Opioid-Krise in den USA Trump will Todesstrafe für Drogenhändler

In den USA gibt es so viele Drogentote wie nie zuvor. US-Präsident Trump will nun einen Plan dagegen vorlegen. Dealer müssen künftig mit härteren Strafen rechnen - im Extremfall mit der Todesstrafe.

Donald Trump
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Die Opioid-Krise breitet sich in sämtlichen Regionen der Vereinigten Staaten aus. Dagegen will US-Präsident Donald Trump nun mit härteren Strafen für die Drogenhändler vorgehen. Sie sollen künftig in den USA mit dem Tode bestraft werden können. Details zu dem Plan will Trump am Montag in New Hampshire verkünden. In dem Bundesstaat gibt es eine besonders hohe Abhängigkeit von Drogen wie Heroin und verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln.

Trumps Plänen zufolge soll das Justizministerium als Chefanklagebehörde auf Bundesebene in Prozessen die Todesstrafe beantragen, "wenn es unter dem geltenden Gesetz angemessen ist". Der Kongress müsse dazu keine Gesetzesänderung beschließen. Trump will den Angaben zufolge jedoch Senat und Abgeordnetenhaus auffordern, es gesetzlich zu erleichtern, Mindeststrafen für Menschen zu verhängen, die mit besonders gefährlichen Drogen handeln.

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Krankenwagen im Großraum Boston: Im Einsatz gegen die Opioid-Epidemie

Der Plan des Weißen Hauses sieht auch eine bessere Aufklärung sowie Maßnahmen gegen die übermäßige Verschreibung von Schmerzmitteln vor. Millionen von US-Bürgern sind Opioid-abhängig, viele wurden süchtig, nachdem ihnen zunächst starke Schmerzmittel verschrieben wurden. (Lesen Sie hier eine SPIEGEL-Reportage dazu.)

Im Video: Wie Heroin eine amerikanische Familie zerstörte

Erika Artman

Seit den Neunzigerjahren wurden die Medikamente in den USA sehr großzügig verordnet. Studien hatten die Suchtgefahr der Mittel massiv unterschätzt. Laut dem Center for Disease Control and Prevention (CDC) kamen zwischen Juli 2016 und September 2017 insgesamt 142.557 Menschen mit einer mutmaßlichen Opioid-Überdosis in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Insgesamt starben in den USA 2016 mehr als 42.000 Menschen an den Folgen einer Opioid-Einnahme - mehr als je zuvor. In mehr als 40 Prozent dieser Todesfälle hat es der CDC zufolge einen Zusammenhang mit einem verschreibungspflichtigen Opioid gegeben.

vks/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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eggie 19.03.2018
1. Überschrift
Ich schlage den großen Exorzismus vor. Der bringt am allermeisten.
maphry 19.03.2018
2. Und wieder etwas was nicht hilft
Verschärfte Strafen helfen nicht um der Krise zu begegnen, das System ist in dieser Hinsicht vollkommen gescheitert. Auch der krieg gegen Drogen hat bisher kaum etwas gebracht. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, Drogen zu legalisieren und wie Medikamente zu behandeln, um dem Markt den Boden zu entziehen. Drogennutzer sollte dabei dann als Kranke eingestuft werden und auch so behandelt werden, heisst ein ganzheitliches Konzept, das nicht nur die Sucht thematisiert, sondern auch die oft sozialen und psychischen Ursachen. Aber dann würden wir das Drogenproblem ja wirklich bekämpfen, und das will man wohl nicht.
fatherted98 19.03.2018
3. abgesehen...
....von der ethischen Komponente (ich lehne die TS total auch aus diesem Grund total ab)....ist die TS absolut ineffektiv und im Vergleich zu lebenslanger Haft viel zu teuer (hat CNN mal durchgerechnet). Evtl. sollte man sich mal überlegen warum so viele Amerikaner...auch aus dem Mittelstand....harte Drogen konsumieren....aber das würde sich evtl. gegen die US Pharmawirtschaft richten.....und das wäre von Herrn Trump nicht zu erwarten. Letztlich nur große Worte...denen nichts folgen wird....und hier und anderswo zu Aufregung führt. Nicht zu vergessen....Todesstrafe ist in den USA Ländersache!
ReinhardZiegler 19.03.2018
4. Pharmaindustrie ?
Trump hatte schon schlechtere Ideen, als rigoroser gegen Drogendealer vorzugehen. Aber hat er damit auch die amerikanische Pharmaindustrie gemeint ?
horstenporst 19.03.2018
5.
Wie wäre es damit der Familie Sackler eine Rechnung zu schicken, für das was sie angerichtet haben? https://www.esquire.com/news-politics/a12775932/sackler-family-oxycontin/
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