Getrennte Familien US-Regierung will Gewahrsam für Migrantenkinder wieder ausweiten

Die Inhaftierung von Kindern ist in den USA auf 20 Tage begrenzt. Dennoch hat die Regierung Kinder von illegal eingewanderten Familien über die erlaubte Frist festgehalten. Eine neue Regel soll dies nun legal möglich machen - mit einem Trick.

Menschen an einem Grenzübergang zwischen Mexiko und den USA
DPA

Menschen an einem Grenzübergang zwischen Mexiko und den USA


Nach dem Willen der US-Regierung sollen Migrantenkinder nach der illegalen Einreise in die USA länger als bisher in Gewahrsam genommen werden können. Die neuen Regeln, die das Heimatschutzministerium am Donnerstag in Washington ankündigte, sollen eine Vereinbarung aus dem Jahr 1997 ersetzen, wonach eine Inhaftierung von Kindern auf 20 Tage begrenzt ist. Künftig sollen sie länger festgesetzt werden können. Möglich will die Regierung dies machen, indem sie die Kinder statt allein in Gewahrsam zu nehmen, die Eltern mit einsperrt. Dann gelten längere Fristen.

Das Ministerium sprach von einem wichtigen Schritt, um die Kontrolle an der Grenze zurückzugewinnen. Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen beklagte, heute gebe es bei der Festsetzung illegaler Einwanderer noch rechtliche Schlupflöcher. Ziel sei es, Anreize für die illegale Migration zu beseitigen.

Der Umgang mit Migrantenkindern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko- und die Trennung von ihren Familien - hatte in den vergangenen Monaten für viel Aufsehen gesorgt.

Die US-Behörden hatten im Zuge einerNull-Toleranz-Politik gegenüber der illegalen Einwanderung in den vergangenen Monaten zahlreiche Migrantenfamilien - die meisten davon aus Zentralamerika - nach dem Grenzübertritt getrennt. Die Eltern wurden als Straftäter behandelt und inhaftiert, die Kinder auf Heime im ganzen Land verteilt. Nach einem Aufschrei der Empörung der US-Öffentlichkeitstoppte Präsident Donald Trumpdann jedoch im Juni per Dekret diese rigorose Praxis.

Lesen Sie hier eine Reportage auf SPIEGEL+ über eine Mutter, die von ihrem Kind getrennt war und es danach kaum wiedererkannte.

Video: Migranten vor der US-Grenze - "Ich habe Angst"

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lie/dpa

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