US-Präsidententochter Ivanka geht auf Distanz zu Trumps Politik

US-Präsident Trump muss scharfe Kritik einstecken - von seiner Tochter. Die Trennung von Migrantenfamilien bezeichnete Ivanka Trump als "Tiefpunkt", auch über die Medien äußert sie sich anders als ihr Vater.

Ivanka Trump
AFP

Ivanka Trump


US-Präsidententochter Ivanka Trump widerspricht in einigen Punkten der Politik ihres Vaters. Bei einer Veranstaltung in Washington übte sie deutliche Kritik an den Trennungen von Migrantenfamilien an der Grenze, die sie als "Tiefpunkt" bezeichnete. Auch distanzierte sie sich von den harten Medienattacken ihres Vaters.

Sie sei "sehr entschieden" gegen die Trennung von Eltern und Kindern, sagte die 36-Jährige bei der Konferenz des Nachrichtenportals "Axios". Sich selbst beschrieb sie als "Tochter einer Immigrantin" - ihre Mutter Ivana Trump stammt aus der früheren Tschechoslowakei.

Die US-Behörden hatten im Zuge einer "Null Toleranz"-Politik gegenüber der illegalen Zuwanderung rund 2500 Kinder an der Grenze ihren Eltern weggenommen. Die Eltern wurden als Straftäter behandelt und inhaftiert, die Kinder auf Heime im ganzen Land verteilt.

Erst nach einem Aufschrei der Empörung in der US-Öffentlichkeit stoppte Präsident Donald Trump im Juni diese harsche Praxis. Hunderte Migrantenfamilien wurden von den Behörden aber immer noch nicht wieder zusammengeführt.

"Keine Feinde des Volkes"

Ivanka Trump, die einen offiziellen Beraterposten im Weißen Haus hat, sagte ferner: "Nein, ich empfinde die Medien nicht als Feinde des Volkes". Diese Äußerung machte sie allerdings erst auf energische Nachfrage. Ihr Vater denunziert Medien, die kritisch über ihn berichten, regelmäßig als "Feinde des Volkes". Zuletzt hatte auch Trumps Ehefrau Melania zu verstehen gegeben, dass sie Sender wie CNN, die vom Präsidenten permanent verunglimpft werden, durchaus gern anschaue.

Bei Trump-Veranstaltungen werden Reporter immer wieder wüst beschimpft. Dies widerfuhr zuletzt dem CNN-Journalisten Jim Acosta bei einem Auftritt des Präsidenten am Dienstag in Tampa im US-Bundesstaat Florida. Trump-Fans zeigten ihm den Stinkefinger und grölten "CNN ist beschissen!"

Der Präsident verbreitete danach im Kurzmitteilungsdienst Twitter eine Botschaft seines Sohnes Eric weiter, in dem die Szene aus Tampa mit den Beschimpfungen von CNN gezeigt wird. Eric Trump setzte dazu das Schlagwort "#Truth" (Wahrheit).

kev/AFP/AP



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