Aufhebung von Importbeschränkungen USA erlauben Einfuhr von Gütern aus Kuba

Die USA haben die Einfuhr von Gütern aus Kuba genehmigt. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Waren aus privater Produktion stammen müssen. Im Fall des kommunistischen Karibikstaates ist die überschaubar.

US-Flaggen an einem Hotel in Havanna (Archiv): Importe aus dem Privatsektor erlaubt
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US-Flaggen an einem Hotel in Havanna (Archiv): Importe aus dem Privatsektor erlaubt


Havanna - Die US-Regierung hat eine Einfuhrerlaubnis für Waren aus kubanischer Produktion beschlossen. Die Freigabe beziehe sich aber lediglich auf Güter, die im Privatsektor des Inselstaates hergestellt wurden. Es ist der erste konkrete Schritt hin zu einer geplanten umfangreicheren Lockerung der Sanktionen gegen das sozialistische Kuba.

Laut einer vom US-Außenministerium veröffentlichten Liste können Amerikaner nun Güter aus dem relativ überschaubaren kubanischen Privatsektor einführen. Allerdings bleiben viele Bereiche außen vor: Tabak, Alkohol, Textilien, Maschinen, Fahrzeuge. Das private Gewerbe konzentriert sich auf Reparaturen für Uhren oder Fahrzeugwartung - also weniger exportfähige Waren.

Erschwerend kommt hinzu, dass Havanna die gesamte Exportwirtschaft kontrolliert. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Regierung privaten Außenhandel ermöglichen will. Erst seit 2010 ist privates Unternehmertum im Karibikstaat offiziell erlaubt. Die stagnierende Wirtschaft zwang die Regierung den Markt für die Privatwirtschaft zu öffnen. Im Privatsektor sind etwa 480 000 Menschen beschäftigt.

Das sozialistisch regierte Kuba und die Vereinigten Staaten hatten Mitte Dezember überraschend die Normalisierung ihre Beziehungen nach mehr als 50 Jahren diplomatischer Eiszeit angekündigt.

loe/AP/Reuters



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insgesamt 5 Beiträge
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demokroete 14.02.2015
1. 50 Jahre haben die USA ihren kleinen Nachbarstaat
drangsaliert und plötzlich wollen sie die Beziehungen normalisieren? Könnte das damit zusammenhängen, dass sie befürchten, Russland könnte sich wieder für seinen alten Freund interessieren und womöglich als Ausgleich für die zu erwartende Stationierung von US-Truppen in der Ukraine, russische Truppen auf Kuba stationieren ?
h-i-2224 14.02.2015
2. Nicht überraschend, sondern als Gegenentwurf zu den
sich immer weiter ausdehnenenden Unabhängigkeitsbestreben der lateinamerikanischen Länder.
smokiebrandy 14.02.2015
3. Na da haben sich die Leute aber wieder etwas einfallen lassen..
Was soll diese Regelung? Ist man der Meinung nun über Nacht Kuba zu kippen? Vielleicht sollte man auch noch eine wirksame Einschränkung verwenden... Produkte die importiert werden dürfen, sollten nicht von Kubanern produziert worden sein... Dieser lächerliche Versuch der Einflussnahme zeigt was die Ankündigung der Aufhebung der Sanktionen wert ist. Als USA muss man auf dieses gefährliche Kuba ein Auge haben...
frenchie3 14.02.2015
4. Na ja
Erst mal ein Symbol. Aber die Kubaner werden schon irgendwie Produkte finden die in das Raster passen. Und dann .... die sind ja nicht blöd
pedropérez 17.02.2015
5.
Dem neuen kubanischen Auslandsinvestitionsgesetz von 2014 ist zu entnehmen, dass private Unternehmer nur am Außenhandel teilnehmen können sofern die eine juristische Person sind. Und das kann lediglich eine Genossenschaft sein, die wiederherum keine Außenhandelsstrukturen zur Verfügung hat bzw. zunächst einmal schaffen müsste. Die Vielzahl der Kleinunternehmer (cuentapropistas) ist nach wie vor von internationalen Handelsgeschäften ausgeschlossen, da sie eben Privatpersonen sind. Also eher kein von den USA ausgehendes Symbol sondern eher eine Erinnerung daran, dass der Konflikt mit Kuba mittlerweile über 100 Jahre alt ist und es eine lange Zeit benötigen wird, den Wurzeln beizukommen. Schade, dass der Spiegel solche oberflächlichen Artikel publiziert.
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