Drohungen aus Nordkorea USA errichten Raketenabwehr auf Pazifikinsel

Die USA reagieren auf die Provokationen aus Pjöngjang: Auf der Pazifikinsel Guam werde in den kommenden Wochen ein Raketenabwehrsystem aufgebaut. In der Nacht hatte Nordkorea Washington offiziell mit einem Atomschlag gedroht - und offenbar eine Mittelstreckenrakete in den Osten verlegt.


Seoul/Washington - Der Konflikt mit Nordkorea eskaliert weiter: Das US-Verteidigungsministerium hat angekündigt, angesichts der Drohungen aus Pjöngjang "in den kommenden Wochen" ein Raketenabwehrsystem auf der zu den USA gehörenden Pazifikinsel Guam aufzustellen. Das amerikanische Militär beorderte in den vergangenen Tagen bereits Kampfflugzeuge und Zerstörer in die Region.

Unterdessen meldeten die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap und die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" übereinstimmend, Nordkorea habe eine Mittelstreckenrakete vom Typ "Musudan" an die Ostküste verlegt.

Zuvor hatte Nordkorea im Konflikt mit Südkorea und den Vereinigten Staaten seinen Konfrontationskurs weiter verschärft. Ein Atomangriff auf die USA sei endgültig genehmigt worden, teilte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee am Donnerstagmorgen (Ortszeit) mit. In einer über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung erklärte der Generalstab, bei dem "gnadenlosen Einsatz" könnten "moderne" Waffen eingesetzt werden. Die Regierung in Washington werde formal darüber informiert, dass dies eine Reaktion auf Drohungen aus den USA sei.

Nordkorea verfügt nach Ansicht von Experten allerdings nicht über die technischen Mittel, das amerikanische Festland mit Langstreckenraketen anzugreifen. Doch ein Angriff mit Mittelstreckenraketen etwa auf die US-Truppen in Südkorea oder Militärstützpunkte in Japan läge durchaus im Bereich des Möglichen. Zuletzt nannte Nordkorea auch konkret Guam und Hawaii als mögliche Ziele.

Das Pentagon will nach eigenen Angaben auf Guam ein "Terminal High Altitude Area Defense"-System (Thaad) aufstellen. Es verfügt über Abfangraketen.

Mitte März hatte Verteidigungsminister Chuck Hagel bereits angekündigt, dass 14 neue Abwehrsysteme den Schutzschild an der Westküste des Landes verstärken sollen. Die Anlagen werden wohl vor allem in Alaska aufgestellt. Auch in Japan soll laut Hagel eine neue Anlage zur Radarüberwachung entstehen. Beide Ankündigungen dürften auch in Zusammenhang mit den Drohungen aus Nordkorea stehen.

Industrieanlage Kaesong weiter gesperrt

Die US-Marine hatte auch eine gigantische schwimmende Radarstation in das Seegebiet verlegt und zwei Zerstörer geschickt. Tarnkappenbomber nahmen an einem gemeinsamen Manöver mit Südkorea teil.

Auch an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist keine Entspannung in Sicht. Die Führung in Pjöngjang blockierte den zweiten Tag in Folge den Zugang für Südkoreaner zum gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong. Einen Bericht von Yonhap, wonach alle Südkoreaner Kaesong bis zum 10. April verlassen müssen, dementierte das Vereinigungsministerium in Seoul. Die nordkoreanischen Behörden hätten lediglich einige Unternehmen aufgefordert, eine Liste mit Namen von Arbeitern zu übergeben, die den Komplex bis zu diesem Datum verlassen wollten. Laut Seoul befanden sich am Donnerstagmorgen noch 812 Südkoreaner in der Anlage.

Die nordkoreanische Führung hatte am Mittwoch zugesagt, dass alle sich in Kaesong aufhaltenden Südkoreaner ausreisen dürften. Am Donnerstag drohte Nordkorea laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit dem Abzug seiner 53.000 Arbeiter aus dem Komplex.

Der Wirtschaftspark liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gegründet und galt seitdem als wichtiges Symbol der Annäherung; er ist überdies eine wichtige Devisenquelle für das kommunistische Nordkorea.

fab/AFP/Reuters



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insgesamt 113 Beiträge
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iffel1 04.04.2013
1. Warum China sich nicht bewegt...
ist es doch nicht im Sinne Chinas, wenn die USA vor der Tür Mengen von Kriegs- und Spähmaterial installieren. Es ist doch auch nichts einzuwenden, wenn China Nordkorea übernimmt. Die Nordkoreaner wären dankbar und die in Saus und Braus lebende Diktatorenriege wäre im Knast - gut so, also ran !
ratxi 04.04.2013
2. wie das weitergeht.
Zitat von sysopDPADie USA reagieren auf die Provokationen aus Pjöngjang: Auf der Pazifik-Insel Guam werde in kommenden Wochen ein Raketenabwehrsystem aufgebaut. In der Nacht hatte Nordkorea Washington offiziell mit einem Atomschlag gedroht - und offenbar eine Mittelstreckenrakete in den Osten verlegt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-errichten-wegen-drohungen-aus-nordkorea-raketenabwehr-auf-guam-a-892410.html
So langsam sind in der Tat keine Steigerungen der Drohgebärden Nordkoreas mehr möglich. Ich bin gespannt, wie das weitergeht.
acta_non_verba 04.04.2013
3. Der kleine Fettsack...
...der sich selbst wohl als großen Staatsmann betrachtet, sollte sich langsam aber sicher mal überlegen, wie weit er das Spiel treiben will. Vor allem mit seinen Atomschlagdrohungen... Selbst wenn NK in der Lage sein sollte, was ich stark bezweifel, eine Rakete mit einem Nuklearsprengkopf auszurüsten, sollten die sich hüten, diese gegen die USA einzusetzen. Deren Verteidigungsstrategie ist nämlich seit Jahrzehnten bekannt und heißt: Werden wir mit Massenvernichtungswaffen angegriffen, schlagen wir mit Massenvernihtungswaffen zurück...Und dann gibts zwischen SK und China bald nen riesigen Parkplatz...
pennywise_the_clown 04.04.2013
4. .
EINE Mittelstreckenrakete wurde verlegt? Na dann werden die USA ja Angst haben. Was mich umtreibt: Wenn Kim-chen zu seinen Generälen sagt: "OK Eine A Bombe nach Hawai" was machen die? Schreien sie "Tolle Idee geliebter Führer!" ? Oder zieht einer seine Pistole und schickt Kim-chen zu Papa? Die Führunsriege wird wissen welche Folgen ein Atomschlag hätte. Und ob sie so freudig für Kim-chen sterben würden wie die tausenden von hirngewaschenen Soldaten?
andy_c 04.04.2013
5. Wann
schick der MI6 einen wahren "Bond" nach NK? Diesem Fettkloß sollte man die Drogen entziehen!
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