USA Pentagon überwacht Friedensaktivisten

Das US-Verteidigungsministerium sammelt laut einem TV-Bericht eifrig Informationen über seine Gegner: Demnach soll das Pentagon Friedensaktivisten routinemäßig überwachen.


Washington - Der TV-Sender NBC News veröffentlichte gestern eine acht Seiten lange Pentagon-Liste, auf der Kundgebungen, Mahnwachen und Sitzstreiks von Friedensaktivisten aufgeführt sind. Die Liste bezieht sich auf Kundgebungen zwischen November 2004 und Mai 2005, Randnotizen lassen darauf schließen, dass im Pentagon jeweils unter Rückgriff auf Insiderinformationen eine Einschätzung erfolgte, welche Bedeutung den Aktionen der Friedensaktivisten zuzumessen sei.

Anti-Irak-Protest nahe Crawford (Archiv): Friedensaktivisten im Visier des Pentagons
AFP

Anti-Irak-Protest nahe Crawford (Archiv): Friedensaktivisten im Visier des Pentagons

NBC News erhielt nach eigenen Angaben darüber hinaus eine 400 Seiten lange Liste, auf der Mitarbeiter des Pentagons 1500 "verdächtige Vorgänge" zusammenstellten. Offiziell wollte das US-Verteidigungsministerium zu dem NBC-Bericht nicht Stellung nehmen. Ein Ministeriumssprecher, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte jedoch, dass im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen solche Informationen gesammelt würden, die zum Schutz von Einrichtungen des Pentagons dienen könnten.

Das US-Verteidigungsministerium zählte zu den Zielen der Anschläge vom 11. September 2001. Im Februar 2002 war eine neue Arbeitsstelle des Ministeriums mit mehr als 400 Beschäftigten geschaffen worden, die den Schutz der eigenen Einrichtungen gewährleisten soll.



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