Gefangenenaustausch: USA machen Taliban neues Angebot
Es soll der erste Schritt zu Friedensgesprächen sein: Washington will nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters für den US-Soldaten Bergdahl fünf hochrangige Taliban aus dem Gefängnis Guantanamo Bay freilassen. Der 26-Jährige war vor drei Jahren verschleppt worden.
Washington - Die USA haben den radikalislamischen Taliban ein neues Angebot zum Austausch von Gefangenen unterbreitet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Insider. Danach ist die Regierung von Präsident Barack Obama jetzt zu Zugeständnissen bei einem Tausch von fünf hochrangigen Taliban aus dem Militärgefängnis Guantanamo Bay gegen den US-Soldaten Bowe Bergdahl bereit.
Der heute 26-Jährige war 2009 von seinem Stützpunkt in Afghanistan verschleppt worden, er soll sich in der Gewalt der Taliban in Pakistan befinden. Der politisch umstrittene Tausch soll der erste Schritt zu Friedensgesprächen in Afghanistan werden.
Ursprünglich sollten nur einige der Häftlinge von Guantanamo nach Katar überstellt werden. Nach der Freilassung von Bergdahl wären dann die übrigen gefolgt. Die Taliban kündigten im März jedoch den Abbruch der Gespräche an.
Nun will die Regierung in Washington - dem Bericht von Reuters zufolge - sofort alle fünf Islamisten überstellen. Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Marc Grossman, habe den Vorschlag im Juni mit Vertretern der Regierung von Katar besprochen. Dort halten sich eine Reihe von Taliban-Vertretern auf. Weder das US-Präsidialamt noch die Familie Bergdahl nahmen zu den Angaben Stellung.
Der Vorstoß wenige Monate vor der US-Wahl ist politisch riskant. Bereits nach dem Bekanntwerden der ersten Verhandlungen war es zu massivem Widerstand im Kongress gekommen. Die fünf Taliban gelten als einige der gefährlichsten Insassen des Lagers auf Kuba. Darunter ist Mullah Mohammed Fasl, der ehemalige Vize-Verteidigungsminister der Taliban. Er wird für den Tod Tausender Schiiten verantwortlich gemacht.
Viele Abgeordnete befürchten, dass die Männer wieder zu den Waffen greifen könnten. Laut einer Kongress-Studie ist jeder vierte von den 600 ehemaligen Guantanamo-Häftlingen, die bisher in den arabischen Raum überstellt wurden, später "terroristisch aktiv" geworden oder wird entsprechender Taten verdächtigt.
heb/Reuters
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