Ilhan Omar US-Abgeordnete entschuldigt sich nach Vorwurf des Antisemitismus

Sie ist jung, Muslimin - und steht seit dem Wochenende massiv in der Kritik: Die US-Demokratin Ilhan Omar hat sich nach Meinung politischer Freunde und Gegner antisemitisch geäußert. Nun nimmt sie dazu Stellung.

Demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar
SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

Demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar


Die muslimische Kongressabgeordnete der US-Demokraten Ilhan Omar, 37, hat sich für Äußerungen entschuldigt, die als antisemitisch kritisiert worden waren.

Omar, geboren in Somalia, hatte am Wochenende Kritik an proisraelischem Lobbyismus in den USA geäußert und sich dabei nach Meinung vieler Beobachter antisemitischer Stereotype bedient. Dafür war sie sowohl von Republikanern als auch von Mitgliedern ihrer eigenen Partei kritisiert worden.

Die Kongressabgeordnete hatte am Sonntag über Twitter suggeriert, dass die proisraelische Lobbygruppe AIPAC mit Wahlkampfspenden für eine proisraelische Haltung der Republikaner sorge. Diese Argumentation bedient laut "Politico" antisemitische Stereotype, wonach Geld von jüdischen US-Amerikanern eine proisraelische Haltung in den USA und anderswo unterstütze.

Twitter

Dafür erntete Omar von republikanischen Abgeordneten scharfe Kritik. Laut "Vox" wird neben Omar auch Rachida Tlaib als zweite muslimische Kongressabgeordnete des Antisemitismus beschuldigt.

Doch auch Demokraten kritisierten Omar für ihre Äußerungen: Das Führungsteam der Demokraten verurteilte in einer Erklärung die Tweets Omars als "zutiefst beleidigend". Andere zeigten ihr jedoch ihre Unterstützung in Form von Notizen an ihrem Büro sowie über Twitter.

Unterstützungsnotizen für Ilhan Omar an ihrem Büro
AFP

Unterstützungsnotizen für Ilhan Omar an ihrem Büro

Am Montag entschuldigte sich Omar für ihre Äußerungen:

"Meine Absicht ist es nie, meine Wählerschaft oder jüdische Amerikaner generell zu beleidigen", schrieb sie auf Twitter. "Wir müssen immer bereit sein, einen Schritt zurückzutreten und Kritik zu überdenken, genauso wie ich erwarte, dass die Leute mich hören, wenn andere mich wegen meiner Identität angreifen. Deshalb entschuldige ich mich eindeutig."

Gleichzeitig schrieb sie jedoch auch, dass die Rolle von Lobbyisten in der Politik weiterhin problematisch sei - egal ob es um den Einfluss von AIPAC, der US-Waffenlobby oder der fossilen Brennstoffindustrie gehe.

mal

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.