Russlandaffäre US-Sonderermittler Mueller befragte Bannon

Er gilt als einer der wichtigsten Zeugen in der Russlandaffäre: Stephen Bannon hat sich nun mehrfach mit US-Sonderermittler Mueller getroffen. Trumps Ex-Berater soll alle Fragen beantwortet haben.

AP


Sie trafen sich an mehreren Tagen, die Gespräche sollen insgesamt etwa 20 Stunden gedauert haben: US-Sonderermittler Robert Mueller hat laut mehreren Medienberichten in dieser Woche mit seinem Team Stephen Bannon befragt. CNN zufolge antwortete der frühere Chefstratege im Weißen Haus auf alle Fragen und äußerte sich zu allen Themen. Einzelheiten werden in den Berichten nicht genannt.

Mueller untersucht, ob es illegale Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Donald Trump und der russischen Regierung gab und ob Trump später als Präsident versuchte, die Ermittlungen der Bundespolizei FBI zu den Russland-Kontakten zu behindern. Die Affäre wird von dem Sonderermittler und mehreren Kongressausschüssen aufgearbeitet.

Bannon wurde am Donnerstag auch vom Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses befragt. Er verweigerte aber auf viele Fragen zur Regierungsübernahme und zu seiner Zeit im Weißen Haus die Antwort. Wie schon bei einer Befragung im Januar berief er sich auf das sogenannte Exekutivprivileg. Gemäß diesem Vorrecht ist der Präsident dazu ermächtigt, dem Kongress bestimmte Informationen vorzuenthalten.

Nicht selbst beschuldigt

Laut CNN wollte Muellers Ermittlerteam mit Bannon auch über die Entlassung von FBI-Chef James Comey und den Rücktritt von Trumps kurzzeitigem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn sprechen. Bannon gilt wegen seiner hohen Positionen im Wahlkampfteam sowie später im Weißen Haus als wichtiger Zeuge in der Russlandaffäre, wenngleich er bislang nicht beschuldigt wird, selbst an illegalen Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.

Der ultranationalistische Publizist war drei Monate vor der Wahl 2016 von Trump zu seinem Wahlkampfleiter ernannt worden. Nach Trumps Amtsantritt vor einem Jahr wurde Bannon dann Chefstratege, blieb aber nicht lange auf diesem Posten. Im August wurde er entlassen.

Bannon kehrte daraufhin auf seine Chefposition bei dem rechten Internetportal "Breitbart News" zurück. Auch diesen Job verlor er im Januar - als Folge des Wirbels um ihm zugeschriebene Äußerungen in dem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ("Feuer und Wut") des Journalisten Michael Wolff.

Laut dem Buch äußerte Bannon unter anderem harsche Kritik an dem Treffen des Trump-Sohns Donald junior mit einer russischen Anwältin im Juni 2016. Bannon bezeichnete dieses Treffen demnach als Landesverrat und "unpatriotisch".

kev/AFP/dpa



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