US-Republikaner zu Anti-Waffen-Demo "Schüler sollten lieber Wiederbelebung lernen"

Hunderttausende haben in den USA gegen Waffen demonstriert, der ehemalige US-Senator Rick Santorum will mit Amokläufen anders umgehen: Schüler sollten ihre Probleme selbst lösen und sich besser vorbereiten.


Die Demonstration in Washington war beeindruckend: Rund 800.000 Menschen zogen durch die Straßen der US-Hauptstadt. Sie setzten sich dafür ein, die Waffengesetze ihres Landes zu verschärfen. Anlass war der jüngste Amoklauf an einer Schule in Parkland vor knapp sechs Wochen. Wenig beeindruckt von den Protesten schien nun allerdings Rick Santorum: Der ehemalige republikanische Senator sagte, die Schüler sollten nicht von anderen verlangen, ihre Probleme zu lösen, sie sollten sie selbst angehen.

"Wie wäre es damit", sagte Santorum beim TV-Sender CNN, "wenn Kinder etwas tun und vielleicht Wiederbelebungskurse belegen?" Außerdem schlug er vor, Schüler sollten sich auf Situationen eines Amoklaufs vorbereiten, damit sie für diesen Fall eine Antwort parat hätten.

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Landesweiter Protest in den USA: Die Wut auf Waffen

Santorum, der 2012 und 2016 bei der parteiinternen Vorwahl als Präsidentschaftskandidat scheiterte, sagte, die Schüler sollten daran arbeiten, Mobbing zu bekämpfen oder "selbst auf einen Schützen reagieren" und nicht vom Gesetzgeber verlangen, "Gesetze durchzubringen, die sie beschützen".

"Sie haben Maßnahmen ergriffen, jemanden zu bitten, ein Gesetz zu beschließen", sagte Santorum weiter: "Sie haben keine Maßnahmen ergriffen zu sagen: 'Wie kann ich mich als Einzelner mit diesem Problem befassen?'" In sozialen Medien folgte enorme Empörung auf die Aussagen. Noch vor dem Start der Demonstrationen hatte sich bereits die Waffenlobby kritisch geäußert. Aus ihrer Sicht sei die Jugend für politische Zwecke instrumentalisiert worden.

Sehen Sie Bilder der Demonstration hier im Video:

ANDREW GOMBERT/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Mitte Februar hatte ein 19-Jähriger an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Es war eines von vielen Attentaten an US-Schulen in den vergangenen Jahrzehnten und Start einer Protestwelle. Das Ziel: Sie wollen dafür sorgen, dass Schulen zu einem sicheren Ort werden (Lesen Sie hier einen Kommentar zu der Debatte und zu den Protesten in den USA).

Schüler der betroffenen Schule in Parkland gehörten zu den Organisatoren der jüngsten Proteste. Auch in anderen US-amerikanischen Städen wie Chicago, Boston, Philadelphia, Miami, Minneapolis, Houston, Los Angeles oder New York fanden Demonstrationen statt.

aev/AP



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