Frist zur Familienzusammenführung abgelaufen Hunderte Migrantenkinder weiter von Eltern getrennt

Ein Gericht hatte den US-Behörden bis Donnerstag Zeit gegeben, illegal eingewanderte Eltern mit ihren Kindern zu vereinen. Doch noch immer sind mehr als 700 Minderjährige in Gewahrsam der Behörden.

Demonstration in Washington gegen Familientrennungen
MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Demonstration in Washington gegen Familientrennungen


Bis zu diesem Donnerstag hatten US-Behörden Zeit, mehr als 2500 Kinder, die an der Grenze zu Mexiko von ihren Eltern getrennt worden waren, wieder mit ihren Verwandten zu vereinen. Nun ist die Frist abgelaufen - und noch immer befinden sich mehr als 700 Migrantenkinder in Gewahrsam der Behörden.

Bislang sind offiziellen Angaben zufolge 1442 Kinder, die älter als fünf Jahre sind, wieder mit ihren Eltern zusammengebracht worden, die in Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE sind. Weitere 378 Minderjährige seien entweder mit ihren Eltern in anderen Orten der USA oder mit sogenannten Sponsoren vereint worden, das sind meist andere Familienangehörige.

Damit sind aber noch immer rund 700 Kinder in Behördengewahrsam. Zur Begründung hieß es unter anderem, die Familien seien entweder nicht auffindbar gewesen oder es habe Einwände und "rote Fahnen" hinsichtlich einer Wiedervereinigung gegeben. Es ist unklar, wann genau die Kinder wieder mit ihren Eltern zusammengebracht werden können.

Bei 120 Kindern hätten die Eltern eine Wiedervereinigung abgelehnt, heißt es von den Behörden. Bei 431 weiteren Kindern hielten sich die Eltern nicht mehr länger in den USA auf - sie sind höchstwahrscheinlich nach Guatemala, El Salvador und Honduras abgeschoben worden. Bei 94 Kindern sei der Aufenthaltsort der Eltern unklar.

Die Kinder waren an der US-Grenze von ihren Eltern getrennt worden. Die Erwachsenen kamen in Haftanstalten, ihre Kinder in Auffanglager. Diese Praxis war Teil der "Null-Toleranz-Politik" von US-Präsident Donald Trump, mit der er Menschen davon abschrecken wollte, die US-mexikanische Grenze zu überqueren. Ein Gericht hatte allerdings geurteilt, es sei inhuman und verfassungswidrig, Familien über Wochen und Monate auseinanderzureißen.

Video zu Familientrennungen an US-Grenze: Mutter und Tochter nach 55 Tagen vereint

In einer Art Kehrtwende hatte Trump dann per Dekret ein Ende der Praxis verfügt. Eltern, die illegal eingewandert sind, sollen nun gemeinsam mit ihren Kindern festgehalten werden.

aar/dpa/AP



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
gandhiforever 27.07.2018
1. Unauffindbar
Wenn viele Kinder nicht mit ihren Eltern zusammengefuehrt werden koennen, weil diese nicht auffindbar sind, dann ist das die folge der menschenverachtenden Poltik der Trump Leute. Der Richter sollte das/die verantwortliche(n) Regierungsmitglied(er) in Beugehaft nehmen.
njotha 27.07.2018
2. Hassfabrik
die USA als als einer der schlimmsten Schurkenstaaten weltweit leisten wirklich hervorragende Arbeit darin, Hass auf sich zu erzeugen und damit Terroristen zu erbrüten. Der systematisch erzeugte Hass der islamischen Welt wird auch in hundert Jahren nicht mehr zu beschwichtigen sein, aber das reicht ihnen anscheinend noch nicht, jetzt wollen sie auch noch die Mexikaner in den USA-Hass treiben. Vielleicht sollte Trump wirklich eine Mauer bauen, sehr hoch, sehr stabil und um ganz USA herum - um die Welt vor diesem Land zu schützen
macarthur996 27.07.2018
3. Kinder
die Kinder von ihren Eltern zu trennen ist ein schlimmes Verbrechen der US Administration. ich klage die an, die das angeordnet haben. Wichtig ist jetzt, Kinder und Eltern wieder zusammenzubringen
FK-1234 27.07.2018
4. Trumps Eskalationsspirale
...dreht sich und es besteht die Gefahr des Abstumpfens angesichts immer neuer inhummaner und verabscheuungswürdiger Handlungen und Statsments sowie deren Folgen/Konsequenzen. Seine Anhänger sind offensichtlich aus dem gleichen Holz geschnitzt wie der präsidiale Narzist.
sebold 27.07.2018
5. Trumps "Kehrtwende"
von Gesetzen, die schon Jahre vor seiner Präsidentschaft existierten und angewandt wurden, bitte besser recherchieren, bzw. den Leser nicht bewußt für dumm verkaufen.
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