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Streit mit den USA: Iran will Raketenprogramm beschleunigen

Es sah nach Entspannung aus zwischen Iran und dem Westen, doch der Streit um Raketentests des islamischen Landes befeuert den Konflikt neu.

Präsident Rohani: Will Ausbau von Irans Raketenprogramm beschleunigen Zur Großansicht
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Präsident Rohani: Will Ausbau von Irans Raketenprogramm beschleunigen

Der Streit um iranische Raketentests lässt die Spannungen zwischen Teheran und Washington wieder wachsen: In einem Brief hat Irans Präsident Hassan Rohani seinen Verteidigungsminister aufgefordert, das Raketenprogramm auszubauen.

Die Anweisung folgt auf Medienberichte, nach denen die USA erstmals seit dem historischen Atomabkommen mit Iran neue Sanktionen gegen die Islamische Republik vorbereiten. Die Strafmaßnahmen sollen sich gegen fast ein Dutzend Firmen und Einzelpersonen in Iran, in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten richten, meldeten CNN und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Grund sei deren mutmaßliche Mithilfe bei der Entwicklung des iranischen Raketenprogramms.

Teheran bezeichnete die geplanten Sanktionen als "illegal". "Der Iran hat ein legitimes Recht, sein Verteidigungspotenzial für die innere Sicherheit zu erhöhen", sagte ein iranischer Außenamtssprecher. Die Maßnahmen der Amerikaner würden den Iran nicht an diesem Recht hindern. Dies habe Teheran der amerikanischen Seite auch mitgeteilt, fügte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA hinzu.

Präsident Rohani schrieb in seinem Brief an Verteidigungsminister Hussein Dehghan, den die staatliche Agentur Irna veröffentlichte, dass die US-Regierung weiterhin eine feindselige Politik verfolge und sich unrechtmäßig einmische. Deshalb müssten die Streitkräfte schnell und deutlich ihr Raketenpotenzial ausbauen.

Iran hatte im Oktober eine neue Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet, was die USA als Verstoß gegen eine Resolution des Uno-Sicherheitsrats gewertet hatten. Zuletzt hatte es Diskussionen um einen Vorfall am 26. Dezember gegeben: Die USA beschuldigten Iran, in unmittelbarer Nähe des amerikanischen Flugzeugträgers USS "Harry S. Truman" Raketen abgefeuert zu haben. Die Iranische Revolutionsgarde bestritt den Raketen-Test und sprach von "psychologischer Kriegsführung" der USA.

Iran hatte sich mit den fünf Uno-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland auf eine deutliche Beschränkung seines Atomprogramms geeinigt. Damit soll die Sorge der Weltgemeinschaft vor einer iranischen Atombombe zerstreut werden. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran fallen. Mit diesem Schritt wird spätestens im Februar 2016 gerechnet. Die USA sehen das Raketenprogramm "komplett unabhängig" von dem Atomabkommen.

feb/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Frage
Markus Frei 31.12.2015
Ich bin zwar kein Iran Fan, aber es stellt sich schon die Frage was der Westen dem Iran eigentlich an Ausrüstung zur Landesverteidigung zugesteht. Pfeil und Bogen oder Wattebäuschchen ?
2. Iran darf keine Raketen testen?
mattijoon 31.12.2015
Wie bitte? Die Amerikaner testen Raketen, die Chinesen, die Europäer, die Israelis, die Saudis, überhaupt jeder ... aber die Iraner dürfen nicht? Ich hoffe, die Europäer reagieren besonnener als die Amis.
3. Keine Starts !!
nickleby 01.01.2016
Bekanntlich hat sich der Iran dazu verpflichtet die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu befolgen. Das macht er aber nicht. Der Iran lernt nicht dazu. Also muss man ihn die Gültigkeit Resolutionen spüren lassen : Verschärfung der Sanktionen jeglicher Art muss die Folge sein.
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 79,476 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
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Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
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Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
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Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

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