USA Bannon verliert Sitz im Nationalen Sicherheitsrat

Es war eine umstrittene Entscheidung von Trump: Kurz nach seiner Amtseinführung berief er seinen Berater Stephen Bannon in den Nationalen Sicherheitsrat. Nun hat der US-Präsident das Gremium offenbar neu organisiert.

Stephen Bannon
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Stephen Bannon


Der umstrittene Berater von US-Präsident Donald Trump, Stephen Bannon, verliert einen wichtigen Posten. Berichten zufolge gehört er nicht länger dem Nationalen Sicherheitsrat der der USA an. Trump habe das Gremium umorganisiert und Bannon abgezogen, melden mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend.

Der Nationale Sicherheitsrat der USA berät den US-Präsident in wichtigen Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik. In einem aufsehenerregenden Schritt hatte Trump Ende Januar seinen Chefstrategen Bannon in das "Principals Committee", eine Unterabteilung des Rates, berufen. Gleichzeitig hatte Trump dem Nationalen Geheimdienstdirektor Dan Coats und dem Generalstabchef Joseph Dunford ihre permanenten Sitze entzogen.

Kritiker sahen in der Berufung Bannons eine Politisierung des Gremiums zulasten der Fachkompetenz. Seitdem war über seine Zukunft in dem Gremium spekuliert worden. Nun hat Trump diese Umstrukturierung offenbar wieder rückgängig gemacht. Coats und Dunford sollen den Berichten zufolge wieder ständige Mitglieder sein.

Es wird vermutet, dass Trumps Nationaler Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster maßgeblichen Einfluss auf diese erneute Umstrukturierung hatte. Der Drei-Sterne-General war im Februar als Nachfolger von Michael Flynn auf den Posten berufen worden, nachdem dieser wegen seiner Kontakte zum russischen Botschafter gehen musste.

McMaster hatte vor seiner Berufung keine Verbindung zu Trump und gilt anders als Bannon und Flynn nicht als ideologischer Hardliner, sondern verkörpert traditionelle republikanische Standpunkte in der Außen- und Sicherheitspolitik. (Lesen Sie hier mehr zu Trumps Sicherheitsberater McMaster.)

Bannon gilt als eine Schlüsselfigur für Trumps Wahlerfolg und ist sehr umstritten. Zuvor hatte er die Seite "Breitbart News" geleitet und sie zum führenden Onlinemedium für rechte US-Amerikaner ausgebaut. Unter seiner Verantwortung verbreitete die Plattform nationalistische und antisemitische Positionen.

brk/Reuters/dpa

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