Telefonat mit Xi Trump akzeptiert Ein-China-Politik

Donald Trump hat Peking mit Handelskrieg gedroht und Taiwan umgarnt. Doch im ersten Gespräch mit Chinas Staatschef Xi bemühte sich der US-Präsident nun offenbar darum, Irritationen aus dem Weg zu räumen.

Donald Trump
AP

Donald Trump


Donald Trump hatte zuletzt - vorsichtig gesagt - für reichlich Irritationen in China gesorgt. Im Wahlkampf warnte er Peking vor einem Handelskrieg. Vor seinem Amtsantritt als US-Präsident telefonierte er entgegen jahrzehntelanger US-amerikanischer Gepflogenheit mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen - ein Affront für die Volksrepublik, die die Insel nicht als eigenständigen Staat anerkennt. Zudem stellte er grundsätzlich Pekings Ein-China-Politik infrage, wonach Taiwan lediglich als abtrünnige Provinz betrachtet wird.

Jetzt hat sich Trump aber offenbar um ein etwas besseres Verhältnis zu Peking bemüht. In einem mit Spannung erwarteten Telefongespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping versicherte der Republikaner, dass sich seine Regierung im Umgang mit China und Taiwan weiter an die Ein-China-Politik halten werde. Das bestätigten das Weiße Haus und das chinesische Staatsfernsehen.

Mit der Doktrin fordert Peking, dass kein Land diplomatische oder offizielle Beziehungen zur demokratischen Inselrepublik Taiwan unterhalten darf. Trumps Zusage dürfte die Spannungen zwischen den beiden größten Wirtschaftsnationen nun reduzieren.

China und USA wollen Kooperation ausbauen

Chinas Präsident begrüßte die Zusage von Trump, wie Chinas Staatsfernsehen berichtete. Die Ein-China-Politik sei "die politische Grundlage der Beziehungen", wurde Xi Jinping zitiert. Beide Präsidenten vereinbarten ferner, die Kommunikation und Kooperation auszubauen und wollten sich "bald" treffen, hieß es.

Das Weiße Haus berichtete von einem "langen Telefonat". "Auf die Bitte von Präsident Xi stimmte Präsident Trump zu, die Ein-China-Politik zu respektieren." Das Telefonat sei "äußerst herzlich" gewesen. Die Präsidenten hätten sich gegenseitig zu Besuchen eingeladen.

Ob die Präsidenten auch über den Handelsstreit gesprochen haben, blieb allerdings offen. Trump hatte China im Wahlkampf unfaire Handelspraktiken und Währungsmanipulationen vorgeworfen. Er hatte auch mit hohen Strafzöllen auf chinesische Importe gedroht.

Auch wurde nicht bekannt, ob die Präsidenten über die umstrittenen Territorialansprüche Chinas im Südchinesischen Meer gesprochen haben. Trump hatte Chinas Manöver wiederholt scharf kritisiert.

Trumps Vorwürfe und die Tatsache, dass der US-Präsident das erste Telefonat mit Xi so lange hinauszögerte, hatten in Peking für Kritik gesorgt.

kev/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.