum
aurichter 05.05.2018
2. Er
ändere keine Geschichten! Nein Er macht Geschichte! Vor 50 Jahren hätte man Typen wie Trump und Giuliani mit Pauken und Trompeten in die Wüste geschickt, ohne Wenn und Aber. Diese Menschen hätten keinen Fuß mehr an den Grund bekommen, politisch nicht, beruflich auch nicht. Aber daran sieht man, wie verkommen Menschen werden, wenn man Sie permanent gewähren lässt. Mit Mafia Methoden den Weltfrieden gefährden, eine Heidenangst vor Nordkoreanischen Langstreckenraketen, aber im Nahost den Prügel auspacken, weil man weit genug vom Brandherd entfernt thront und ehemalige Verbündete somit auch wirtschaftlich noch unter Druck setzen kann. Aber davon schwafeln, dass der Russe den Frieden gefährdet. Soviel Hirn, wie hier vonnöten wäre, hat der liebe Gott gar nicht.
taglöhner 05.05.2018
3. Einen beißen die Schweine...
Ich mein' Giuliani ist schließlich auch schon hoch in den Siebzigern :). Ich wäre so gerne dabei, wie die zwei unter vier Augen und mit ein paar Drinks versuchen eine widerspruchsfreie Story aus dem Schlamassel zu basteln.
Beijinger 05.05.2018
4. Ich habe die beiden Interviews in Fox News
von Rudy Giuliani in voller Länge gesehen. Dazu kann ich nur sagen, er scheint an einer beginnenden Demenz zu leiden, so wie er spricht und seine Sätze formuliert und liefert so seinen Mandanten Trump weiteren juristischen Ermittlungen wegen illegaler Wahlkampfspenden aus. Wie gefährlich die Situation für Trump geworden ist, zeigen die letzten Entwicklungen, seine Anwälte laufen ihm davon, er holt Giuliani, der 18 Jahre nicht mehr als Anwalt gearbeitet hat und der liefert seinen “Mandanten” über 2 Fox News Interviews ans Messer. Robert Mueller sieht sich das alles sehr interessiert an und wird ihn schließlich mit seinen Ergebnissen der Untersuchungen aus dem Amt hebeln. Und das ist gut so.
sikasuu 05.05.2018
5. Ja, nein, doch nicht,... meine Einschätzung versus die DTs:-))
Es wird immer skurriler :-) Im Klartext heißt das doch: Mein leitender Anwalt ist zu blöd! . Kann den DT mal jemand klar machen, das "Fremdgehen" eine M'oralfrage, aber illegale Wahlkampffinanzierung eine Strafrechtsfrage in U-SA ist? . Was mMn. schön deutlich wird ist die "Lernresistenz" des momentan größten Persildenten aller Zeiten, der in den U-SA je gewählt worden ist. . Halbseidene Deals, politische Lügen, Seitensprünge, usw. ... alles bekannt, alles schön mal da gewesen, aber nicht Wissen um die "Fallen" des U-SAmerikanischen Rechts ist für jemanden in diesem Job ein absolutes NO-GO. . Es verdichtet sich das Gefühl, der glaubt wirklich jenseits von Gesetz&Recht zu stehen, unangreifbar zu sein & als 1. absoluter Herrscher in die Geschichte der U-SA eingehen zu können:-( . Keine Ahnung ist ja noch machbar, dafür hat man in diesen Positionen DŚtab & Linie, die einem die Hintergründe erklären, den Sprechzettel schreiben, aber so was... ? ;-(( . Mal sehn wie lange das gut geht & hoffen das der KNALL nur innerpolitsche Wellen wirft!
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