Russlandaffäre Sonderermittler Mueller will Trump persönlich befragen 

Die Anwälte Donald Trumps versuchen, eine Befragung des US-Präsidenten zur Russlandaffäre abzuwenden. Offenbar vergeblich: Sonderermittler Mueller informierte jetzt Trumps Rechtsberater über sein Vorhaben.

US-Präsident Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump


US-Sonderermittler Robert Mueller will laut "Washington Post" US-Präsident Donald Trump schon bald zur Russlandaffäre vernehmen. Ein entsprechendes Gesuch soll den Anwälten Donald Trumps zugegangen sein. Die Befragung solle bereits in den nächsten Wochen stattfinden.

Die Zeitung beruft sich auf eine Person in Trumps engerem Kreis, der Anonymität für Informationen über interne Gespräche gewährt wurde. Trump rechne inzwischen selbst mit einer Befragung, fühle sich bezüglich eines Gesprächs gewappnet und glaube, es würde endgültig die Frage klären, ob sein Team für seinen Wahlkampf mit Moskau kooperierte.

Bei Trumps Anwälten hingegen habe die Ankündigung eines Gesprächs eine Diskussion ausgelöst, wie ein Zusammentreffen noch vermieden oder zumindest reglementiert werden könne. Seit Mueller im Dezember eine mögliche Befragung ankündigte, würden sie darüber beratschlagen, ob auf einige Fragen schriftliche Antworten möglich seien.

Trump hat Vorwürfe stets zurückgewiesen

Auch der US-Sender CNN berichtet von den Versuchen von Trumps Anwälten, die Befragung soweit wie möglich einzuschränken. Es solle auch festgelegt werden, ob Trump unter Eid aussagen müsse und ob seine Aussagen aufgezeichnet würden.

Laut "Washington Post" planen Trumps Rechtsberater und Robert Mueller bereits ein Treffen, um die Bedingungen und Inhalte des Gesprächs zu definieren. Bei der Untersuchung, die Sonderermittler Robert Mueller leitet, soll herausgefunden werden, ob Trumps Team vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob Donald Trump später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern. Mueller wurde vom stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein eingesetzt. Justizminister Jeff Sessions hatte gesagt, sich wegen möglicher Befangenheit aus den Ermittlungen in der Russlandaffäre heraushalten zu wollen. Trump hat den Vorwurf einer heimlichen Zusammenarbeit mit Moskau wiederholt zurückgewiesen.

Muellers Ermittlungen führten bereits zur formellen Beschuldigung von Trumps ehemaligem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn. Dieser hatte sich Anfang Dezember vor Gericht schuldig bekannt, über seine Russland-Kontakte nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Justizminister Jeff Sessions habe Sonderermittler Robert Mueller eingesetzt. Sessions hatte sich aber für befangen erklärt, für ihn übernahm der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein die Aufgabe.

cop/Reuters



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