Russlandaffäre US-Justizminister Sessions stundenlang befragt

Er ist wohl das erste Mitglied aus dem Trump-Kabinett, das sich vor Ermittlern in der Russlandaffäre verantworten muss: US-Justizminister Sessions ist in Washington angehört worden - mehrere Stunden lang.

Jeff Sessions
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Jeff Sessions


In der Affäre um mögliche Verbindungen zwischen Russland und dem Wahlkampfteam von Donald Trump erhöhen die Ermittler den Druck auf die Regierung: Mit Justizminister Jeff Sessions ist nun offenbar erstmals ein Mitglied des US-Kabinetts von dem Team um Sonderermittler Robert Mueller zur Rede gestellt worden. Das teilte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag mit.

Sessions wurde demnach bereits vergangene Woche angehört, wie die "New York Times" berichtet. Die Befragung dauerte mehrere Stunden. Welche Fragen Sessions konkret gestellt wurden, war zunächst nicht bekannt. Sessions gilt aber als wichtiger Zeuge in einem komplexen Fall.

Als Justizminister ist Sessions auch Chef des FBI. Die US-Sicherheitsbehörde ist für die Untersuchung der möglichen Russland-Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam verantwortlich. Als bekannt wurde, dass Sessions sich noch vor Trumps Amtseinführung mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak getroffen hatte, gab dieser die Ermittlungen jedoch ab.

Sonderermittler Mueller untersucht auch den brisanten Rauswurf von FBI-Direktor James Comey durch den US-Präsidenten im vergangenen Jahr. Comey hatte ebenfalls zur Russlandaffäre ermittelt. Seitdem steht der Vorwurf gegen Trump im Raum, er habe versucht, die Justiz zu behindern.

Aus dem Weißen Haus hatte es im Fall Comey zunächst geheißen, dieser sei auf Empfehlung des Justizministeriums entlassen worden. Der Präsident begründete den Rauswurf fortan mit "dieser Russland-Sache".

kev/AP/Reuters



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