Cyberattacke Russische Hacker greifen Netzwerk des Pentagon an

Russland ist nach Angaben des Geheimdienstes NSA im Cyberbereich aktiver geworden: In diesem Jahr seien Hacker in ein Netzwerk des US-Verteidigungsministerium eingedrungen - doch schnell abgewehrt worden.

US-Verteidigungsminister Carter: Plant neue Strategien gegen Cyberattacken
AP/dpa

US-Verteidigungsminister Carter: Plant neue Strategien gegen Cyberattacken


Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist durch die Ukraine-Krise enorm angespannt. In diesem Jahr seien russische Hacker in ein Computernetzwerk des US-Verteidigungsministeriums eingedrungen. Die Cyberattacke sei jedoch schnell bemerkt und innerhalb von 24 Stunden abgewehrt worden, erklärte Verteidigungsminister Ashton Carter. Es habe sich um ein nicht als geheim eingestuftes Netzwerk gehandelt.

Wann genau der Angriff stattgefunden hatte, erklärte der Minister nicht. Experten des Pentagon hätten dadurch jedoch nützliche Beobachtungen gemacht: "Nachdem wir wertvolle Informationen über ihre Taktiken erfahren hatten, haben wir ihre Netzwerk-Aktivität analysiert und mit Russland in Verbindung gebracht. Dann haben wir sie schnell aus unserem Netzwerk geworfen - und zwar so, dass ihre Chancen zurückzukehren, gering sind", sagte Carter.

Der Minister besuchte am Donnerstag und Freitag das Silicon Valley in Kalifornien, um die Beziehungen zwischen dem Pentagon und der IT-Branche zu vertiefen.

Der Chef des US-Auslandsgeheimdiensts NSA, Michael Rogers, hatte bereits im März erklärt, Russland sei im Cyberbereich sichtbar aktiver geworden. In einem neuen Strategiepapier des Pentagon werden Russland und China hervorgehoben. Die Länder hätten neue Cyberfähigkeiten und -strategien entwickelt. Iran und Nordkorea hingegen hätten zwar "weniger entwickelte Fähigkeiten", dafür offen feindliche Absichten gegenüber den USA.

Bereits Anfang April war bekannt geworden, dass russische Hacker offenbar Zugriff auf sicherheitsrelevante Daten des Weißen Hauses erlangt hatten. Laut einem Bericht des Nachrichtensenders CNN hatten die Angreifer dabei Zugriff auf den Terminkalender des Präsidenten Barack Obama. Das Präsidialamt habe den Hackerangriff bereits im Oktober vergangenen Jahres bemerkt und anschließend das Computersystem vorübergehend heruntergefahren, hieß es.

vek/AFP/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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weiter_denken 24.04.2015
1. Ein Glück
... das es in den USA keine Hacker gibt, die fremde Regierungen ausspähen.
na,na,na 24.04.2015
2. Na liebe NSA
So etwas passiert nun mal, wenn jemand sauer ist und Retourkutsche fährt und sich von den USA nicht alles gefallen lässt. Könnte doch passieren, dass ihr plötzlich ganz ganz alt aussehen werdet und schön blass um die Nase.
Katharina Merowing 24.04.2015
3. Alte Propaganda
"Desinformation ist die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Motivation der Desinformation ist meist die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, um ein bestimmtes politisches oder wirtschaftliches Anliegen des Verbreitenden zu unterstützen. Vele Geheimdienste besitzen eigene Abteilungen für die Fälschung und Verbreitung von Informationen. Das Pentagon hat seit 2003 das Budget für „Einfluss-Operationen“ um 63 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar (2008) erhöht, wobei 27.000 Mitarbeiter allein in diesem Bereich beschäftigt waren. Im weiteren Sinne ist Desinformation auch die gezielte Überversorgung mit aus der Rezipientenperspektive nutzlosen Informationen, welche die wichtigen Informationen überdecken sollen." Nämlich, dass z.B. die USA versucht ihre digitale Vormachtstellung zu rechtfertigen. Das ist natürlich alles Spekulation, allerdings sind die amerikanischen Behörden nicht gerade glaubwürdig.
managerbraut 26.04.2015
4. Das sind nichts weiter als
Testangriffe aus denen US Abwehrtechniken - Sicherungen analysiert werden. Russische Hacker des russischen Geheimdienstes können weit mehr als sich ins Pentagon zu hacken und an Sicherungen entdeckt zu werden. Russland dürfte seit der Ukraine Krise seine Geheimdienste massiv ausgebaut und Auslandsspionage im Westen, den USA - Deutschland - Frankreich - England - Polen - EU verzehnfacht haben. In den letzten 25 Jahren konnte Russland mit Auswanderern in den USA und EU zehntausende Agenten - Informanten - Schläfer in den Westen schleusen. Von Agenten an russischen Botschaften ganz zu schweigen. Daneben gelten russische Hacker - IT Spezialisten mit zu den Besten der Welt. Die US Regierung - Geheimdienste - Pentagon werden dazu kaum gelungene Angriffe - Diebstahl geheimer Daten russischer Cyberangriffe der Öffentlichkeit melden. Selbst erfolgreiche Angriffe unterliegen der Geheimhaltung.
gandhiforever 26.04.2015
5. Mag sein,
dass dem so ist. Schliesslich muss man, wenn die NSA schon Verbuendete ausspioniert werden, davon ausgehen, dass Feinde noch mehr ausspioniert werden, diese das Gleiche tun. Es koennte sich aber auch um eine Schutzbehauptung handeln, um die eigenen eskalierenden Attacken zu rechtfertigen. Schliesslich sind wir die Guten und die die Boesen. Deshalb muessen wir (siehe Vietnam, Irak und anderswo) einen Grund erfinden, der unsere Massnahmen als Verteidigung hinstellt.
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