Einsatz startet US-Nationalgarde postiert sich an Mexikos Grenze

Nach Trumps Aufforderung haben die ersten US-Bundesstaaten die Nationalgarde losgeschickt. 1588 Gardisten sollen in den nächsten Tagen an Mexikos Grenze Stellung beziehen. Die ersten sind schon dort.

Nationalgardisten aus Arizona bei der Vorbereitung auf ihren Einsatz an Mexikos Grenze
AFP

Nationalgardisten aus Arizona bei der Vorbereitung auf ihren Einsatz an Mexikos Grenze


2000 bis 4000 Nationalgardisten will US-Präsident Trump an der Grenze zu Mexiko postieren, und es sieht so aus, als ob er dieses Versprechen halten kann. Allein der US-Bundesstaat Texas werde mindestens 1000 Gardisten entsenden, kündigte Gouverneur Greg Abbott am Montag an. Ursprünglich war nur von 250 Abgesandten die Rede gewesen - und diese sind am Wochenende schon an der Grenze eingetroffen.

Auch Arizona schickt mehr Gardisten als zunächst angekündigt: 338 Mitglieder der Nationalgarde wurden nun zur Grenze beordert. New Mexico schickt 250 Männer und Frauen. Nur Kalifornien, der vierte US-Bundesstaat, der an Mexiko grenzt, hat bisher keine Zusage gegeben. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown gehört den Demokraten an und ist schon mit Gesetzen zum Schutz von Einwanderern ohne Aufenthaltsgenehmigung auf Konfrontationskurs zu US-Präsident Trump gegangen.

Unterstützung für Trump gibt es dagegen aus South Carolina: Gouverneur Henry McMaster bot an, die Nationalgarde in Texas und Arizona zu verstärken, "um illegale Einwanderung und Drogenhandel an der mexikanischen Grenze zu bekämpfen". Andere US-Bundesstaaten hätten South Carolina zum Beispiel nach schweren Wirbelstürmen geholfen, deshalb wolle er nun seine Hilfe anbieten.

"Es könnte sich um einen Langzeiteinsatz handeln"

Die Nationalgarde ist ein Reserveverband des Militärs, der in Einheiten der Armee und der Luftwaffe unterteilt ist. Jeder der 50 Bundesstaaten hat eine Nationalgarde. Sie wird etwa bei Waldbränden, Wirbelstürmen, Überflutungen oder bei Ausschreitungen eingesetzt.

Einige Gardisten würden bei der neuen Aufgabe bewaffnet sein, kündigte Texas-Gouverneur Abbott an. Es sei aber keineswegs so, dass die Nationalgarde "nun mit dem Bajonett jedem nachstellt, der über die Grenze kommt". Das sei nicht ihre Aufgabe.

Wie lange der Einsatz dauern werde, könne er noch nicht abschätzen. Er habe darüber mit Trump gesprochen und "es könnte sich um einen Langzeiteinsatz handeln". Wie die "New York Times" berichtet, waren schon vor Trumps Aufruf rund 100 Mitglieder der texanischen Nationalgarde an der Grenze zu Mexiko im Einsatz.

Auch Trumps Vorgänger Barack Obama und George W. Bush hatten zeitweise die Nationalgarde an der Grenze zu Mexiko eingesetzt. Damals unterstützten die Gardisten die Grenzschützer bei der Überwachung der Grenze und bei logistischen Aufgaben. Sie nahmen aber keine Menschen fest, die illegal in die USA kamen. Dies solle auch diesmal nicht der Fall sein, heißt es.

vet/AP

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