USA Trumps Uno-Botschafterin Haley tritt zurück

Nikki Haley, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, wird zum Ende des Jahres ihr Amt aufgeben. Sie habe "unglaubliche Arbeit" geleistet, sagte Trump. Einen Nachfolger werde er in wenigen Wochen bekanntgeben.

Haley und Trump
AFP

Haley und Trump


Überraschende Personalie: Die US-amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley will von ihrem Amt zurücktreten. US-Präsident Donald Trump nahm den Rücktritt nach eigenen Angaben an. Demnach wird sie ihren Posten zum Ende des Jahres abgeben. "Sie ist eine fantastische Person", sagte Trump bei einem gemeinsamen Pressestatement. Haley selbst sprach von einer großen Ehre, als Uno-Botschafterin gearbeitet zu haben. "Die USA sind wieder stark."

Jared Kushner sei ein "verstecktes Genie", sagte Haley. Ivanka Trump, Trumps Tochter, sei eine gute Freundin geworden. Trump betonte, sie könne sich jederzeit bei ihm melden.

Haley war im November 2016 als US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen nominiert worden, im Januar 2017 wurde sie vom US-Senat bestätigt. Laut Reuters sagte Trump nach einem Treffen am Dienstag, Haley habe ihm bereits vor einem halben Jahr gesagt, dass sie sich nach einer zweijährigen Amtszeit oder spätestens am Ende des Jahres eine Auszeit nehmen wolle. Er hoffe, dass sie danach ein anderes Amt übernehmen würde. Sie habe "unglaubliche Arbeit" geleistet. Wer den Posten übernimmt, werde in zwei bis drei Wochen bekanntgegeben.

Ein konkreter Grund für den Rücktritt Haleys war zunächst nicht bekannt. Sie wolle Trump bei seinem Wahlkampf 2020 unterstützen und nicht selbst für die Republikaner antreten, sagte Haley am Dienstag. Einen persönlichen Grund für die Personalie gebe es nicht. Es sei "wichtig zu wissen, wann die Zeit zu gehen gekommen" sei, sagte sie ohne nähere Erläuterung. Haley selbst hatte Trump in dessen Wahlkampf im Jahr 2016 zunächst offen kritisiert, sich dann aber auf seine Seite geschlagen.

Haley wurde als Tochter von indischen Einwanderern, die der Religionsgemeinschaft der Sikh angehören, in South Carolina geboren. Sie konvertierte später zum Christentum. Bevor sie im Jahr 2010 erstmals zur Gouverneurin von South Carolina gewählt wurde, war sie Abgeordnete im Regionalparlament ihres Bundesstaats.

Spekulationen über Abgang

Schon vor gut einem Jahr war darüber spekuliert worden, ob Haley ihr Amt als Uno-Botschafterin aufgibt. Damals hieß es, sie habe Interesse am Posten des damaligen US-Außenministers Rex Tillerson. Anders als der eher wortkarge Tillerson trat Haley eloquent auf und nahm in politischen Verhandlungen häufig eine führende Rolle ein. Bei den Vereinten Nationen setzte sie Trumps Kurs einer schlankeren Uno mit geringeren Beiträgen der USA zu Budget und Friedenseinsätzen konsequent um.

Seit Trumps Amtsübernahme im Januar 2017 sind eine ganze Reihe von Regierungsvertretern entweder zurückgetreten oder wurden entlassen. Zu ihnen gehören unter anderem die Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn und H.R. McMaster, Stabschef Reince Priebus, Trumps Kommunikationsdirektoren Hope Hicks und Anthony Scaramucci sowie Außenminister Tillerson.

vks/AFP/Reuters/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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nordharri 09.10.2018
1. Wie nur wenige vor ihr,
vertrat Frau Haley vor den UN den Hegemonieanspruch der USA gegenüber dem Rest der Welt offensiv und anmaßend. Sie stellt noch Frau Condy Rice, die aggressive Außenministerin von W.C.Bush in den Schatten!
tosi01 09.10.2018
2. Endlich !
Das ist ein absoluter Gewinn für die freie und friedliebende Welt. Diese Kriegstreiberin besuchen wir nicht. DANKE, DANKE es gibt Hoffnung und Zuversicht.
hirlix 09.10.2018
3. Schade
sie war eine der wenigen guten Seiten von Trumps Präsidentschaft. Ich stimme nicht mit all zu vielen Punkten in Trumps Programm überein, aber was die UN anbelangt liegt er weitestgehen richtig. Ich habe einige Reden von Frau Haley gesehen und ich muss sagen, dass sie eine würdige Vertreterin der USA war und die amerikanischen Entscheidungen immer gut begründet hat.
dunnhaupt 09.10.2018
4. Hat Frau Haley Pläne?
Eine Kandidatur als Präsidentin hat sie bereits abgelehnt, doch wolle sie sich aktiv an der Kampagne für Trumps Wiederwahl 2020 beteiligen. Und wer wird ihr Nachfolger? Eine Möglichkeit wäre der jetzige US-Botschafter Grenell in Berlin, der in der UNO bereits langjährige Erfahrungen sammelte.
Atheist_Crusader 09.10.2018
5.
Zitat von tosi01Das ist ein absoluter Gewinn für die freie und friedliebende Welt. Diese Kriegstreiberin besuchen wir nicht. DANKE, DANKE es gibt Hoffnung und Zuversicht.
Ich würde mit dem Gejubel warten, bis ihre Nachfolge verkündet wird. Denn die trumpsche Definition von Spitzenpersonal kennen wir ja schon: ultrarechts und ultra-loyal.
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