Festnahme FBI verhaftet Russen wegen Verdachts illegaler Rüstungslieferungen

Am 28. Dezember wurde der Amerikaner Paul Whelan in Moskau verhaftet. Jetzt wird bekannt: Einen Tag später nahm das FBI einen Russen fest, der in den USA per Haftbefehl gesucht wird. Eine Retourkutsche?

FBI-Wappen
AP

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Das FBI hat auf den Nördlichen Marianen, einem Außengebiet der USA im Pazifik, einen russischen Staatsbürger verhaftet. Ein Gericht in Florida hatte Dmitrii Makarenko im Jahr 2017 angeklagt. Ihm werden Geldwäsche sowie eine Verschwörung vorgeworfen, die das Ziel hatte, militärische Gegenstände illegal nach Russland zu liefern. Im Juni 2017 stellte ein Gericht in Florida einen Haftbefehl gegen den Mann aus.

Zusammen mit einem Komplizen, Vladimir Nevidomy, soll Makarenko im Jahr 2013 unter anderem versucht haben, Nachtsichtgeräte, Wärmebildkameras und Zünder von den USA nach Russland zu exportieren - ohne die dafür nötige Genehmigung des US-Außenministeriums. Nevidomy wurde der Prozess gemacht. Er bekannte sich schuldig und wurde zu 26 Monaten Haft verurteilt.

Makarenko wurde bereits am 29. Dezember bei seiner Ankunft auf der Pazifikinsel Saipan vom FBI festgenommen. Laut "Saipan Tribune" soll der Mann zuletzt in Wladiwostok gelebt haben. Welchen Zweck die Reise hatte, ist unklar. Nach Angaben des russischen Außenministeriums soll der Gesuchte gemeinsam mit seiner Familie in Saipan gelandet sein. Die Angaben über sein Alter gehen weit auseinander: Während in Medien auf den Nördlichen Marianen von einem 72 Jahre alten Mann die Rede ist, gibt das Außenministerium in Moskau an, Makarenko sei 1979 geboren worden.

Russland wirft den US-Behörden vor, sie hätten Moskau nie formal über die Festnahme informiert. Zudem verweigerten sie dem Verhafteten Zugang zu russischen Botschaftsmitarbeitern in den Vereinigten Staaten. Dieser hätte Makarenko bis spätestens zum 2. Januar gewährt werden müssen.

Inzwischen hat das FBI den Mann nach Florida überstellt.

Makarenkos Verhaftung fällt mitten in den Streit um den US-Bürger Paul Whelan. Er wurde am 28. Dezember in Moskau festgenommen. Russland hat den 48-Jährigen, der außerdem die britische, irische und kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, wegen Spionage angeklagt. Ihm drohen bis zu 20 Jahren Haft.

Es wird spekuliert, dass Whelan als Pfand eingesetzt wird, um ihn gegen Marina Butina auszutauschen. Die russische Studentin steht in Washington vor Gericht. Sie soll im Auftrag russischer Stellen versucht haben, Einfluss auf politische Organisationen in den USA zu nehmen.

Russlands stellvertretender Außenminister Sergei Ryabkow sagte am Samstag, es sei noch zu früh, um über einen Gefangenenaustausch nachzudenken.

syd/Reuters



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