Folter, Sklavenarbeit, Mord USA werfen Nordkorea beispiellose Grausamkeit vor

Die Beziehungen zwischen Pjöngjang und Washington hatten sich zuletzt etwas entspannt. Nun kritisiert der US-Vizepräsident: Das Regime habe sich durch Hinrichtungen und Sklavenarbeit an der Macht gehalten.

Mike Pence
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Mike Pence


US-Vizepräsident Mike Pence hat der nordkoreanischen Führung vorgeworfen, die Bevölkerung beispielloser Entbehrungen und Grausamkeiten auszusetzen. Das Regime habe sich mit Folter, Aushungern, öffentlichen Hinrichtungen, Mord, erzwungenen Abtreibungen und Sklavenarbeit im industriellen Stil für mehr als 70 Jahre an der Macht gehalten, sagte Pence auf einer Konferenz zur religiösen Freiheit in Washington. Geschätzte 130.000 Nordkoreaner seien lebenslang in unvorstellbar brutalen Arbeitslagern eingesperrt.

Die Christenverfolgung in Nordkorea ist nach den Worten von Pence weltweit beispiellos. Der alleinige Besitz einer christlichen Bibel sei ein Kapitalverbrechen. Menschen, die das Regime als Christen identifiziere, würden regelmäßig hingerichtet oder mit ihren Familien in Arbeitslager geschickt.

Pence ist tiefgläubig und erzkonservativ. Berühmt ist inzwischen die Selbstbeschreibung des evangelikalen Hardliners: "Ich bin Christ, Konservativer und Republikaner - in dieser Reihenfolge."

Nach monatelanger Eskalation des Streits über das nordkoreanische Programm zum Bau von Atomwaffen hat Anfang des Jahres ein Entspannungsprozess in dem Konflikt begonnen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat sich bei einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni zur atomaren Abrüstung bekannt und bereits seit Monaten keine Raketen- und Atomtests mehr durchgeführt. Im April fanden zudem zwei innerkoreanische Gipfeltreffen statt.

Nach jüngsten Äußerungen des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo bleibt Nordkorea aber weiterhin die größte Gefahr für die nationale Sicherheit der USA. Außerdem produziere das Land weiterhin spaltbares Atommaterial, sagte Pompeo am Mittwoch während einer Anhörung vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats in Washington. Auf die Frage, ob Nordkorea sein Atomprogramm vorantreibe, wollte er nicht antworten. Dennoch zeigte sich Pompeo optimistisch, dass die Gespräche zwischen beiden Ländern in die richtige Richtung führten. "Ich gestehe aber ein, dass noch ein verdammt langer Weg vor uns liegt."

Auch Pence sagte in Washington, alle hofften, dass sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbesserten und dass die Gefahr durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm beseitigt werde.

aar/dpa

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hansriedl 27.07.2018
1. Grausamkeit
Was Grausamkeit ist wissen die grausamen Sadisten und Brandstifter der USA sichelich am besten. Ich denke dabei an ihre Kriege in Vietnam, Korea wie Irak. Besonders Vietnam. Über 70 Millionen Liter Herbizide versprühte die US-Luftwaffe, darunter allein 45 Millionen Liter "Agent Orange" mit mehreren hundert Kilogramm Dioxin, die ein Siebtel der Gesamtfläche Vietnams langfristig kontaminierten. Die Folgen waren verheerend, denn Dioxin schädigt das Erbgut über Generationen und führt zu Missbildungen. Darunter leiden die Menschen heute noch. Noch immer sind Flüsse, Äcker wie Grundwasser verseucht. "Grausamame Freunde"
BoMo_UAE 27.07.2018
2. Traditionen
So schlimm es ist, folgt Nordkorea damit den amerikanischen Traditionen. Genozid, Sklaverei und Hinrichtungen verbindet man historisch wohl zuerst mit den USA. Wobei diese noch nicht all zu lang zurueckliegen bzw. andauern.
kasper993 27.07.2018
3. Das sagen die richtigen...
... Folter und Massenmord gehören doch seit Jahrzehnten zum "business as usual" da drüben. "The degree of civilization in a society can be judged by entering its prisons" Fyodor Dostoyevsky
Der Pragmatist 27.07.2018
4. Wie bitte????
USA werfen Nordkorea Grausamkeit vor.??? Wal soll denn diese unsinnige Ueberschrift. Da ist nichts vorzuwerfen. Es ist eine bewiesene Tatsache
gandhiforever 27.07.2018
5. Typisch evangelikal
Nicht dass ich das nordkoreanische Regime in Schutz nehman will, aber ein Mitglieder der Trump Administration, schon gar nicht der Evangelikale Vize namens Pence, sollte sich zurueckhalten, wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht. Immer noch nicht sind alle Kinder, trotz richterlichem Erlass, die ihren Eltern entrissen wurden, mit ihren eltern wiedervereint. Und, damit niemand mir hier falsch kommt, ich spreche nicht von jenen Eltern, deren Kinder wegen der kriminellen Ader der Eltern zurueckgehalten werden, ich spreche von jenen Familien, bei denen der Grenzuebertritt abseits von offziellen Grenzuebergaengen das einzige ist, was ihnen von den die Menschenrechte missachtenden Trumpisten angelastet wird.
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